Evangelische Kirche Koblenz-Pfaffendorf
Konzert Koblenzer Komponisten
Eine gelungene Mischung bekannter und selten aufgeführter Werke
Koblenz. Zu einem Konzert „Koblenzer Komponisten“ mit Elisabeth Grandjean (Sopran), Klaus Büschler (Oboe), Stephanie Lichtmeß (Violine) und Thomas Schwarz (Klavier) hatte die evangelische Kirchengemeinde Koblenz-Pfaffendorf eingeladen. Dabei erlebten die begeisterten Besucher eine gelungene Mischung bekannter und selten aufgeführter Werke.
Das erste Concertino F-dur für Oboe des 1791 in Koblenz geborenen Peter Joseph von Lindpaintner war ein Bravourstück für Klaus Büschler, der die virtuosen Verzierungen des ersten Satzes den lyrische Passagen des Andantino entgegensetzte, bevor er sich im Scherzando des letzten Satzes bis zu seinem fulminanten Schluss noch weiter steigerte, wofür er zu Recht mit Bravorufen bedacht wurde. Ebenfalls zu einem ungewohnten Klangerlebnis wurde das von Klaus Büschler vorgetragene Albumblatt C-dur von Engelbert Humperdinck dank dem warmen Klang seiner Oboe.
Sopranistin Elisabeth Grandjean widmete sich u. a. mehreren Liedern von Felix Mendelssohn und Johannes Brahms, dessen Vergebliches Ständchen durch die lebhafte Gestaltung besonders in Erinnerung bleibt. In Engelbert Humperdincks Rheinlied dominierte sodann der volksliedhafte Charakter, während sein stimmungsvolles „An die Nachtigall“ von der lautmalerischen Begleitung des Klaviers getragen wurde. Vor allem gefiel sie in dem Lied „Sehnsucht“ des 1792 in Koblenz geborenen Franz Hünten und in zwei durch dunkle Klangfarben geprägten Liedern von Max Bruch, insbesondere im eindringlichen Morgenlied.
Stephanie Lichtmeß interpretierte den zweiten Satz aus dem Violinkonzert von Felix Mendelssohn gefühlvoll und mit großen dynamischen Gegensätzen vom feinsten Pianissimo bis hin zum aufblühenden Forte. Zum wahren Höhepunkt wurde das Scherzo aus der F.A.E.-Sonate von Johannes Brahms mit pulsierendem Tempo und den scheinbar mühelos gemeisterten, technisch fordernden Läufen, die im perfekt abgestimmten Wechselspiel mit dem Klavier in ein ekstatisches klanggewaltiges Finale mündeten.
Thomas Schwarz am Klavier war einmal mehr nicht nur den Solisten ein zuverlässiger Begleiter, er trug auch mit drei klangschönen Klavierstücken aus op. 12 von Max Bruch ebenso unbekannte Kompositionen zum Programm bei wie mit dem beschwingten abwechslungsreichen Walzer „Les Bords du Rhin“ von Franz Hünten. Den Schlusspunkt des Konzerts bildete seine mitreißende Interpretation des Rondo capriccioso von Felix Mendelssohn, bevor sämtliche Mitwirkenden sich mit einer gemeinsamen Zugabe für die Ovationen des Publikums bedankten.
