Allgemeine Berichte | 07.07.2025

BRH Rettungshundestaffel Rhein-Mosel trainiert unter realistischen Bedingungen

Kottenheimer Hundestaffel bei Trainingslager für Trümmersuchhunde

Mit Freude und Teamgeist im Training (v.l.): Ellen Wichterich mit Vader, Saskia Douglas mit Elsa, Tamara Reiher mit Beliz und Mayuma, Esther Schneider mit Josie.  Foto: privat

Kottenheim. Die Mitglieder der BRH Rettungshundestaffel Rhein-Mosel e.V. mit Sitz in Kottenheim legten Mitte Juni mit ihren Privat-PKWs zusammen mehr als 12.000 Kilometer zurück, um im Trainingscenter Retten und Helfen (TCRH) in Malchin, in Mecklenburg-Vorpommern eine Woche lang die Suche nach unter Gebäudetrümmern verschütteten Menschen zu üben. Wie wichtig die Ausbildung von Mensch und Hund in dieser Disziplin auch in unserer Region ist, hat der Großeinsatz nach einem Hoteleinsturz in Kröv an der Mosel im letzten Jahr erst wieder gezeigt.

Die Mitglieder der in Kottenheim ansässigen Rettungsorganisation reisten mit 14 Personen und fast 20 Hunden in den Nordosten der Republik, weil die dortige Einrichtung optimale Bedingungen für die Aus- und Weiterbildung von Menschen und Hunden jeden Ausbildungsstandes bietet. Die ungefähr 25.000 qm große Fläche eines ehemaligen Betonwerks bietet Trümmerkegel und Gebäude für die Simulation unterschiedlichster Einsatzszenarien. Anfängerhunde lernen zunächst einmal gemeinsam mit den Hundeführern einen Trümmerkegel zu begehen und keine Angst zu bekommen, wenn der Schutt unter ihren Pfoten rutscht und wackelt. Erfahrene Hunde üben, den Geruch verschütteter Personen zu orten und den Rettungskräften durch zielgerichtetes Bellen anzuzeigen, wo sich Menschen unter den Trümmern befinden.

Diese Ausbildung ist nicht ungefährlich und für Mensch und Hund gleichermaßen anstrengend und erfordert sehr viel Teamgeist. Auch dafür ist der Aufenthalt im „Trainingslager“ sehr förderlich, die Staffelmitglieder übernachten in einfachen Wohncontainern auf dem Gelände, kochen und essen gemeinsam und verbringen auch die trainingsfreie Zeit meist miteinander. Das fördert den Zusammenhalt, der bei schwierigen Einsätzen eine wichtige Grundlage für ein gutes Miteinander und gegenseitige Unterstützung ist.

Die diesem Jahr gab es in der Trainingswoche einige besondere Highlights:

der Tigerentenclub der ARD kam für Dreharbeiten zu Besuch, Mitglieder einer Rettungshundestaffel aus dem nahen Brandenburg nahmen für einige Tage am Training teil und die am weitesten angereiste Teilnehmerin kann sogar aus der Türkei. Gülender Sargin aus Istanbul, die Gründerin einer türkischen Katastrophenschutzorganisation, sammelte als Gast der Staffel Rhein-Mosel ganz viele Eindrücke und Informationen über die Ausbildung und den Einsatz von Rettungshunden, um mit diesem Wissen und weiterer Unterstützung aus Deutschland in der Türkei ebenfalls eine Hundestaffel aufzubauen.

Den krönenden Abschluss der Trainingswoche bildete die Prüfung. Die Staffel Rhein-Mosel richtete zum ersten Mal eine eigene Trümmerprüfung aus, an der neben sechs eigenen Teams auch vier Teams aus anderen BRH-Staffeln teilnahmen. Unter den Augen der eigens dafür angereisten zertifizierten Leistungsrichterin des BRH mussten von den Teams innerhalb von 25 Minuten bis zu drei versteckte Personen in den Trümmern gefunden werden. Bei ca. 30 Grad und heißem Sonnenschein war das eine große Herausforderung für Mensch und Hund. Umso größer war die Freude, dass Heike Böttcher aus Mendig mit ihrer Mischlingshündin Lucy sowie Gina Plum mit dem knapp vierjährigen Clooney im ersten Anlauf ihre Hauptprüfung, also die erste Trümmerprüfung des jeweiligen Teams überhaupt, bestehen konnten. Auch das bereits erfahrene Team Christina Becker und Labradorrüde Kimi freute sich zusammen mit der gesamten Staffel über die erfolgreiche Wiederholungsprüfung.

