Allgemeine Berichte | 17.10.2025, 13:10 Uhr

Innovatives Schlauchlining: Durchbruch in der Abwassertechnik

Koblenz setzt erstmals in Deutschland auf einzigartiges Rohrsanierungsverfahren

Der ausgehärtete Schlauchliner in der Druckleitung. Foto: Stadt Koblenz/Rasmus Fritsche
156

Koblenz. Erstmals wurde in Deutschland das innovative "Schlauchlining"-Verfahren zur Reparatur einer Abwasserdruckleitung eingesetzt. Die Stadtentwässerung Koblenz stand vor der dringenden Aufgabe, eine der drei Abwasserdruckleitungen im Schartwiesenweg zu sanieren.

Diese Leitungen wurden zusammen mit dem Moseldüker „Am Deutschen Eck“ und dem Mischwasserpumpwerk „Schartwiesenweg“ in den 1970er Jahren gebaut. Aufgrund einer Undichtigkeit auf Höhe des Campingplatzes war nur noch die größte der drei Leitungen betriebsfähig. Diese Hauptleitung transportiert etwa 70% des Abwassers vom Stadtgebiet rechts des Rheins und südlich der Mosel zum Klärwerk.

Der Schaden befand sich an einer Verbindungsstelle, etwa 18 Meter vom Pumpwerk entfernt, wo eine stark korrodierte Verbindungsmanschette undicht wurde.

Die drohende Gefahr, dass auch die anderen Leitungen undicht werden könnten, hätte die Abwasserentsorgung in großen Teilen gefährdet. Hans-Jörg Schulz, Sachgebietsleiter für den Kanalbetrieb, betonte die Komplexität der Planungen zur Abdichtung der Leitung. Besonders herausfordernd war die Form der Leitung – ein Spannbetonrohr mit gegenläufigem Krümmungsverlauf.

Das gewählte Sanierungssystem erwies sich als einzigartig in Deutschland. Ein mehrschichtiger, mit 2-Komponentenharz getränkter Gewebeschlauch der Firma Norditube Technologies SE wurde mittels Inversionsverfahren in das Rohr eingeführt und mit Wasserdampf ausgehärtet, wodurch ein neues "Rohr im Rohr" entstand. Diese Methode ersparte den kostenintensiven Neubau der Leitung.

Für die Arbeiten mussten der Schartwiesenweg und der Kammertsweg kurzzeitig gesperrt werden. Dort wurde der 120 Meter lange Schlauchliner mit Harz getränkt und zur Baustelle transportiert. Durch eine 60 cm große Öffnung wurde der Schlauchliner mit einem Durchmesser von etwa 80 cm in die Leitung eingeführt.

Nach der Entscheidung für den Schlauchliner musste ein geeignetes Unternehmen gefunden werden, das die Arbeiten unter den schwierigen Bedingungen durchführen konnte. Die Swietelsky-Faber GmbH aus Österreich, mit einer Niederlassung in Alzey, übernahm die Aufgabe. Baudezernent Prof. Dr. Andreas Lukas betonte, dass die direkte Beauftragung ohne Ausschreibung aufgrund der abstrakten Gefahrenlage erfolgte. Er lobte die Unterstützung der Stadtverwaltung und sprach dem Team vom Kanalbetrieb im Namen von Oberbürgermeister Langner seinen Dank aus. BA

Weitere Themen

Der ausgehärtete Schlauchliner in der Druckleitung. Foto: Stadt Koblenz/Rasmus Fritsche

BLICK aktuell bei Google bevorzugen
Erhalte mehr Inhalte von uns in deinen Google-Suchergebnissen.
Täglich exklusive Inhalte
Täglich exklusive Inhalte

Das digitale Magazin für Rhein, Ahr und Eifel — jeden Tag eine neue Ausgabe, optimiert fürs Smartphone.

  • 30 Tage gratis – inkl. E-Paper
  • Neue Ausgabe jeden Tag
  • Für unterwegs gemacht
Heutige Ausgabe lesen
Blick aktuell
Regio MAGAZIN

Bildergalerien
Dauerauftrag
Image Anzeige
Dauerauftrag 2026
Vorabrechnung, Nr. AF2026.000438.0, Oktober 2026
Herbstbunt in Bad Neuenahr-Ahrweiler
Titel 24H Notdienst
Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606 - Wärme B2B Q3 im Blick Koblenz
Heimat aktiv AW
Empfohlene Artikel
Ein Ring aus Texas-Eichen aus einer Baumschule am Niederrhein, die im Herbst eine kräftig rote Laubfärbung bekommen, wächst künftig auf dem Wallersheimer Kreisel.
0

Koblenz setzt auf die Zukunft und investiert in die Neupflanzung von 261 Bäumen bis zum Frühjahr 2027. Der Eigenbetrieb für Grünflächen- und Bestattungswesen plant, das Stadtgrün an verschiedenen Orten zu bereichern und aufzuwerten. Mehr dazu im RegioMAGAZIN.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
8006

Astrologische Vorschau für die KW 44: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 26. Oktober bis 1. November – Zwischen Neuanfang, Gefühlschaos und Erfolgsmomenten

Die Tage werden kürzer, die Abende gemütlicher und mit der Umstellung auf die Winterzeit am Sonntag, dem 25. Oktober, beginnt die dunklere Jahreszeit endgültig. Die zusätzliche Stunde Schlaf klingt verlockend, doch der veränderte Tagesrhythmus kann auch die Stimmung beeinflussen. In der Kalenderwoche 44 stehen die Zeichen auf Veränderung: Während in der Liebe längst überfällige Gespräche für Klarheit sorgen können, verlangen berufliche Herausforderungen nach Geduld und klugen Entscheidungen.

Weiterlesen