Allgemeine Berichte | 28.04.2017, 12:55 Uhr

Gemeinsam aktiv für Klimaschutz und Energiewende

Klimaschutzmanager für den Landkreis Mayen-Koblenz

Beirat Rhein-Mosel-Eifel organisiert Veranstaltung zum Thema Wärmewende

Die Teilnehmer der Beiratssitzung Rhein-Mosel-Eifel (v.l.): Dirk Barbye (LK Cochem-Zell), Dr. Rüdiger Kape (LK Mayen-Koblenz), Monika Effenberger (Stadt Koblenz), Dr. Dominik Böckling (Energieagentur Rheinland-Pfalz), Dagmar Menges (LK Mayen-Koblenz), Helmut Tibes (BEN Mittelrhein e.V.), Renate Michel, Andreas Sigloch (beide Energieagentur Rheinland-Pfalz) und Michael R. Schäfer (LK Ahrweiler).  privat
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Koblenz. Der Landkreis Ahrweiler steht in Sachen Energiewende derzeit im Fokus eines innovativen Modellprojektes. Im Auftrag des Bundes entwickelt das Projekt „EnAHRgie“ Ideen und Lösungsvorschläge zum Umstieg auf Erneuerbare Energien in Kommunen.

„Durch die intensiven wissenschaftlichen Untersuchungen in unserem Kreis zu dem Thema haben wir die Chance, von neu gewonnenen Erkenntnissen zu profitieren und damit Klimaschutz und Energiewende voranzubringen“, erläuterte jetzt Michael R. Schäfer, Abteilungsleiter für Strukturentwicklung bei der Kreisverwaltung Ahrweiler vor dem Beirat Rhein-Mosel-Eifel des gleichnamigen Regionalbüros der Energieagentur Rheinland-Pfalz.

Zusammenarbeit gefordert

Die Energiewende gehört zu den größten gesellschaftlichen Herausforderungen unserer Zeit. Umso wichtiger ist es deshalb, dass die Akteure in diesem Bereich ihre Kräfte bündeln und zusammenarbeiten.

Vor diesem Hintergrund wurde bereits 2014 der Beirat des Regionalbüros gegründet. Ihm gehörten ursprünglich Vertreterinnen und Vertreter der Landkreise Mayen-Koblenz und Cochem-Zell, der Stadt Koblenz sowie der beiden Vereine Bau-und Energienetzwerk Mittelrhein e.V. (kurz: BEN) und unser-klima-cochem-Zell e.V. an. Jetzt tagte der Beirat zum ersten Mal mit einem Vertreter des Landkreises Ahrweiler, der seit Jahresbeginn zum Aufgabenbereich des Regionalbüros mit Sitz in Koblenz zählt.

Neues Wärmekonzept der Landesregierung

In seiner jüngsten Sitzung ging es auch um das neue Wärmekonzept der Landesregierung für Rheinland-Pfalz: Es umfasst Bereiche von energetischer Quartiers- und Gebäudesanierung über Nahwärmenetze und die Förderung effizienter Öfen bis zur Verknüpfung von Strom und Wärme vor Ort.

Die im Beirat versammelten Kooperationspartner wollen genau dieses Thema aufgreifen und im Juni dazu ein gemeinsames Regionalforum in Mayen veranstalten. Neben Fachvorträgen und einer Prämierung besonders vorbildlicher energetischer Sanierungen wird es auch eine Podiumsdiskussion mit Experten geben; Zielgruppe sollen vor allem Kommunen sein.

Große Bedeutung kommt bei den Beiratstreffen dem Austausch der unterschiedlichen Projekte und Aktivitäten zu. Denn „das Von-einander-Lernen und gute Ideen zu übernehmen bringt die Energiewende im Land schneller voran“, sagt Dr. Dominik Böckling, der gemeinsam mit Renate Michel im Koblenzer Regionalbüro der Energieagentur arbeitet.