Alles in allem war es eine sehr anstrengende aber erfolgreiche Woche für die Truppe aus dem Kreis Mayen-Koblenz und Umgebung. Die weite Anreise hat sich mehr als gelohnt und der Termin für das nächste Jahr wurde bereits reserviert.

Azubi Josie nach erfolgreicher Suche mit der Belohnung auf dem Rückweg zur Hundeführerin.  Foto: privat

Azubi Josie nach erfolgreicher Suche mit der Belohnung auf dem Rückweg zur Hundeführerin. Foto: privat

Stolz auf die bestandene Prüfung (v.l.): Heike Böttcher mit Lucy und Christina Becker mit Kimi.

Stolz auf die bestandene Prüfung (v.l.): Heike Böttcher mit Lucy und Christina Becker mit Kimi.

Mit Freude und Teamgeist im Training (v.l.): Ellen Wichterich mit Vader, Saskia Douglas mit Elsa, Tamara Reiher mit Beliz und Mayuma, Esther Schneider mit Josie. Foto: privat

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Bildergalerien
Lampionfest in Weißenthurm
Lampionfest in Weißenthurm
Bestellung Nr.: 4300003040-W100-606  /AZ Commodity Mayen KW 25
Tag der Architektur im Steigenberger Hotel Bad Neuenahr
Empfohlene Artikel
Die vulkanische Geschichte der Eifel lässt sich im Lava-Dome spielerisch entdecken. Foto: Dominik Ketz
40

Wer glaubt, Vulkane gäbe es nur auf Island oder in Italien, hat die Rechnung ohne die Eifel gemacht. Im Lava-Dome in Mendig wird schnell klar: Auch hier ging es einst verdammt heiß her! Das Deutsche Vulkanmuseum entführt seine Besucher auf 700 Quadratmetern und zwei Etagen in eine Welt voller Feuer, Lava und spannender Erdgeschichte. Klingt staubtrocken? Von wegen! 700 Quadratmetern und zwei Etagen in eine Welt voller Feuer, Lava und spannender Erdgeschichte.

Weiterlesen

In der ehemaligen Ahrweiler Synagoge diskutierten (von links) Nick Falkner, Ulrich van Bebber, Susanne Bell und Dr. Martin Wein.
213

Bad Neuenahr-Ahrweiler. Wie hat die Flut den Zusammenhalt im Ahrtal verändert. Welche Konflikte bestehen noch? Wo trägt bürgerschaftliches Engagement weiterhin? Wo brauchen Menschen, Vereine und Kommunen mehr Unterstützung? Und was muss Politik aus dieser Katastrophe lernen, damit Warnketten funktionieren, Zuständigkeiten klar sind und der Staat im Krisenfall schneller handeln kann?

Weiterlesen

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 11
96

Jede Woche präsentieren wir Euch einen neuen Schnappschuss aus dem BLICK aktuell-Land. Die Bilder zeigen bekannte Orte, besondere Details oder überraschende Perspektiven aus der Region – doch nicht immer ist auf den ersten Blick erkennbar, was genau zu sehen ist.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Gerade bei heißen Temperaturen können sich schnell Maden in der Biotonne bilden.
2286

Biotonne im Sommer pflegen

Biotonne bei Hitze: Maden vermeiden

Kreis Neuwied. In den Sommermonaten können sich im feuchtwarmen Klima der Biotonne schnell unerwünschte Organismen bilden. Die Abfallwirtschaft des Landkreises Neuwied fährt in den Sommermonaten eine wöchentliche Leerung der Biotonne, die das Problem deutlich reduziert. Sie gibt praktische Tipps, was Anwohner darüber hinaus tun können, um unerwünschter Organik vorzubeugen.

Von Laura Tries aus Neuwied

Weiterlesen

Symbolbild. Foto: Pixabay/Felix-Mittermeier
932

Bonn bereitet sich auf Wetterextreme vor: Tiefbauamt und Feuerwehr in Alarmbereitschaft

20.06.: Gewitterwarnung: Stadt Bonn rüstet sich gegen drohende Starkregen

Bonn. Der Deutsche Wetterdienst hat für den 20. Juni 2026 eine Warnung vor extremen Wetterbedingungen in Nordrhein-Westfalen, einschließlich Bonn, herausgegeben. Neben der drückenden Hitze werden kräftige Gewitter mit Starkregen erwartet, die potenziell zu lokalen Überschwemmungen führen könnten. Solche Wetterereignisse haben in den letzten Jahren wiederholt erhebliche Schäden im Bonner Stadtgebiet...

Weiterlesen