Rheinischer Obstbautag 2019 in Niederbachem
Klimawandel macht auch den rheinischen Obstbauern zu schaffen
Standort Klein-Altendorf bleibt voraussichtlich erhalten – Weiterhin Probleme mit dem Pflanzenschutz – Mehr für das Image des Berufsstandes tun
Niederbachem. Etwa 150 Obstbauern aus dem südlichen Nordrhein-Westfalen und dem nördlichen Rheinland-Pfalz trafen sich zum rheinischen Obstbautag 2019 im Hotel Dahl in Niederbachem. In den Referaten der Experten wurde deutlich, dass die Obstbauern der Region vor herausfordernden Jahren stehen. Insbesondere der Klimawandel mache den Landwirten zu schaffen, so der Vorsitzende der Landesfachgruppe Obstbau, Georg Boekels, in seiner Eröffnungsrede. Aber nicht nur der.
Für das Überleben des Obstbaus im Rheinland sei Unterstützung in Form von Beratung und Versuchsarbeit von größter Bedeutung, sagte Boekels. Doch in den vergangenen Monaten habe es Diskussionen um den Erhalt des Standorts Klein-Altendorf des Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) des Landes Rheinland-Pfalz gegeben. „Ich bin sehr froh, dass wir heute sagen können: wir sind im Laufe des vergangenen Jahres durch unseren großen berufsständischen Einsatz ein gutes Stück vorangekommen“, rief Boekels unter dem Beifall der Fachbesucher.
Das maximal Mögliche erreicht
Erfreulicherweise habe das DLR die Zusage gemacht, 8,5 Stellen und 4,5 Hektar Versuchsfläche am Standort Klein-Altendorf zu erhalten. „Sicher ist dies ein harter Einschnitt gegenüber dem jetzigen Status. Und doch ist dies auch ein Erfolg der Bemühungen aller Beteiligten, die sich für den Erhalt des Standortes eingesetzt haben“, freute sich Boekels. Wenn es auch schön wäre, wenn alles so bliebe, wie es jetzt ist, glaube er dennoch, dass dies das maximal Mögliche sei. Wenn jetzt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen jährlich 50.000 Euro für die Versuchsarbeiten in Klein-Altendorf zur Verfügung stelle, sei das ein großer Schritt zum Erhalt. „Das sind gute Signale“, so Boekels weiter. Dafür sei man der Landwirtschaftskammer und dem Land Nordrhein-Westfalen überaus dankbar. Allerdings fehlten immer noch 100.000 Euro, die aufgebracht werden müssten. „Ich hoffe, dass sich das Land Rheinland-Pfalz hier auch bewegen wird.“
Das Programm des Tages spiegele die Probleme wieder, mit denen man im vergangenen Jahr zu kämpfen hatte. So war auch der Pflanzenschutz wieder ein Thema, das auch in den kommenden Jahren die Betriebe vor große Herausforderungen stellen werde. „Da ist zum einen die schleppende Zulassung von Pflanzenschutzmitteln“, erklärte Boekels. An den gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren wirkten drei Bundesbehörden mit, die Verfahren dauerten oft Jahre und scheiterten letztlich regelmäßig am Einspruch einer der drei Behörden.
Zonale Zulassung hielt nicht, was sie versprach
Man habe sich vor zehn Jahren von der Einführung der „zonalen Zulassung“ viel versprochen: Mittel, die in den Niederlanden oder Belgien die amtliche Anerkennung gefunden hätten, sollten auch im Rheinland eingesetzt werden und umgekehrt. „Doch meines Wissens gibt es nicht ein einziges Präparat, das auf diese Weise zugelassen worden wäre“, schüttelte Boekels den Kopf. Zudem würden auch die Hürden für eine Zulassung selbst immer höher, was zur Folge habe, dass die Zahl, der verfügbaren Pflanzenschutzmittel rapide abnehmen. „Wir brauchen aber insbesondere bei den Insektiziden und Fungiziden einen Wirkstoffwechsel, um Resistenzenbildungen zu vermeiden.“
Auch der Klimawandel bereite große Probleme, im Jahr 2017 seien es die enormen Frostschäden gewesen und im vergangenen Jahr Hitze und Trockenheit. „Wer weiß, was uns in diesem Jahr erwarten wird. Wir müssen gerüstet sein für extreme Witterungsereignisse und Wetterlagen.“ Die Veränderung des Klimas könne weitreichende Folgen für den Wirtschaftszweig haben. Schon jetzt sei man auf der Suche nach neuen Obstsorten, die mit den zu erwartenden Klimabedingungen besser zurechtkämen.
Für größere Artenvielfalt einsetzen
Neben all diesen Herausforderungen dürfe man aber nicht vergessen, die Öffentlichkeit und die Verbraucher auf dem Weg in die Zukunft des Obstbaus mitzunehmen. „Wir müssen etwas für das Image unseres Berufsstandes tun“, fand Boekels. Auch wenn Obstbauflächen eine größere Artenvielfalt aufwiesen als reine Ackerkulturen, könne man noch einiges tun, um in den Anlagen die Biodiversität zu steigern. Daher rief er alle Obstbauern dazu auf, Grünstreifen in ihre Anlagen zu integrieren, wo dies eben möglich sei. Auch wenn dadurch Nachteile für die Bewirtschaftung zu befürchten seien. „Aber auch alle anderen Maßnahmen, vom Steinhaufen bis zur Ansitzstange für Greifvögel sind wichtig. Wir fördern Nützlinge und Biodiversität in unseren Obstanlagen, direkt vor der Haustür der Verbraucher – ein wichtiges Argument, um diese vom Kauf regional erzeugten Obstes zu überzeugen.“ JOST
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