Mehr Wasser und Grünflächen in den Städten sowie begrünte Häuser können Klimawandel-Folgen abmildern
Klimaschutzteilkonzept wurde vorgestellt
„KlimaMap“ zeigt auf, wo es aufgrund des Klimawandels künftig zu stärkerer Hitze, Trockenheit und häufigeren Starkregenereignisse kommen kann
Region. Mehr als 80 Kommunalpolitiker und Umweltschützer verfolgten eine Onlinekonferenz, zu der die „Klimaregion Rhein-Voreifel“ eingeladen hatte und von Alfters Bürgermeister Dr. Rolf Schumacher geleitet wurde. Schwerpunkt war die Vorstellung des Klimaschutzteilkonzeptes zur Anpassung an den Klimawandel, das vom Ingenieurbüro K.PLAN erarbeitet worden war. Kernstück ist eine „KlimaMap“, in der nicht nur aufgezeigt wird, wo es aufgrund des Klimawandels künftig zu stärkerer Hitze, Trockenheit sowie häufigeren Starkregenereignisse kommen wird. Es sind auch jede Menge Vorschläge dort hinterlegt, mit welchen Maßnahmen die Region sich an die klimatischen Veränderungen anpassen kann. So können sich die Bürger jederzeit an den Planungen beteiligen und sowohl Orte mit bestehenden Problemen aufzeigen, andererseits aber auch Verbesserungsvorschläge und sogar einzelne Standortwünsche für zu pflanzende Bäume eintragen.
Dr. Monika Steinrücke vom Projektteam präsentierte die Ergebnisse der eigenen Berechnungen und Analysen sowie die Ergebnisse der bisherigen Bürgerbeteiligung. Sie stellte dabei eine Reihe von Maßnahmen vor, mit denen sich Kommunen gegen den Klimawandel wappnen können. Dazu gehören mehr Wasser- und Grünflächen vor allem in Städten, aber auch die Begrünung und Beschattung von Dächern und Hauswänden sowie Frischluftflächen und -schneisen, die Kaltluftgebiete mit aufgeheizten städtischen Bereichen verbinden. „Manchmal reicht es, Gebäude anders auszurichten“, machte Steinrücke klar, dass schon bei der Bauleitplanung die Weichen gestellt werden könnten.
Interkommunale Zusammenarbeit wichtig
Am wichtigsten sei jedoch eine interkommunale Zusammenarbeit, so Steinrücke, das habe nicht zuletzt die Starkregenkatastrophe im Sommer gezeigt. Ebenso sei eine bessere Zusammenarbeit aller kommunalen Akteure, Verbände, sozialen Einrichtungen, Investoren und der Bürgerschaft notwendig, um die Akzeptanz von Maßnahmen zur Abmilderung von Folgen des Klimawandels in Politik und Gesellschaft zu erhöhen. Ein gewichtiges Argument sei es, dass solche Maßnahmen grundsätzlich mit einer Aufwertung von Stadtvierteln sowie mit einer besseren Lebensqualität verknüpft seien. Das Klimafolgenanpassungskonzept müsse allerdings noch in den beteiligten Kommunen und die zuständigen Gremien beraten und beschlossen werden. Schon jetzt ist es im Internet einsehbar auf der Homepage www.klima-rv.de. Der Kreistag des Rhein-Sieg-Kreises hat zudem in seiner aktuellen Sitzung einstimmig dafür votiert, der „H2-Werkstatt Rhein-Berg“ beizutreten und sich damit an der Förderung innovativer Entwicklungsprojekte zur Gewinnung und zur Anwendung Grünen Wasserstoffs (H2) zu beteiligen. Kooperationspartner sind der Oberbergische Kreis, der Rheinisch-Bergische Kreis sowie die Stadt Leverkusen. „Ziel der umfassenden Zusammenarbeit ist die Einspeisung der Wasserstofftechnologie in die regionalen Wirtschaftskreisläufe“, erläutert Kreis-Wirtschaftsförderer Dr. Hermann Tengler. JOST
