Allgemeine Berichte | 06.02.2019

Rheinischer Obstbautag 2019 in Niederbachem

Klimawandel macht auch den rheinischen Obstbauern zu schaffen

Standort Klein-Altendorf bleibt voraussichtlich erhalten – Weiterhin Probleme mit dem Pflanzenschutz – Mehr für das Image des Berufsstandes tun

Niederbachem. Etwa 150 Obstbauern aus dem südlichen Nordrhein-Westfalen und dem nördlichen Rheinland-Pfalz trafen sich zum rheinischen Obstbautag 2019 im Hotel Dahl in Niederbachem. In den Referaten der Experten wurde deutlich, dass die Obstbauern der Region vor herausfordernden Jahren stehen. Insbesondere der Klimawandel mache den Landwirten zu schaffen, so der Vorsitzende der Landesfachgruppe Obstbau, Georg Boekels, in seiner Eröffnungsrede. Aber nicht nur der.

Für das Überleben des Obstbaus im Rheinland sei Unterstützung in Form von Beratung und Versuchsarbeit von größter Bedeutung, sagte Boekels. Doch in den vergangenen Monaten habe es Diskussionen um den Erhalt des Standorts Klein-Altendorf des Dienstleistungszentrum Ländlicher Raum (DLR) des Landes Rheinland-Pfalz gegeben. „Ich bin sehr froh, dass wir heute sagen können: wir sind im Laufe des vergangenen Jahres durch unseren großen berufsständischen Einsatz ein gutes Stück vorangekommen“, rief Boekels unter dem Beifall der Fachbesucher.

Das maximal Mögliche erreicht

Erfreulicherweise habe das DLR die Zusage gemacht, 8,5 Stellen und 4,5 Hektar Versuchsfläche am Standort Klein-Altendorf zu erhalten. „Sicher ist dies ein harter Einschnitt gegenüber dem jetzigen Status. Und doch ist dies auch ein Erfolg der Bemühungen aller Beteiligten, die sich für den Erhalt des Standortes eingesetzt haben“, freute sich Boekels. Wenn es auch schön wäre, wenn alles so bliebe, wie es jetzt ist, glaube er dennoch, dass dies das maximal Mögliche sei. Wenn jetzt die Landwirtschaftskammer Nordrhein-Westfalen jährlich 50.000 Euro für die Versuchsarbeiten in Klein-Altendorf zur Verfügung stelle, sei das ein großer Schritt zum Erhalt. „Das sind gute Signale“, so Boekels weiter. Dafür sei man der Landwirtschaftskammer und dem Land Nordrhein-Westfalen überaus dankbar. Allerdings fehlten immer noch 100.000 Euro, die aufgebracht werden müssten. „Ich hoffe, dass sich das Land Rheinland-Pfalz hier auch bewegen wird.“

Das Programm des Tages spiegele die Probleme wieder, mit denen man im vergangenen Jahr zu kämpfen hatte. So war auch der Pflanzenschutz wieder ein Thema, das auch in den kommenden Jahren die Betriebe vor große Herausforderungen stellen werde. „Da ist zum einen die schleppende Zulassung von Pflanzenschutzmitteln“, erklärte Boekels. An den gesetzlich vorgeschriebenen Verfahren wirkten drei Bundesbehörden mit, die Verfahren dauerten oft Jahre und scheiterten letztlich regelmäßig am Einspruch einer der drei Behörden.

