BRH Rettungshundestaffel Rhein-Mosel trainiert unter realistischen Bedingungen
Kottenheimer Hundestaffel bei Trainingslager für Trümmersuchhunde
Kottenheim. Die Mitglieder der BRH Rettungshundestaffel Rhein-Mosel e.V. mit Sitz in Kottenheim legten Mitte Juni mit ihren Privat-PKWs zusammen mehr als 12.000 Kilometer zurück, um im Trainingscenter Retten und Helfen (TCRH) in Malchin, in Mecklenburg-Vorpommern eine Woche lang die Suche nach unter Gebäudetrümmern verschütteten Menschen zu üben. Wie wichtig die Ausbildung von Mensch und Hund in dieser Disziplin auch in unserer Region ist, hat der Großeinsatz nach einem Hoteleinsturz in Kröv an der Mosel im letzten Jahr erst wieder gezeigt.
Die Mitglieder der in Kottenheim ansässigen Rettungsorganisation reisten mit 14 Personen und fast 20 Hunden in den Nordosten der Republik, weil die dortige Einrichtung optimale Bedingungen für die Aus- und Weiterbildung von Menschen und Hunden jeden Ausbildungsstandes bietet. Die ungefähr 25.000 qm große Fläche eines ehemaligen Betonwerks bietet Trümmerkegel und Gebäude für die Simulation unterschiedlichster Einsatzszenarien. Anfängerhunde lernen zunächst einmal gemeinsam mit den Hundeführern einen Trümmerkegel zu begehen und keine Angst zu bekommen, wenn der Schutt unter ihren Pfoten rutscht und wackelt. Erfahrene Hunde üben, den Geruch verschütteter Personen zu orten und den Rettungskräften durch zielgerichtetes Bellen anzuzeigen, wo sich Menschen unter den Trümmern befinden.
Diese Ausbildung ist nicht ungefährlich und für Mensch und Hund gleichermaßen anstrengend und erfordert sehr viel Teamgeist. Auch dafür ist der Aufenthalt im „Trainingslager“ sehr förderlich, die Staffelmitglieder übernachten in einfachen Wohncontainern auf dem Gelände, kochen und essen gemeinsam und verbringen auch die trainingsfreie Zeit meist miteinander. Das fördert den Zusammenhalt, der bei schwierigen Einsätzen eine wichtige Grundlage für ein gutes Miteinander und gegenseitige Unterstützung ist.
Die diesem Jahr gab es in der Trainingswoche einige besondere Highlights:
der Tigerentenclub der ARD kam für Dreharbeiten zu Besuch, Mitglieder einer Rettungshundestaffel aus dem nahen Brandenburg nahmen für einige Tage am Training teil und die am weitesten angereiste Teilnehmerin kann sogar aus der Türkei. Gülender Sargin aus Istanbul, die Gründerin einer türkischen Katastrophenschutzorganisation, sammelte als Gast der Staffel Rhein-Mosel ganz viele Eindrücke und Informationen über die Ausbildung und den Einsatz von Rettungshunden, um mit diesem Wissen und weiterer Unterstützung aus Deutschland in der Türkei ebenfalls eine Hundestaffel aufzubauen.
Den krönenden Abschluss der Trainingswoche bildete die Prüfung. Die Staffel Rhein-Mosel richtete zum ersten Mal eine eigene Trümmerprüfung aus, an der neben sechs eigenen Teams auch vier Teams aus anderen BRH-Staffeln teilnahmen. Unter den Augen der eigens dafür angereisten zertifizierten Leistungsrichterin des BRH mussten von den Teams innerhalb von 25 Minuten bis zu drei versteckte Personen in den Trümmern gefunden werden. Bei ca. 30 Grad und heißem Sonnenschein war das eine große Herausforderung für Mensch und Hund. Umso größer war die Freude, dass Heike Böttcher aus Mendig mit ihrer Mischlingshündin Lucy sowie Gina Plum mit dem knapp vierjährigen Clooney im ersten Anlauf ihre Hauptprüfung, also die erste Trümmerprüfung des jeweiligen Teams überhaupt, bestehen konnten. Auch das bereits erfahrene Team Christina Becker und Labradorrüde Kimi freute sich zusammen mit der gesamten Staffel über die erfolgreiche Wiederholungsprüfung.
Alles in allem war es eine sehr anstrengende aber erfolgreiche Woche für die Truppe aus dem Kreis Mayen-Koblenz und Umgebung. Die weite Anreise hat sich mehr als gelohnt und der Termin für das nächste Jahr wurde bereits reserviert.
Azubi Josie nach erfolgreicher Suche mit der Belohnung auf dem Rückweg zur Hundeführerin. Foto: privat
Stolz auf die bestandene Prüfung (v.l.): Heike Böttcher mit Lucy und Christina Becker mit Kimi.
