Heimat- und Verschönerungsverein Buschhoven e.V.
Kriegsurkunde wird zum Symbol des Friedens
Übergabe an das Gemeindearchiv fand im kleinen feierlichen Rahmen statt
Buschhoven. Der Gefreite Franz Hauke aus Heinrichswalde (Niederschlesien) war, wie Hunderttausende andere auch, Wehrpflichtiger im Ersten Weltkrieg.
Für seinen Einsatz erhielt er - wie alle überlebenden Soldaten - 1919 eine informelle Ehrenurkunde mit seinen Einsatzstationen: „Ehrenvoller Anteil am Frankreich-Feldzug, Stellungskampf Ypern 1918, Flandernfeldzug, Rückzugsgefecht an der Antwerpener Maasstellung 1919“. Das Besondere dabei ist allerdings, dass diese Würdigung erst letztes Jahr von den jetzigen Bewohnern des Hofes Hauke in Heinrichswalde, heute Slaskie, Polen, an die Nachkommen überreicht wurde. Während Franz Hauke mit seiner Familie 1946 nach Westdeutschland vertrieben wurde und seitdem in Buschhoven lebte, nahmen seine Nachkommen Kontakt auf zu den neuen Bewohnern des ehemaligen Elternhauses im heutigen Polen und halten ihn bis heute. Die Urkunde, die fast hundert Jahre beim ehemaligen „Feind“ gelegen hatte, wurde dort unlängst gefunden und als Zeichen der Freundschaft an die Töchter Irmgard Overkamp und Margarete Todemann übergeben, die „mehr anfangen konnten mit dem bunten Bild“. Dieses wurde nun von den Töchtern in einer kleinen Feierstunde an Gemeindearchivarin Hanna Albers bzw. dem Gemeindearchiv Swisttal als Schenkung übergeben.
Besonders berühre in diesem Zusammenhang, „dass Franz Hauke vor knapp 100 Jahren ausgerechnet in der Gegend kämpfte, wo wir heute unsere Städtepartner in Quesnoy-sur-Deûle besuchen“, sagte die stellvertretende Vorsitzende des Heimat- und Verschönerungsvereins, HVV, Monika Wolf-Umhauer. Und der Leiter der „Archivgruppe“ des HVV, Peter Haarhaus, ist überzeugt: „Die Urkunde über den Kriegseinsatz im Ersten Weltkrieg ist durch ihre eigene Geschichte heute, fast 100 Jahre danach, für uns wirklich zum Symbol einer friedlichen Welt geworden.“ Dies sei ein Beispiel, dass auf örtlicher und persönlicher Ebene etwas getan werden könne und werde für die europäische Idee.
Auch die Swisttaler Beigeordnete Petra Kalkbrenner nahm dies „als Beitrag zur Aussöhnung und Völkerverständigung sowie der Vertiefung der Freundschaft zwischen ehemaligen Feinden 100 Jahre nach dem Weltkrieg.“ Und Hanna Albers, die Archivarin, überlegt bereits, in welcher Form sie dieses der Öffentlichkeit einmal in einem größeren Zusammenhang zugänglich machen kann. Sie war begeistert vom Zustand der Urkunde: „Das ist ein ganz seltenes Stück, das wir in Ehren halten werden.“
