Allgemeine Berichte | 28.08.2017

Die Bendorfer feierten das große Fest der Kartoffel

Krebbelscher und Debbekooche

Drei Tage im Zeichen der Nutzpflanze

Volle Hütte beim Bendorfer Krebbelschesfest. GM

Bendorf. Jedes Jahr im August, wenn die Ferienzeit zu Ende geht und der Urlaub vorbei ist, dann freuen sich die Bendorfer auf ein Wiedersehen mit Freunden und Bekannten in der Heimat, das „Krebbelschesfest“ in Bendorf bietet hierfür seit vielen Jahrzehnten einen passenden Rahmen. Weltweit werden jährlich etwa 376 Millionen Tonnen Kartoffeln geerntet, sie ist eines der wichtigsten Nahrungsmittel der Welt, daneben aber auch Futtermittel und Industrierohstoff. Alleine etwa zwei Tonnen von dieser Knolle werden alle Jahre wieder auf dem berühmten Bendorfer „Krebbelschesfest“ verzehrt, handgerieben und frisch gebacken. Dieses Traditionsfest ist nicht nur bei den Bürgern der Stadt am Rhein sehr beliebt, es wird auch von immer mehr Gästen aus Nah und Fern gerne besucht.

Am letzten Wochenende stand Bendorf wieder ganz im Zeichen der Pflanze aus der Familie der Nachtschattengewächse. Auch der Wettergott scheint ein Freund des „Erdapfels“ zu sein, denn wie in den Vorjahren strahlte an allen drei Tagen die Sonne auf die unzähligen Besucher auf dem Yzeurer Platz vor der Stadthalle, den die fleißigen Organisatoren der KUK (Kirmes und Karneval) quasi über Nacht in eine kleine Partymeile verwandelt hatten. Zusätzlich sorgten im Vorfeld die emsigen Helfer mit dem Aufbau eines großen Festzelts mitten auf dem Platz dafür, dass zahlreiche überdachte Plätze zur Verfügung standen, damit die Feierlichkeiten auch bei schlechtem Wetter nicht getrübt werden konnten.

Neben einem unterhaltsamen und abwechslungsreichen musikalischen Bühnenprogramm mit bewährten Musikern und Kapellen kamen ebenfalls die kleinen Festgäste nicht zu kurz. An einer Spielbude war Büchsenwerfen angesagt und an anderer Stelle standen Geschicklichkeitsspiele zur Verfügung, bei denen es für die Kids schöne Preise zu gewinnen gab.

Los ging es am Freitagabend mit dem obligatorischen Fassanstich durch Bürgermeister Michael Kessler, der diese Aufgabe mit einer bereits vorhandenen gewissen Routine hervorragend löste. In seiner kleinen Festansprache zur Eröffnung wies er die zahlreichen Zuschauer darauf hin, dass ohne die vielen Helfer im Hintergrund ein solch großartiges Volksfest nicht möglich sei. Er bedankte sich bei den Organisatoren und Helfern für ihr unermüdliches Engagement, das in Bendorf auch bei den anderen Ortsvereinen zu beobachten sei und dadurch die Vereine in die Lage versetze, immer wieder wunderbare Veranstaltungen in der Stadt anbieten zu können. Auch KUK-Präsident Christoph Hahn bedankte sich bei seinen Vereinskameraden sowie den Helfern aus den befreundeten Vereinen und wünschte allen Besuchern ein fröhliches Wochenende mit den berühmten Bendorfer Krebbelscher. Im Anschluss sorgte der begnadete Sänger und Tastenvirtuose Ralf „Kniff“ Rosenbaum für Kurzweil, mit seiner musikalischen Vielfalt konnte er das dankbare Publikum auf dem Yzeurer Platz bis in den späten Abend begeistern.

Lange Schlangen bei den Krebbelscher

Am Samstag nutzten die Besucher bereits zur Mittagszeit die offenen Stände für den Erwerb der heißbegehrten Krebbelscher und nahmen dafür auch lange Wartezeiten in Kauf, die der Eine oder andere mit einer kühlen Flüssigkeit aus dem reichhaltigen Angebot des KUK-Getränkepavillons zu überbrücken wusste. Am Abend war gute, ehrliche und handgemachte Livemusik mit der Showband „Daylight“ angesagt, eine überregional bekannte Formation mit dem Bendorfer Jürgen Schlöffel, die für permanent gute Stimmung und Partylaune sorgte. Als besonderes Highlight präsentierte die KUK in diesem Jahr „tragBAR“, die mobile Cocktailbar aus Neuwied, deren Mitarbeiter mit ihren außergewöhnlichen Kreationen für noch mehr Getränkevielfalt für die Besucher sorgten.

Der Sonntag stand ganz im Zeichen der musikalischen Unterhaltung, den Anfang machte der Musikzug Bendorf, der zum Frühschoppen das Publikum mit einem zweistündigen Platzkonzert unterhielt, abgelöst von dem „Sayner“ Alois Müller, der es bestens verstand, die bayerische Festzeltgaudi eins zu eins nach Bendorf zu importieren. Um die Mittagszeit drängten sich die Freunde der gebackenen Kartoffel dicht an dicht um die einzige Ausgabestelle für den leckeren selbstgemachten Debbekooche, der den kulinarischen Höhepunkt des Krebbelschesfestes bildete. Nach Kaffee und Kuchen am Nachmittag läuteten dann schon traditionell die „Nothbachtaler Musikanten“ mit ihrer zünftigen Blasmusik den Festausklang ein.

Alles hat ein Ende, mit dem ausgiebigen Zapfenstreich der Bläser fand auch ein großes Volksfest mit langer Tradition und überregionaler Bedeutung in Bendorf sein Finale. Veranstalter und Besucher waren mit dem Verlauf des Festes sehr zufrieden und viele Menschen freuten sich am Ende der Feierlichkeiten bereits wieder auf das Bendorfer Krebbelschesfest im nächsten Jahr.

Für musikalische Unterhaltung sorgteunter anderem die Partyband "Daylight".

Für musikalische Unterhaltung sorgte unter anderem die Partyband "Daylight".

Lange Schlangen bildeten sich an den Ausgabestellen.

Lange Schlangen bildeten sich an den Ausgabestellen.

Der leckere Debbekooche geht weg wie warme Semmel

Der leckere Debbekooche geht weg wie warme Semmel

Michael Kessler und Christoph Hahn bei der Eröffnungsrede.

Michael Kessler und Christoph Hahn bei der Eröffnungsrede.

Volle Hütte beim Bendorfer Krebbelschesfest. Fotos: GM

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