Allgemeine Berichte | 20.04.2016

Mülheim-Kärlicher Kolpinger waren zu Besuch in den Kärlicher Tonwerken

Kolpinger aus Mülheim-Kärlich waren dem „Ton auf der Spur“

Kolpinger aus Mülheim-Kärlich mit Geschäftsführer Wolfgang Mannheim vor dem rechts gelagerten Kärlicher Blauton. Oswald Senner

Mülheim-Kärlich. Schon die Römer bauten in unserer Region Ton ab und unterhielten in der Gemarkung „Am Guten Mann“, unmittelbar am Rhein mehrere Brennöfen, die nachweislich im Jahre 1897 entdeckt und in den Jahren 1974/1975 wissenschaftlich ausgegraben wurden. In diesen Brennöfen neben einer römischen Siedlung wurden Keramikwaren aller Art geformt und gebrannt, mit denen die Römer entlang des Limes und über die angrenzenden Wasserstraßen einen schwunghaften Handel trieben. Was man heute aus Kärlicher Ton macht, darüber informierte der Geschäftsführer der Kärlicher Ton- und Schamottewerke, Wolfgang Mannheim vor Ort in der Fabrik im Stadtteil Urmitz/Bahnhof. Seit 1867 baut die Familie heute in der fünften Generation vorwiegend hochwertigen tertiären blauen und den tiefer liegenden grünen Ton ab. Die Farbgebung ergibt sich aus der unterschiedlichen Zusammensetzung der verwitterten Bestandteile. In der Fabrik wird der Ton getrocknet, überwiegend zu Tonmehl verarbeitet und weltweit vermarktet, zum Beispiel für Bleistiftminen der Firma Faber-Castell. „Kärlicher Kachelöfen“ waren ab 1980 für eine gewisse Zeit eine besondere Spezialität. Fertigteile werden heute nur noch für spezielle feuer- und hitzebeständige Produkte hergestellt. Der über dem Ton liegende eiszeitlichen Lößboden wird für die Herstellung von Heilerde verwendet. Während anfangs Ton noch in sogenannten „Glockenschächten“ abgebaut wurde, ging man schon ab 1896 auch aus sicherheitstechnischen Gründen in den Tagebau über. 70 m hoch ist die Tonlage. Bis 1964 wurde der Ton vom Kärlicher Berg in einer Seilbahn über circa drei Kilometer zur Verarbeitung nach Urmitz/Bahnhof verfrachtet und von dort verschifft. Reste einer Station in Form von Bodenfundamenten sind heute noch in einer Überquerung der Weißenthurmer Straße zu sehen. Entscheidend durch die Mechanisierung verändert hat sich im Laufe der Zeit auch die Zahl der Mitarbeiter. Das Stechen der Tonschollen war eine körperlich schwere Arbeit und wurde wie auch andere Arbeiten bis heute durch automatisierte Arbeitsvorgänge ersetzt. Noch heute wird der blaue Ton, wenn er gebrannt wird, zu einem gelben bis roten Produkt. Das passierte genau so mit den Tonwaren, die die Römer vor 2000 Jahren produzierten, wie Ausstellungsstück im Stadtmuseum Mülheim-Kärlich beweisen.

Kolpinger aus Mülheim-Kärlich mit Geschäftsführer Wolfgang Mannheim vor dem rechts gelagerten Kärlicher Blauton. Foto: Oswald Senner

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  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

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