Konkrete Lösungsansätze sollen im Herbst vorliegen

Der Landkreis Ahrweiler erhält im Rahmen des Projektes „EnAHRgie“, das die EA European Academy of Technology and Innovation Assessment GmbH mit Sitz in Bad Neuenahr-Ahrweiler durchführt, ein Energiekonzept. Voraussichtlich im Herbst werden konkrete Lösungsansätze für aktuelle Herausforderungen der Energiewende vorliegen. Dazu zählt zum Beispiel, wie sich Konkurrenzen in der Landnutzung durch den Ausbau der Erneuerbaren Energien vermeiden lassen.

Im benachbarten Landkreis Mayen-Koblenz wird ein Klimaschutzmanager das Integrierte Klimaschutzkonzept umsetzen. „Erfolgreiche Projekte in Sachen Klimaschutz können so kreisweit verbreitet und unnötige Mehrarbeit vermieden werden“, erklärt Dr. Rüdiger Kape, Koordinator der Integrierten Umweltberatung bei der Kreisverwaltung Mayen-Koblenz. Voraussichtlich gegen Jahresmitte wird der Landkreis die Stelle des Klimaschutzmanagers besetzen. Gefördert wird dies vom Bundesumweltministerium.

Bürgerinnen und Bürger aktiv mit einbinden

Im Landkreis Cochem-Zell liegt derzeit der Fokus auf der Umsetzung eines sogenannten Masterplans „100 Prozent Klimaschutz“, mit dem zwei ambitionierte Ziele verfolgt werden: „Zum einen möchten wir im Kreis den Ausstoß von klimaschädlichen Gasen bis zum Jahr 2050 um 95 Prozent senken, zum anderen den Energieverbrauch halbieren“, erläutert Dirk Barbye, Fachbereichsleiter für Kreisentwicklung und Klimaschutz bei der Kreisverwaltung Cochem-Zell. Da dies nur erreicht werden könne, indem die Bürgerinnen und Bürger aktiv mit eingebunden werden, finden in diesem Jahr drei Masterplan-Foren statt – dort haben sie die Möglichkeit, ihre eigenen Ideen einzubringen und sich selbst an der Entwicklung von Projekten zu beteiligen, so Barbye weiter.

Die Stadt Koblenz beschäftigt sich momentan vor allem mit dem aktuellen Thema Elektromobilität: „Zusammen mit der evm AG wird es ein Förderprojekt geben, in dessen Rahmen ein Konzept für die Umstellung des städtischen Fuhrparks auf Elektromobile erstellt wird“, sagt Monika Effenberger, Leiterin des städtischen Umweltamtes.

Des Weiteren wird sich das Regionalbüro Rhein-Mosel-Eifel der Energieagentur Rheinland-Pfalz mit dem Thema „Wärmewende“ auch außerhalb des geplanten Regionalforums intensiver beschäftigen: Ein derzeit in Planung befindliches Projekt soll Kommunen im „Welterbe Oberes Mittelrheintal“ darüber informieren, wie sich energetische Gebäudesanierungen mit Aspekten der Baukultur vereinbaren lassen, um einen nachhaltigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten.

Die Kooperationspartner waren sich abschließend in einem weiteren Punkt einig: In Zukunft soll es, neben gemeinsamen Veranstaltungen, auch kreisübergreifende innovative Projekte geben.

Erste Ideen zielen auf den Bereich Elektromobilität; bis zur nächsten Beiratssitzung im Herbst sollen sie weiter entwickelt werden.

Pressemitteilung

Energieagentur Rheinland-Pfalz

Die Teilnehmer der Beiratssitzung Rhein-Mosel-Eifel (v.l.): Dirk Barbye (LK Cochem-Zell), Dr. Rüdiger Kape (LK Mayen-Koblenz), Monika Effenberger (Stadt Koblenz), Dr. Dominik Böckling (Energieagentur Rheinland-Pfalz), Dagmar Menges (LK Mayen-Koblenz), Helmut Tibes (BEN Mittelrhein e.V.), Renate Michel, Andreas Sigloch (beide Energieagentur Rheinland-Pfalz) und Michael R. Schäfer (LK Ahrweiler). Foto: privat

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