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Krahnenberg-Kaserne lud mit Stadt Andernach zu „Wintervortrag“ ein

Körper und Geist profitieren von sportlicher Aktivität

Mit dem Chef des Instituts für Präventivmedizin Dieter Leyk konnte ein hochkarätiger Referent gewonnen werden

26.01.2019 - 03:00

Andernach. Am 20. Januar 1956 begrüßte der damalige Bundeskanzler Konrad Adenauer die ersten Soldaten der neu gegründeten Bundeswehr in der heutigen Krahnenberg-Kaserne in Andernach. Für die „Wiege der Bundeswehr“, so die liebevolle Bezeichnung des historischen Ortes und der Name des Fördervereins, der dort eine militärgeschichtliche Sammlung zusammengestellt hat und betreut, ist es mittlerweile Tradition, im Monat des Jahrestags in Zusammenarbeit mit der Stadt Andernach zu einem „Wintervortrag“ einzuladen. Oberbürgermeister Achim Hütten konnte dazu in der vergangenen Woche im Historischen Rathaus rund vierzig geladene Gäste und als Referenten den Sportmediziner und Sportwissenschaftler Prof. Dr. Dr. Dieter Leyk begrüßen. Der Oberstarzt, der seit 2017 das im gleichen Jahr in der Kaserne aufgestellte Institut für Präventivmedizin der Bundeswehr leitet, referierte zum Thema „Bewegung und Sport: Elixier des Lebens“.


Es ist nie zu spät, etwas für die Fitness zu tun


Das Institut für Präventivmedizin ist die zentrale Forschungseinrichtung der Bundeswehr für Prävention, Gesundheits- und Leistungsförderung sowie Gesundheitsinformationen. So erklärt sich der Zusammenhang mit dem medienunterstützten Referat des Offiziers und Professors der Deutschen Sporthochschule Köln. Kurzweilig und im Austausch mit seinem Auditorium beleuchtete Dieter Leyk unter anderem die Entwicklung der globalen Lebenserwartung, die drastische Reduktion von Bewegung, einhergehend mit einem Nahrungsüberfluss in den reichen Ländern, und die daraus resultierenden chronischen Erkrankungen aufgrund von Übergewicht und Bewegungsmangel. Die Zuhörer zeigten sich überrascht von den Erkenntnissen, dass der Mensch unserer Zivilisation täglich durchschnittlich nur 400 Meter zurücklegt, während es vor 100 Jahren noch 20 Kilometer waren. Oder dass in Deutschland der Wertschöpfungsausfall durch kranke Arbeitnehmer sich auf etwa neun Prozent des Bruttoinlandsprodukts beläuft. Leyk verdeutlichte auch die Wichtigkeit der Ausgewogenheit von Tätigkeiten/Aktivitäten und der aufgenommenen Energie (Kalorien pro Tag). Er widersprach denen, die meinen, im Alter hätten Menschen eine generell schlechte körperliche Verfassung. Anhand von Beispielen belegte er, dass die Spannweite der körperlichen Leistungsfähigkeit mit dem Alter zunimmt, jedoch die Ausdauerleistung ab dem 30. Lebensjahr jährlich um ein Prozent abnimmt. Wissenschaftlich belegt sei, dass die Interaktion von Körper und Geist positiv auf Krankheitsbilder wie Depression, Demenz und posttraumatische Belastungsstörungen wirkt. „Für Bewegung und Sport ist es nie zu spät. Schon wenig hilft viel, und Körper und Geist profitieren davon. Finden Sie ihren persönlichen Weg!“, so der Schlussappell des heutigen Freizeitsportlers und ehemaligen Handballers und Trainers (unter anderem Bayer Dormagen, Bayer Leverkusen, Eintracht Minden) Leyk, der mit verstohlenem Blick auf die Uhr noch rechtzeitig den Beginn des spannenden Handball-WM-Spiels Kroatien-Deutschland erleben durfte. Das Spiel, das die deutsche Mannschaft mit knappem Ergebnis ins Halbfinale brachte, konnten sich sportbegeisterte Gäste im Anschluss bei einem Umtrunk noch vor Ort ansehen.

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