Allgemeine Berichte | 20.06.2018

Die Alter und Freie Herrlichkeit Erpel feiert vier Tage lang Johannes-Kirmes

Königswürde in Familienhand

Zum ersten Mal wurde auf dem Kirmesplatz am Bürgersaal in einem Festzelt gefeiert

Vor dem Neutor legten die beiden Königspaarebeim Festzug des Bürgervereins einen Zwischenstopp ein. Fotos: DL

Erpel. Mit dem Aufstellen ihres „Schwelles“-Kirmesmanns eröffneten die Erpeler Junggesellen am Freitagnachmittag die Johannes-Kirmes der Alten und Freien Herrlichkeit. Vom Vordach des Bürgersaals aus hatte der eine optimale Sicht auf den Festplatz, auf dem erstmals auch ein großes Kirmeszelt aufgebaut worden war, in dem am Abend dann traditionell die Junggesellen-Party startete.

Abgesehen von dieser Änderung standen auch dieses Jahr wieder unter anderem jede Menge Cocktails bei der Party zur Auswahl, die natürlich auch von älteren Erpelern nicht verschmäht wurden. Nach einem feucht-fröhlichen Start bis in die frühen Morgenstunden ging es dann erst am Samstagnachmittag wieder weiter mit dem Fahnenschenken um den Rheinland-Pfalz-Pokal, den Dominik Schwager, der als erster Schwenker in den kleinen Kreis treten musste, nach 2014 und 2016, erneut an den Fuß der Erpeler Ley holen wollte. Antreten musste er nicht nur gegen seinen Vereinskameraden Kevin Weber, sondern auch gegen zwei Unkeler Fähnriche, von denen Jan-Philipp Wallek nach einstimmigem Urteil der drei Juroren, Carsten Walbröhl sowie die beiden Erpelern Michael Dung und Alexander Hirzmann, den Pokal in die Kulturstadt am Rhein entführte.

Es wurde also nichts daraus, als Junggesellenkönig auch Pokalsieger zu werden, hatte Dominik Schwager doch drei Wochen zuvor mit dem 6. Schuss den Rumpf zu Fall gebracht, nachdem er sich zuvor bereits die Krone des Adlers gesichert hatte. Friederike Hirzmann hatte zunächst den linken, Daniel Simon der rechten Fuß abgeschossen. Kai Lukas Kessler hatte dann den linken Flügel, Vorjahreskönig Alexander Hirzmann das rechte Pendant zu Fall gebracht, während Selim Canan als „Schweifkönig“ den Kampf um die Königswürde frei gemacht hatte. Pünktlich ließen dann Hauptmann Alexander Hirzmann und Leutnant Selim Canan den Junggesellen-Königszug antreten, in dem sich natürlich neben Delegationen der übrigen Junggesellenvereinen aus der VG sowie den Freunden aus Bad Hönningen, Bengen und Selhof auch der Bürgerverein um den Vorsitzenden Martin Schäfer einreihte. Vom Tambourcorps zum Königshaus in der mit Fahnen und Wimpeln dekorierten Grabenstraße geführt, wurde dort zunächst der Bürgerkönig abgeholt, kein anderer als Andreas Schwager, dem neben seiner Königin Martina die Ehrenpaare Sandra Schürmann und Peter Kuck sowie Annette und Karel Harmsen zur Seite standen. Eigentlich hatte der Wahl-Erpeler aus den Niederlanden den Rosen-Umkränzten Zylinder des Bürgerkönigs im Visier gehabt, allerdings hatte er sich nach dem 209. Schuss geschlagen geben müssen. Zuvor hatte Marita Zinkel den linken Fuß zu Fall gebracht, während sich das rechte Gegenstück sich Susanne Bittner ergeben hatte. Auch den linken Flügel hatte mit Daniela Simon eine Schützin abgeschossen, bevor Udo Gramenz dem Adler die rechte Tragfläche geraubt hatte. Nordin Peters hatte sichdann die Königskrone gesichert, bevor Doris Hess den Schweif abgeschossen und damit den Weg für das eigentliche Königsschießen frei gemacht hatte.

Geduldig wartete Dominik Schwager mit seiner Königin Laurie Stirnberg, mit der er schon zwei Jahre zuvor eins der Ehrenpaare von Junggesellenkönig Kevin Weber gestellt hatte, in der „Hofburg“ auf die Rückkehr der Festgesellschaft von ihrem Rundgang durch den Ort. „Königszug – Stillgestanden! Links um!“, kommandierte Hauptmann Alexander Hirzmann, um dann den Königszug zum Regenerieren bei fürstlicher Bewirtung wegtreten zu lassen, in die auch die wachsenden Zahl der „Zaungäste“ einbezogen wurde. Entsprechend frenetisch laut war der Jubel, als sich die jungen Majestäten mit ihren Ehrenpaaren, Lydia Bockshecker und Christoph Wölwer sowie Frederike Hirzmann und Dennis Schmal, endlich zeigten und sich dann nach dem Fahnenschwenken der Fähnriche mit dem Königszug in Richtung Festzelt aufmachten.

