„Projektchor Japan“ auf großer Konzerttour in Japan
Konnishiwa Nippon
Rheinbach. „Projektchor Japan“ – das sind : Sängerinnen aus Hürth, Kerpen und Rheinbach. Als die gemeinsame Chorleiterin Kimiko Bernhöft den Wunschtraum äußerte einmal in ihrem Heimatland zu singen, war die Resonanz groß. Dann ging es an die Planung. Zwei Jahre lang wurden Kontakte geknüpft, Termine und Routen festgelegt und natürlich in zahlreichen Proben für die Konzerte geübt: Schumannn, Brahms, eine Messe, Kunst- und Volkslieder und sogar japanische Lieder.
Der Chor kam gegen Morgen im Land der aufgehenden Sonne an, zeitmäßig etwas aus dem Takt, aber sehr gespannt auf alles Neue. Vieles prasselte auf die Sängerinnen ein. Tokio: ein Steinmoloch. Zwischen den Wolkenkratzern wuseln wie Ameisen schwarz gekleidete Gestalten, die zur Arbeit streben. Buchstäblich niemand ist ohne sein Smartphone oder Tablet unterwegs. In Asakusa bewunderten sie die erste Tempelanlage und sind erschlagen von dem Gedrängel zwischen den Souvenirläden. Der Wohnsitz des Kaisers ist für die Öffentlichkeit nicht zugänglich, sie erhaschen nur einen Blick in den Garten. Vom Gebäude der Metropolitan Government Offices in Shinjuku hatte der Chor eine fantastische Aussicht über diese Riesenstadt. Praktischerweise wohnten sie direkt daneben und gingen sofort in den Straßen mit ihren zahlreichen Lokalen.
Fünf Konzerte in Japan
Fünf Konzerte waren für die deutschen Chormitglieder vorgesehen. Sie traten zusammen mit anderen Chören auf und sangen auch gemeinsame Lieder in Deutsch oder Japanisch. Die Solosopranistin Yuriko Bernhöft bezauberte die Menschen regelrecht. Überall wurden den Deutschen mit erwartungsvoller Vorfreude und überschwänglichem Dank begegnet. Sie wurden nach den Auftritten zum Essen eingeladen, bei dem auch immer noch gemeinsam oder im Wechsel gesungen wurde. In der Kanda-Kirche war auch der Männerchor der Tokioer Universität dabei. Den hat „Kimiko“, wie sie von den alten Weggefährten liebevoll genannt wurde, als junge Pianistin begleitet.
Es gab auch viel zu sehen
An den konzertfreien Tagen versuchten die Sängerinnen, so viel wie möglich an Sehenswürdigkeiten mitzubekommen. Es gab wunderbare Tempelanlagen und Schreine zu besichtigen, wo auch die diversen Glücksriten vollzogen wurden. Als sie den Kinkaku-ji, den goldenen Pavillon erblickten, ging ein Raunen los. Er liegt inmitten einer in vollendeter Harmonie gestalteten Parkanlage. Aber auch der Ryoan-ji, ein Tempel mit Zen-Garten, viel bescheidener anzusehen, faszinierte mit seinen wie verstreut liegenden 15 Felsen. Jeder sollte sich selbst Gedanken über die Bedeutung machen. In Nara erwartete die Reisegruppe der große Buddha – und zahlreiche recht aufdringliche Rehe, die um Nahrung bettelten. Früher galten sie als Abgesandte des Himmels, deswegen dürfen sie frei herumlaufen.
Fahrt mit dem Shinkansen
Ein besonderes Erlebnis war die Fahrt mit dem Shinkansen nach Osaka, der die Rheinländerinnen blitzschnell und luxuriös zum Ziel brachte. Reiseleiter Nakamura gab den Damen den Tipp, um 10.48 Uhr hätten sie den besten Blick auf den Fujijama – stimmte. Der Chor wohnte diesmal in einem traditionellen Hotel mit Futons. Das Essen mit den japanischen Gastgebern findet im Kimono statt: roher Fisch, in Öl gebackenes Tempura, am Tisch zubereitete Suppe und viele Köstlichkeiten eher unbekannter Art. Auch das Hantieren mit den ungewohnten Stäbchen klappte immer besser. Danach wartete der Onsen, das japanische Bad auf die Damen. Frisch gewaschen hockten sie bei Vollmond im heißen Wasser und entspannten.
In Kyoto endete die Reise. Die Sängerinnen wohnten am Bahnhof, der durch seine moderne Architektur überwältigte. Vom Kyoto-Tower gegenüber hatten sie einen wunderbaren Blick über die Stadt und auf die Berge. Einige besuchten das Geishaviertel, andere schlenderten durch einen Bambuswald oder ließen sich in einer Art Gondel durch den Fluss staken. Am letzten Morgen begleitet Herr Nakamura die Gruppe bis zum Flieger in Osaka und dort standen auch Chorfrauen, die mit dem deutschen Chor gesungen haben und verabschiedeten sie mit einem Banner: „Deutschland – Japan – Freundschaft – Ewigkeit“. Eine unvergessliche Reise für die Damen, auf der sie unglaublich freundlichen Menschen begegnet sind.
Die Sängerinnen wurden mit einem Banner verabschiedet. Foto: Picasa
Was Japaner doch Leckeres essen. Foto: Picasa
Echt japanisch. Foto: Picasa
Warten auf den Auftritt. Foto: Picasa
