„Forum Zukunft“ im Audimax der Fachhochschule Remagen
Kosmologe Hendrik Hildebrandt zu Gast
Remagen.Am Montag, 26. Februar wird es im „Forum Zukunft“ ab 18 Uhr galaktisch, denn dann nimmt Kosmologe Prof. Dr. Hendrik Hildebrandt seine Zuhörer im Audimax der Fachhochschule Remagen mit auf eine Reise ins Weltall. Unter dem Titel „Euclid - unser kosmologisches Weitwinkelobjektiv im Weltall“ beleuchtet der Wissenschaftler mit der Frage nach der Ursache für die beschleunigte Expansion des Weltalls das wohl größte Rätsel der Physik des 21. Jahrhunderts. Nach Stand der aktuellen Forschung scheinen einzig kosmologische Beobachtungen in der Lage zu sein, das Verständnis dieses Phänomens näher zu bringen. Insbesondere Messungen der Materieverteilung im Kosmos mit Hilfe des schwachen Gravitationslinseneffekts sind dabei vielversprechend. Genau diese Messungen sind das Ziel der ESA/NASA Euclid Satellitenmission, die am 1. Juli 2023 von Cape Canaveral aus gestartet ist, und an der der Referent mitwirkt.
In dem Vortrag werden die Grundlagen dieser kosmologischen Messung vorstellen, aktuelle Messergebnisse von Vorgängerprojekten präsentieren sowie ein Blick auf die bahnbrechenden Daten, die in Kürze von Euclid erwartet werden, und die Technologie dahinter geworfen. Wenige Monate nach dem Start von Euclid wird somit das aktuelle Wissen über diesen höchst spannenden Forschungsbereich zusammengefasst.
Doktor und Professor der Astrophysik
Hendrik Hildebrandt studierte Physik an der Universität Bonn, wo er auch seine Promotion in Astronomie abschloss. Er war an der Universität Leiden in den Niederlanden sowie an der British Columbia University in Vancouver, Kanada, tätig. Seit 2018 lehrt er an der Fakultät Physik und Astronomie an der Ruhr-Universität Bochum, wo er im gleichen Jahr eine Heisenberg-Professur erhielt. Sein Projekt trägt den Titel „Kosmische Scherung als Litmus-Test des kosmologischen Standards“.
Veranstaltungsreihe mit langer Tradition richtet den Blick in die Zukunft
Das Rhein-Gymnasium stellt in seiner Reihe „Forum Zukunft“ den Referenten frei, über das zu referieren, was ihnen als erfahrenen Wissenschaftlern am meisten am Herzen liegt. Sie sollen aber auch Fragen, die die Schülerinnen und Schüler vorher einreichen, beantworten. Dieses Format der Kulturarbeit ist für ein Gymnasium eher etwas Außergewöhnliches: Fachexperten oder Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens halten Vorträge über Themen, die für das zukünftige gesellschaftliche Leben in hiesigen Breiten und auch global von besonderer Bedeutung sind – nicht nur kurzfristig, sondern vor allem mit Blick auf die folgenden Generationen. Daher hat diese Veranstaltungsreihe den Namen Forum Zukunft erhalten. Und in der Reihe, die bereits seit über dreißig Jahren besteht, sprach schon eine illustre Schar an Gastrednern. Die Liste reicht von José Lutzenberger (Brasilen, Ökologe, alternativer Nobelpreisträger über Franz Alt (Baden-Baden, Fernsehmoderator) bis hin zu Deutschlands bekanntestes Förster Peter Wohlleben. Zur Veranstaltung sind alle Interessierten ausdrücklich eingeladen. Der Eintritt ist frei.BA