Zonale Zulassung hielt nicht, was sie versprach

Man habe sich vor zehn Jahren von der Einführung der „zonalen Zulassung“ viel versprochen: Mittel, die in den Niederlanden oder Belgien die amtliche Anerkennung gefunden hätten, sollten auch im Rheinland eingesetzt werden und umgekehrt. „Doch meines Wissens gibt es nicht ein einziges Präparat, das auf diese Weise zugelassen worden wäre“, schüttelte Boekels den Kopf. Zudem würden auch die Hürden für eine Zulassung selbst immer höher, was zur Folge habe, dass die Zahl, der verfügbaren Pflanzenschutzmittel rapide abnehmen. „Wir brauchen aber insbesondere bei den Insektiziden und Fungiziden einen Wirkstoffwechsel, um Resistenzenbildungen zu vermeiden.“

Auch der Klimawandel bereite große Probleme, im Jahr 2017 seien es die enormen Frostschäden gewesen und im vergangenen Jahr Hitze und Trockenheit. „Wer weiß, was uns in diesem Jahr erwarten wird. Wir müssen gerüstet sein für extreme Witterungsereignisse und Wetterlagen.“ Die Veränderung des Klimas könne weitreichende Folgen für den Wirtschaftszweig haben. Schon jetzt sei man auf der Suche nach neuen Obstsorten, die mit den zu erwartenden Klimabedingungen besser zurechtkämen.

Für größere Artenvielfalt einsetzen

Neben all diesen Herausforderungen dürfe man aber nicht vergessen, die Öffentlichkeit und die Verbraucher auf dem Weg in die Zukunft des Obstbaus mitzunehmen. „Wir müssen etwas für das Image unseres Berufsstandes tun“, fand Boekels. Auch wenn Obstbauflächen eine größere Artenvielfalt aufwiesen als reine Ackerkulturen, könne man noch einiges tun, um in den Anlagen die Biodiversität zu steigern. Daher rief er alle Obstbauern dazu auf, Grünstreifen in ihre Anlagen zu integrieren, wo dies eben möglich sei. Auch wenn dadurch Nachteile für die Bewirtschaftung zu befürchten seien. „Aber auch alle anderen Maßnahmen, vom Steinhaufen bis zur Ansitzstange für Greifvögel sind wichtig. Wir fördern Nützlinge und Biodiversität in unseren Obstanlagen, direkt vor der Haustür der Verbraucher – ein wichtiges Argument, um diese vom Kauf regional erzeugten Obstes zu überzeugen.“ JOST

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Michael Kroeger: Bestätigung Wahlergebnis am 13.4.2026. Mark Geimer wird Stadtbürgermeister. Unterschrift Nutzungsvertrag Windkraft am 17.4.2026 durch den 1. Beigeordneten Werner Lahme. Die Vereidigung Mark Geimer als...
  • Mirko Walden: Es ging doch darum, dass nicht gewarnt wurde und die Lage nicht erkannt wurde. Ebenfalls wurden keine Maßnahmen umgesetzt. Was ist hierzu passiert? Was bringen neue Sirenen, wenn nicht evakuiert wird?...
  • Dieter Borrmann: Der landschaftlich großartige Weg unterhalb Brauselay über den Conder Kreuzweg nach Cond ist teils unbefestigt, teils sehr glatt, teils steil. Sehr gutes, rutschfestes Schuhwerk (Profilsohle) wird unbedingt angeraten.
Dauerauftrag Imageanzeige
Kirmes Polch
Anzeige Uhren Vintage
Praxis an neuem Standort
Kirmes in Löhndorf
Anzeige Reinigungskraft
Stellenanzeige Auszubildung zum/zur Umwelttechnologen/in
Anzeige KW 16
Titelanzeige
Kooperationsgeschäft
Empfohlene Artikel
Die aktuelle und die kommende Brunnenkönigin.
130

Bad Breisig. Während noch einige Gäste der Römerthermen ein Kaltgetränk genossen, fanden sich nach und nach Repräsentanten und bekannte Gesichter der Stadt Bad Breisig im Römer-Bistro ein, eine aufmerksame Spannung machte sich breit. Bürgermeister Marcel Caspers begrüßte die Anwesenden, darunter Vertreter der Kommunalpolitik, Sponsoren des Brunnenfestes, Mitglieder der Karnevalsgesellschaft und weitere...

