Allgemeine Berichte | 13.07.2023

Als preußische Soldaten einen Mendiger Konflikt beendeten

Krach zwischen owe und unnen

Werner Geilen und die „Kanone“, die symbolisch für die Bewaffnung der preußischen Artillerieeinheit steht, die 1848 den Streit zwischen der Ober- und der Niedermendiger Bevölkerung beendete.  Foto: VG-Verwaltung Mendig/Pauly

Mendig.Das Jahr 1848 wird historisch eng mit der Revolution im Deutschen Bund verknüpft. Die Revolutionäre zwangen die Fürsten damals zu liberalen Zugeständnissen. In der Frankfurter Paulskirche tagte daraufhin erstmals ein gesamtdeutsches Parlament. 1848 war aber auch ein Jahr in dem ein Streit zwischen der Bevölkerung Ober- und Niedermendigs eskalierte. Grund war, dass die Niedermendiger die Obermendiger beschuldigten ihre Arbeiten in den Steinbrüchen zu billig anzubieten. Als Protest wurden zunächst die Werkzeuge der Obermendiger Steinhauer und Grubenarbeiter unbrauchbar gemacht und später brannten sogar deren Steinmetzhütten. Erst eine preußische Artillerieeinheit, die auf der Festung Ehrenbreitstein stationiert war, konnte den Streit schlichten. Ihre Anwesenheit auf Hochkreuz genügte, um den Konflikt zu beenden. Der Rädelsführer wurde zwar angeklagt, kam aber auf Aussage des Niedermendigers Gottfried Klöppel, der Geschäftsführer einer Steinfirma war, und der mit einer Obermendigerin verheiratet war, mit einem „milden Strafmaß“ davon. Diese Geschichte hat Willi Bömerich in seiner Obermendiger Chronik niedergeschrieben. Ein Umstand, die den Künstler und Steinmetz Werner Geilen animierte, optisch an die Mendiger Geschichte des Jahres 1848 zu erinnern. Dafür baute der Niedermendiger Steinmetz eine den damaligen Geschützen ähnelnde „Kanone“ und stellt diese nun auf der Mendiger Museumslay aus. In Zukunft soll dort an die Zwistigkeiten der Ober- und Niedermendiger erinnert werden, die heute glücklicherweise „nur noch“ Geschichte sind. „Ich bin froh, dass sich Menschen für die Geschichte ihrer Heimat einsetzen und damit auch regionale Identität erhalten“, so der Mendiger VG-Bürgermeister Jörg Lempertz.

Pressemitteilung

Verbandsgemeinde Mendig

Werner Geilen und die „Kanone“, die symbolisch für die Bewaffnung der preußischen Artillerieeinheit steht, die 1848 den Streit zwischen der Ober- und der Niedermendiger Bevölkerung beendete. Foto: VG-Verwaltung Mendig/Pauly

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