Allgemeine Berichte | 11.11.2016

AOK legt Auswertung für das 1. Halbjahr 2016 vor

Krankenstand im Kreis Ahrweiler steigt moderat an

Werner Blasweiler.  AOK

Kreis Ahrweiler. Im Kreis Ahrweiler ist der Krankenstand im ersten Halbjahr im Vergleich zum Vorjahr um 0,1 Prozentpunkte auf 5,4 Prozent angestiegen. Damit liegt er aber deutlich unter dem Wert von 6,0 Prozent, der für das gesamte Bundesland ermittelt wurde. Das stellt die AOK Rheinland-Pfalz/Saarland in ihrem jetzt vorgelegten Regionalbericht fest. Sollte sich der Trend des ersten Halbjahres so fortsetzen, dann gibt es bei den Muskel- und Skeletterkrankungen ebenfalls einen Anstieg zu verzeichnen. Im ersten Halbjahr verzeichnet die AOK 311 Fehltage je 100 Versicherte. Erwartet man den gleichen Wert auch im zweiten Halbjahr, so würde der Wert aus 2015 um 17,4 Tagen in dieser Diagnosegruppe übertroffen. Im Vergleich zu den Werten der AOK Rheinland-Pfalz/Saarland bleibt der Kreis Ahrweiler jedoch um 29 Tage unter den Vergleichswerten. Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei den psychischen Erkrankungen, wo im Kreis Ahrweiler 144,6 Tage festgestellt wurden. Der Durchschnitt der AOK liegt mit 139,9 Tagen etwas niedriger. Der Krankenstand von 5,4 Prozent entspricht rein rechnerisch einem Durchschnitt von 9,81 Kalendertagen je Mitglied. Allerdings kamen 55 Prozent der AOK-Mitglieder im ersten Halbjahr komplett ohne Krankschreibung aus. Im Landesdurchschnitt liegt diese Quote bei 51,2 Prozent der versicherungspflichtig beschäftigten AOK-Mitglieder. Da auch die durchschnittlichen Fallzahlen je Mitglied unter der Vergleichswerten liegen, lässt sich folgendes Fazit ziehen. Die Beschäftigen im Kreis Ahrweiler sind seltener arbeitsunfähig als der Landesdurchschnitt und wenn eine Krankschreibung vorliegt, dann sind die Beschäftigten schneller wieder am Arbeitsplatz zurück.

Dazu BLICK aktuell im Gespräch mit Werner Blasweiler, Betrieblicher Gesundheitsmanager.

BLICK aktuell: Herr Blasweiler, welchen Sinn machen solche Auswertungen der Arbeitsunfähigkeiten überhaupt?

Werner Blasweiler: Solche Auswertungen können helfen, Trends zu erkennen, damit man in der betrieblichen Gesundheitsförderung passgenaue Maßnahmen für ein Unternehmen entwickeln kann. Aber auch solche regionalen Auswertungen können hilfreich sein, um landesweiten oder auch bundesweiten Handlungsbedarf für die Gesundheitspolitik zu ermitteln.

BLICK aktuell: Wenn Sie von Maßnahmen für einzelne Betriebe sprechen, dann müsste es solche Auswertungen ja auch für Betriebe geben.

Werner Blasweiler: Die gibt es auch. Die Auswertung der Arbeitsunfähigkeitsdaten ist ein anerkanntes Analyseinstrument für Betriebe, die sich mit der Thematik des betrieblichen Gesundheitsmanagements beschäftigen. Dabei steht aber der Datenschutz an vorderster Stelle. Mit einer solchen Auswertung dürfen keine Rückschlüsse auf Einzelpersonen möglich sein. Daher ist eine Auswertung der betriebsbezogenen Diagnosedaten bei der AOK Rheinland-Pfalz grundsätzlich erst ab 50 AOK Mitgliedern möglich. Dann gibt es aber noch zusätzliche Sicherheitsvorkehrungen. So werden keine statistischen Auswertungen wie Falldauer oder Krankenstand von Gruppen mit weniger als zehn Personen ausgewiesen. Auch Diagnosen mit weniger als zehn Fällen im Berichtszeitraum werden nicht aufgeführt.

BLICK aktuell: Und nach einer solchen Auswertung weiß ein Betrieb, wo der Schuh drückt?

Werner Blasweiler: Er kann eine Ahnung davon bekommen. Eine einzelne Auswertung ist jeweils nur ein Blitzlicht für den Beobachtungszeitraum. Nicht mehr aber auch nicht weniger. Bevor man Maßnahmen ableitet, sollte man längere Zeiträume beobachten, da ansonsten die Gefahr besteht, dass man in unnötigen Aktionismus verfällt. Wichtig ist auch, solche Zahlen vor der Maßnahmenerarbeitung zu interpretieren und in die richtige Relation setzen.

BLICK aktuell: Was bedeutet das konkret?

Werner Blasweiler: Es macht wenig Sinn, sich mit Betrieben zu vergleichen, bei denen andere Anforderungen und Belastungen vorliegen. Daher stellen wir bei unseren Auswertungen auch einen Vergleich mit der passenden Branche an. Oder wir vergleichen die Altersstruktur der Betriebe und Vergleichsgrößen. Äpfel mit Birnen zu vergleichen, hilft nicht wirklich weiter. Zu guter Letzt sollte man auch beachten, dass diese Art der Auswertung nur eine von vielen möglichen Analyseinstrumenten im Rahmen des betrieblichen Gesundheitsmanagements darstellt.

BLICK aktuell: Was bedeutet das für den praktischen Einsatz?

Werner Blasweiler: Dass man genau überlegt, welche Schlüsse man aus den jeweiligen Analysen zieht. So ist bei der Datenanalyse zu beachten, dass diese im Normalfall mit einem erheblichen zeitlichen Versatz kommen. Somit kann die Aktualität diese Auswertung schon wieder überholt haben. Daher macht es Sinn mehrere Analysemöglichkeiten zu nutzen und weitere Kennzahlen neben dem Krankenstand zu erheben. Dabei unterstützen wir unsere Partnerbetriebe.

Werner Blasweiler. Foto: AOK

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