Weiterlesen

Bereits jetzt freut sich Landrat Marko Boos, den MYK-Pokal zum ersten Mal an eine Gemeinde oder Stadt im Landkreis Mayen-Koblenz überreichen zu können. Wie der neue Preis genau aussieht, bleibt bis zur Verleihung allerdings noch ein gut gehütetes Geheimnis. Foto: Foto: Kreisverwaltung MYK/teilweise KI-generiert
34

Kreis MYK. Der Landkreis Mayen-Koblenz setzt ein starkes Zeichen für bürgerschaftliches Engagement: Erstmals wird im Jahr 2026 der MYK-Pokal verliehen. Mit dieser neuen Auszeichnung sollen Ortsgemeinden und Städte gewürdigt werden, die sich in besonderem Maße für das Gemeinwohl einsetzen und mit ihren Projekten eine nachhaltige Wirkung über die eigene Kommune hinaus entfalten.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Die Helfermannschaft mit dem neuen Spielhaus auf dem Hof der KiTa Immendorf. Foto: SCH
98

Verein Abenteuer Helfen e.V. erledigte einige Renovierungsarbeiten im Kindergarten St. Christophorus Immendorf und baute für die Kinder eine neue Spielhütte auf

Freizeit ist Helferzeit

Koblenz-Immendorf. Der Verein Abenteuer Helfen e.V. hat sich zur Aufgabe gestellt, mit kleinen und großen Aktionen zum Beispiel Kindertagesstätten, Jugendzentren, Tierheimen und Gnadenbrothöfen praktische Hilfe zu leisten. Hierbei ist das Ziel, organisatorische und handwerkliche Probleme für soziale Einrichtungen zu lösen.

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: pixabay.com
62

Nach mehreren Fällen von getöteten, verletzten oder verschwundenen Tieren liefert DNA-Untersuchung Klarheit

Kreis Altenkirchen/Kreis Neuwied: Mehrere Wolfsangriffe bestätigt

Kreis Altenkirchen/Kreis Neuwied. Am Mittwoch, dem 18.03.26 wurden im Rahmen eines Schadensfalls mit 3 toten, 2 verletzten und 1 verschwundenen Schafen aus dem Gemeindegebiet Mammelzen, Verbandsgemeinde Altenkirchen-Flammersfeld (Kreis Altenkirchen) DNA-Abstriche genommen und an das Senckenberg Institut zur Analyse überstellt. Bei der Untersuchung der Proben wurde als Ergebnis „Wolf“ mit dem Haplotyp HW01 - daher zugehörig zur Mitteleuropäischen Flachlandpopulation - nachgewiesen.

Weiterlesen

Das Feuer in einer Kleingartenanlage konnte von den Wehrleuten schnell gelöscht werden. Foto: Freiwillige Feuerwehr Königswinter
28

Rauchsäule wies den Feuerwehrleuten den Weg zum Einsatzort

17.04.: Feuer in Kleingartenanlage: Hütte stand in Vollbrand

Königswinter. Eine Rauchsäule wies den Einsatzkräften der Freiwilligen Feuerwehr Königswinter am Freitagabend den Weg zu einer brennenden Gartenhütte in Oberdollendorf. Das Feuer in einer Kleingartenanlage am Reihbäumer Weg konnte von den Wehrleuten schnell gelöscht und eine Ausdehnung auf Vegetation und andere Hütten in der Umgebung verhindert werden.

Weiterlesen

Dauerauftrag
Dauerauftrag 2026
Anzeige Haushaltsauflösungen und Ankauf
Imageanzeige
Holz Loth-Entsorgung
Dauerauftrag 2026
Kirmes Polch 2026
neue Heizung?
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Dachdecker (m/w/d)
Anzeige 35-jähriges Jubiläum
Anzeige Jaadeporz 2026
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Ausverkauf
Maibaumstellen Heimersheim
Maibaumstellen Heimersheim