Das war da noch nahezu menschenleer, während auf dem Kirmesplatz der große Auto-Scooter ebenso frequentiert wurde wie die Schießbude und das Dosenwerfen, der Losestand und das Kinderkarussell. Das änderte sich schlagartig, nachdem der Königszug in das Festzelt eingezogen war und die Fähnriche zum erneuten Schwenken antraten. Um ihre Fahnen drehten sich dann kurze Zeit später die jungen Majestäten im Dreivierteltakt zur Eröffnung des Königsball, bevor sie mit ihrer Festgesellschaft an der festlich geschmückten Königstafel zum Ehrenmahl Platz nahmen. So gestärkt fiel es ihnen leicht, die Nacht zum Tag werden zu lassen und noch lange nach dem traditionellen Mitternachtsschwenken bis in den frühen Morgen eine rauschende Ballnacht zu feiern.

Sonntag im Zeichen des Bürgerkönigs

Der Kirmessonntag stand dann ganz in Zeichen des Bürgerkönigspaares, das nach der von Günter Lülsdorf in Sankt Severinus zelebrierten Festmesse, angeführt vom Tambourcorps um Stabführer Dirk Richarz, durch das Neutor Richtung Festplatz marschierte, um in das Kirmeszelt einzuziehen, in dem bereits die Band „Black & White“ auf ihren Einsatz wartete. Zunächst begrüßte Martin Schäfer die zahlreichen Gäste, darunter neben dem Ehrenvorsitzenden Nikolaus Czeslik und Altbürgermeister Edgar Neustein natürlich dessen Nachfolgerin Cilly Adenauer sowie den 1. VG-Beigeordneten Heinz Schmitz, nicht zu vergessen die befreundeten Bürgervereine, allen voran den aus Orsberg oder auch „Hohenerpel“ um die Vorsitzende Beatrix Rosen. Erneut schwenkte dann der Erpeler Fähnrich Kevin Weber zu Ehren des Bürgerkönigspaares die Fahne, dem nicht nur Sohn Dominik die Schwenk-Ehre erwies, sondern auch seine Königin Laurie, bevor Alexander Hirzmann sitzend und liegend die Fahne schwenkte, um dann „Altmeister“ Michael Dung in das Schwenken einzubeziehen.

„Eigentlich hatte ich mir vorgestellt, so mit 70/75 Jahren um die Würde der Bürgerkönig zu kämpfen. Aber da ich mit meinem Sohn ausgemacht hatte, dass wir das möglichst gemeinsam machen und Dominik mit dem sechsten Schuss den Rumpf zu Fall gebracht hatte, musste ich ja wohl nachziehen“, berichtete Andreas Schwager. Da er damit Karel Harmsens Pläne durchkreuzt habe, der eigentlich dran gewesen wäre, habe er diesem nun Gelegenheit gegeben, zusammen mit seiner Ehefrau Annette als Ehrenpaar schon einmal für 2019 zu üben. „Es war eine gute Entscheidung, wieder ein Zelt auf dem Kirmesplatz aufzubauen, wie sich gestern Abend gezeigt hat. Jetzt kann ich nur hoffen, dass sich das auch rechnet“, so der König als Vorsitzender des AEV, der bei den Vorbereitungen ohne ihn habe auskommen müssen. „Du warst ja schon unser Prinzgemahl und unser Prinz. Jetzt bist du sogar König. Wo soll das bei einer solchen Steigerung denn noch enden“, ulkte Cilly Adenauer, bevor Andreas und Martina Schwager den Königswalzer rund um die Fahnen der Vereine tanzte und damit den Kirmesball des Bürgervereins eröffneten. In dessen Verlauf ehrte Martin Schäfer nach der Auszeichnung der erfolgreichen Pfänderschützen Günter Witten für 25-jährige Vereinsmitgliedschaft, um dann den Ehrenvorsitzenden Niko Czeslik sowie Ludwig Dix und Friedel Witten für ihre 50-jährige Treue zum Verein zu Ehrenmitgliedern zu ernennen. DL

Der Samstagabend stand ganz im Zeichen desJunggesellenkönigspaares, Dominik Schwager und Laurie Stirnberg.

Der Samstagabend stand ganz im Zeichen des Junggesellenkönigspaares, Dominik Schwager und Laurie Stirnberg.

Die Könige Dominik und Andreas Schwager,eröffneten mit ihren Königinnen den Kirmesball

Die Könige Dominik und Andreas Schwager, eröffneten mit ihren Königinnen den Kirmesball

Vor dem Neutor legten die beiden Königspaare beim Festzug des Bürgervereins einen Zwischenstopp ein. Fotos: DL

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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