Allgemeine Berichte | 04.09.2020, 11:53 Uhr

Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz

Kompetente Hilfe in schwierigen Zeiten

Video-Sprechstunden und Online-Gruppenangebote stellen Unterstützungsleistungen für Betroffene und Angehörige trotz Corona-Pandemie sicher

Rheinland-Pfalz. Individuelle Beratung vornehmlich im Vis-à-vis-Gespräch, geschützter Austausch in Gruppentreffen mit Menschen, die Ähnliches erlebt haben bzw. gerade durch machen oder praktische Unterstützung in Form von Workshops in Kursen – mit diesen Leistungen ist die Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz seit vielen Jahren für diejenigen da, die durch die Diagnose Krebs von einem Tag auf den anderen aus der Bahn geworfen wurden. Mit der Corona-Pandemie kam gerade für diese Personengruppe eine weitere enorme Belastung hinzu – und zeitgleich konnten die Beratungskräfte der Krebsgesellschaft nicht wie bisher gewohnt für Betroffene und ihre Familien da sein.

Seit Mitte Mai können Ratsuchende zusätzlich zur Beratung per Telefon und E-Mail auch über eine datenschutzrechtlich abgesicherte Video-Plattform mit den PsychoonkologInnen der Krebsgesellschaft in Kontakt treten, um offene Fragen zu klären oder gemeinsam Wege zur Bewältigung der aktuellen Krise zu entwickeln.

„Die Corona-Pandemie mit den entsprechenden Kontaktbeschränkungen hat dazu geführt, dass digitale Lösungen in den Focus gerückt sind. Insbesondere Videosprechstunden, wie sie jetzt die Krebsgesellschaft anbietet, sind ein wichtiger Baustein, um den Kontakt mit Betroffenen aufrecht zu erhalten. Deshalb freuen wir uns sehr, dass wir das Angebot der Krebsgesellschaft, im Rahmen der Selbsthilfeprojektförderung, unterstützen können“, sagt Jörn Simon, Leiter der TK-Landesvertretung Rheinland-Pfalz.

„Die Online-Beratung wird in allen vier Beratungszentren von jedem unserer Beratungskräfte angeboten“, erläutert Dr. Thomas Schopperth, Geschäftsführer der Krebsgesellschaft RLP. Bestehende Kontakte zu vertrauten Ansprechpartnern müssen also nicht neu geknüpft, sondern können einfach in digitaler, aber dennoch persönlicher Form fortgesetzt werden, wie der Geschäftsführer der Krebsgesellschaft Rheinland-Pfalz betont. Noch sei es zu früh, um statistisch belastbare Aussagen zur Nutzung dieses neuen Beratungsformats zu treffen. Doch die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Video-Sprechstunde zunehmend auch bei Erstkontakten genutzt werde. Insgesamt spielen die generelle Aufgeschlossenheit gegenüber dieser Kommunikationsform, ein geübter Umgang mit der entsprechenden Technik und letztlich auch die nötige Infrastruktur die ausschlaggebende Rolle.

Natürlich musste zunächst eine allen Ansprüchen gerecht werdende Software ausgesucht, Lizenzen gekauft, in allen Beratungszentren die technischen Voraussetzungen geschaffen, und die MitarbeiterInnen entsprechend geschult werden. Auch war gezielte Kommunikation nötig, um sowohl bestehende Klienten als auch potenzielle Ratsuchende auf die neue Beratungsmöglichkeit hinzuweisen – und dabei zumindest anfangs auch das ein oder andere Bedenken gegenüber der ungewohnten Gesprächsform abgebaut werden. „Unter dem Strich haben in den letzten drei Monaten bislang 70 Online-Beratungen stattgefunden“, zeigt sich Schopperth zufrieden. Das Themenspektrum entspreche den Anliegen, die auch in der Präsenz- oder Telefonberatung geäußert werden. Auch der Anteil von Frauen und Männern unter den Ratsuchenden verhält sich ähnlich wie im Vor-Ort-Setting. Diejenigen, die das Online-Angebot genutzt haben, waren in der Regel sehr zufrieden und wissen es zu schätzen, dass ihnen als besondere Risikogruppe in Corona-Zeiten diese Möglichkeit eröffnet werden konnte.

Weniger technik-affine und häufig auch ältere Menschen geben allerdings weiterhin eher einem Telefonat oder einer Vis-à-vis-Beratung den Vorzug – obwohl die Akzeptanz von digitalen Angeboten wie Videotelefonie auch in dieser Zielgruppe inzwischen deutlich gestiegen ist. Laut einer im Auftrag der TK im Mai 2020 durchgeführten repräsentativen Forsa-Umfrage unter Bundesbürgern ab 18 Jahren gab selbst in der Bevölkerungsgruppe 70 plus fast jeder Dritte (29 Prozent der Befragten) an, dass er seinen Arzt per Online-Sprechstunde konsultieren würde – während es im Dezember 2019 gerade mal 13 Prozent waren. Hauptargumente der „Video-Befürworter“ sind der Studie zufolge mit 78 Prozent die Zeitersparnis - sogar noch vor der Vermeidung des Infektionsrisikos durch eine persönliche Begegnung (71 Prozent).

„Wir sind sehr froh, dass wir seit Kurzem in bestimmten Situationen auch wieder Präsenzberatungen anbieten können – selbstverständlich unter der Einhaltung eines umfassenden Hygienekonzeptes“, ergänzt der Geschäftsführer. Doch auch unabhängig von Corona möchte die Krebsgesellschaft weiterhin an der Video-Beratung als wichtige Ergänzung ihres Portfolios festhalten. Gerade in einem Flächenland wie Rheinland-Pfalz können sie dauerhaft einen wertvollen Beitrag dazu leisten, dass Menschen, die nicht in der näheren Umgebung eines Beratungszentrums wohnen oder aufgrund ihrer belasteten Situation keine anstrengenden, zusätzlichen Wege zurücklegen möchten, dennoch von persönlicher Beratung und dem Austausch profitieren.

Deshalb wurden und werden neben der Video-Sprechstunde weitere Online-Formate wie Gruppenangebote und Kurse getestet – mit teilweise recht unterschiedlicher Resonanz: Während etwa die Online-Supervision für Selbsthilfegruppen, ein virtueller Yoga-Kurs für Betroffene oder der digitale Austausch in Selbsthilfegruppen und einer Fatigue-Gruppe sehr gut angekommen sind, gibt es auch Angebote, die derzeit noch pausieren, weil die jeweiligen Leitungen und Teilnehmer lieber weiter abwarten möchten, bis auch solche Treffen wieder in Präsenzform stattfinden können.

Unabhängig davon wird die Krebsgesellschaft ihre Online-Angebote in den kommenden Wochen und Monaten kontinuierlich weiter ausbauen. Bereits in der Planung sind ein Atem-Kurs, eine weitere Fatigue-Gruppe sowie eine Vortragsreihe zu medizinischen, psychoonkologischen und sozialrechtlichen Themen.

Pressemitteilung

Krebsgesellschaft

Rheinland-Pfalz e.V.

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