Allgemeine Berichte | 09.04.2019, 11:32 Uhr

Kammermusikalische Sternstunde in der Villa Bellestate

Konstantin Bruns erhielt den Villa Musica Stern 2019

Der Nachwuchs-Cellist Konstantin Bruns präsentierte eine erlesene Auswahl osteuropäischer Duo-Kompositionen der Romantik und der klassischen Moderne. Foto: privat
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Grafschaft. Dem Nachwuchs-Cellisten Konstantin Bruns wurde in der Villa Bellestate bei einer sehr gut besuchten Kammermusik-Matinee der „Villa Musica Stern 2019“ durch Barbara Harnischfeger, Vorsitzende des „Vereins der Freunde der Villa Musica e.V.“ überreicht. Eingebettet war die mit 3.000 Euro dotierte Auszeichnung in eine Kammermusik-Matinee der Extraklasse. Erst 18 Monate liegt es zurück, dass Konstantin Bruns im Rahmen der Villa-Musica-Konzerte in Grafschaft-Holzweiler musikalischer Gast des Grafschafter Kunstvereins und seiner Vorsitzenden Prof. Dr. Gisela Maerker-Alzer war. Damals war von dem „erstaunlichen Konstantin Bruns“ zu lesen, von „Cello-Passagen voll innigem Glanz, einer „kammermusikalischen Sternstunde“ und „herbstlichem Glanzpunkt im regionalen Musikleben“. Inzwischen hat sich die Kunde von dem außerordentlich begabten Nachwuchs-Talent weiter verbreitet. Dadurch fanden sich jetzt sogar einige Berufskollegen des inzwischen in Berlin ansässigen Magdeburgers in Holzweiler ein, um ihn einmal live zu erleben. Sie kamen ebenso wie das Stammpublikum und die Klientel des von Barbara Harnischfeger umsichtig betreuten „Vereins der Freunde der Villa Musica e.V.“ voll und ganz auf ihre Kosten. Begleitet von dem ebenfalls 1993 geborenen und mit zahlreichen internationalen Preisen ausgezeichneten Pianisten Kenji Miura gab es eine erlesene Auswahl osteuropäischer Duo-Kompositionen der Romantik und der klassischen Moderne zu hören. Zentrales Werk der ersten Programmhälfte war Sergej Prokofjews Sonate C-Dur, Opus 119. Das komplexe, dem historischen Cello-Star Mstislav Rostropowitsch zugeeignete Werk öffnet mit der für den Komponisten typischen Doppelbödigkeit und Raffinesse eine weite emotionale Bandbreite zwischen dem leidenschaftlichen Kopfsatz, geht über in den ergreifenden Gesang des Mittelsatzes mit seinen stählern anmutenden alla marcia Motiven und endet mit zarter tänzerischer Empathie und demonstrativen Überoptimismus im Schlusssatz. Eingerahmt wurde dieses hochemotionale Werk von „Podhádka“ (Märchen) des Tschechen Leoš Janácek sowie „Waldesruhe“ Opus 68 Nr. 5 seines Landsmannes Antonín Dvorák. Große Begeisterung herrschte bei den 110 Besucherinnen und Besuchern auch nach der Pause, als Bruns und Miura Dmitri Schostakowitschs „Sonate d-Moll, op. 40“ spielten. Diese frühe, einer nicht näher bekannten „Tatjana“ gewidmeten Cellosonate ist eines der liebe- und lichtvollsten Werke des sowjetischen Meisterkomponisten. Mit ihrer jugendlichen, unmittelbar begeisternden Ausstrahlung leitete diese Musik idealtypisch zur Verleihung des „Villa Musica Sterns 2019“ an Bruns über. Barbara Harnischfeger gestaltete diesen Akt wie ein unterhaltsames kleines Interview. Der Geehrte gab über persönliche Fragen Auskunft, über seine Preise und Auszeichnungen, seine Teilnahme an der Orchesterakademie des Rundfunksinfonieorchesters Berlin und seinen Dirigenten Vladimir Jurowski, die eigenen Berufsaussichten und sogar die Berufe seiner Eltern. Zum Abschluss gab es mit Bohuslav Martinus „Rossini-Variationen“ ein weiteres Werk eines tschechischen Komponisten zu hören. Es schlug den Bogen zum Programmanfang, und zugleich verband es die beiden Musikepochen dieses außergewöhnlichen Programms. Die Freude des Publikums wetteiferte mit dem strahlenden Sonnenschein eines der ersten schönen Frühlingstage. Das nächste Konzert findet am 7. Juli statt, mit dem Eliot-Quartett, dem Preisträger des Deutschen Musikwettbewerbs.

Der Nachwuchs-Cellist Konstantin Bruns präsentierte eine erlesene Auswahl osteuropäischer Duo-Kompositionen der Romantik und der klassischen Moderne. Foto: privat

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