Theatergruppe Lampenfieber erheitert Besucher in der Klieburghalle in Wassenach
Komödie „Das Mumien-Trödel-Trauma“ sorgt für Lachsalven
Wassenach. Zwei Jahre lang musste die Wassenacher Theatergruppe „Lampenfieber“ durch die Coronapandemie ihre Bühnenaktivitäten pausieren lassen. Umso erfreuter war man, dass jetzt wieder der Vorhang aufgehen konnte. Mit der Komödie in drei Akten „Das Mumien-Trödel-Trauma“ von Carsten Lögering startete die Theatergruppe jetzt in die diesjährige Theatersaison in Wassenach. Die Besucher wurden nicht enttäuscht und kamen aus dem Lachen nicht heraus. Das Ensemble zeigte sich auch in diesem Jahr aufs Beste vorbereitet und lief gleich zur Höchstform auf.
Erneut hatte man mit der Auswahl des Stückes und der Besetzung der einzelnen Rollen eine glückliche Hand bewiesen. Das Ensemble, das dieses Jahr unter der Regie von Oliver Lange und Melanie Decker agierte und bereits seit Anfang des Jahres fleißig probte, zeigte sich in Hochform. Bis auf die Rolle des verträumten und erfolglosen Trödel- und Antiquitätenhändlers aus Leidenschaft Waldemar „Waldi“ Zimmerschiet (Werner Willems) und dem neugierigen, nervigen Tratschweib aus der Nachbarschaft Tilda Timmel (Melanie Decker) hat man wieder alle Rollen doppelt besetzt, um beispielsweise gegen krankheitsbedingte Ausfälle gewappnet zu sein. Alljährlich ist der größte Erfolg der Truppe, wenn sie nach vielen Proben mit den Zuschauern von Nah und Fern ein paar frohe und unterhaltsame Stunden verbringen kann. Die Vorsitzende Rita Friedrich konnte das in froher Erwartung in der Klieburghalle harrende Premierenpublikum begrüßen und wünschte allen Besuchern einen unterhaltsamen Abend bei dem turbulenten Geschehen auf der Bühne. Hier bildete der liebevoll eingerichtete Trödelladen von „Waldi“ Zimmerschiet die Kulisse für das Geschehen. Es folgte eine Komödie, bei der zur Erheiterung der Zuschauer insbesondere Trödelhändler „Waldi“ Zimmerschiet an den Rand der Verzweiflung getrieben wurde.
Waldemar „Waldi“ Zimmerschiet besitzt zum Leidwesen seiner Ehefrau Helene (Sonja Perscheid) keinerlei Geschäftssinn. Seine Sammelleidenschaft treibt beide an den Rand der Insolvenz, da „Waldi“ sich auch ungern von seinen Sammelstücken trennt. Dazu taucht unerwartet der zwielichtige Kunsthändler Achim Berger (Kevin Junk) auf, der sich später als intriganter Hochstapler und skrupelloser Kunsthändler erweist. Berger vermutet in Waldis Trödelsortiment einen wertvollen Original-Picasso. Er versucht, Waldis finanzielle Schieflage auszunutzen und ihn um das Kunstwerk zu bringen. Wüsste „Waldi“, welcher Schatz hinter dem Bild von „Opa Herbert“ steckt, den er immer wieder flehend anruft, wäre er alle seine Sorgen los. Doch so weint er sich an der Schulter seines besten Freundes, dem Landwirt Kalle Krümpel (Martin Linder) über seine finanzielle Lage aus, wovon die beiden Schwestern Tilda Timmel (Melanie Decker) und Thea Timmel (Jutta Garling) erfahren und mit ihrem Tratsch dafür sorgen, dass der ganze Ort dies erfährt. Als schließlich Helene ihren „Waldi“ zum Aufräumen zwingen möchte, wird es ziemlich turbulent. „Waldi“ überlässt das Aufräumen mit dem Spruch „Ich bin der Herr im Haus. Ich kann tun, was meine Frau will“, seinem Kumpel Kalle Krümpel, der aufgrund seiner Unkenntnis für die ein oder andere unliebsame Entrümplung sorgt. Schließlich entdecken die beiden in einer alten Holzkiste eine echte Mumie. Sofort wittert „Waldi“ das große Geschäft und will fortan seinen Trödelladen als Museum umbauen, um mit den Eintrittsgeldern seine Zukunft zu sichern. Dies wiederum will Berger verhindern und stiehlt die echte Mumie. Nun soll die treudoofe und naive Assistentin Emma Schmidt (Lisa Duffy) – als verkleidete Mumie – in der Kiste „Waldi“ aushorchen und sich heimlich im Laden nach dem Picasso umschauen. Als sie jedoch ihrer Leidenschaft für Eierlikör und Gummibärchen freien Lauf lässt, treibt sich langsam, aber sicher „Waldi“ an den Rand der Verzweiflung. Der ständige Wechsel zwischen echter Mumie und „lebender Mumie“ lassen die stinkfaule Dorfpolizistin Lara Lehmann (Annika Lythje) und Helenes Vater, den Psychologen Leonhard Scheinheiler (Egon Adams) zu Hilfe eilen. Als sich das ganze kriminell zuspitzt, sorgt ein Besuch von Kumpel Kalle schließlich zur Überwältigung des skrupellosen Hochstaplers Berger und alles geht ohne Schaden über die Bühne. Dass der Picasso hinter dem Bild von „Opa Herbert“ unentdeckt bleibt, spielt dabei keine Rolle mehr. Eine witzige und unterhaltsame Komödie, die jedem zu empfehlen ist und bei der auch ein paar „rustikale Vokabeln“ nicht fehlen durften. Die gelungene Premierenvorstellung wurde mit viel Applaus bedacht. Besonderen Applaus gab es für die Regisseure Oliver Lange und Melanie Decker.
Bei den weiteren Vorstellungen kommen noch im Wechsel der Besetzung der Premierenvorstellung zum Einsatz: Renate Erler (als Helene Zimmerschiet), Klaus Erler (als Kalle Krümpel), Oliver Lange (als Achim Berger), Christel Rossel ( als Emma Schmidt), Martina Jesse (als Thea Timmel), Rita Friedrich (als Lara Lehmann) und Alfred Scharrenbach (als Leonhard Scheinheiler).
Im Anschluss an die erfolgreiche Premierenvorstellung verweilte man noch im Foyer der Klieburghalle und feierte die erfolgreiche Premiere. Bereits zu Beginn der Veranstaltung hatte man der Theatergruppe „Eintracht Dernau“ einen Scheck in Höhe von 500 Euro an deren Vorsitzenden Udo Sebastian überreicht. Auch der Verkauf von ausgestelltem Trödel wie auch der Bühnendekoration soll an die Theatergruppe Dernau gehen, wie auch der Erlös aus dem Spendenschwein, das im Foyer der Klieburghalle aufgestellt war.
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Rita Friedrich überreicht Udo Sebastian den Spendenscheck über 500,00 Euro.
„Waldi“muss sich im Beisein (v. li.) seiner Ehefrau Helene, den beiden Schwestern Tilda und Thea Timmel von Leonhard Scheinheiler auf seine Psyche untersuchen lassen.
