Allgemeine Berichte | 06.11.2019

Auftakt der Rheinbacher Krimiwoche

Krimiautor Wolfgang Schorlau nahm den Rheinbacher Glasdolch entgegen

Verleihungszeremonie in der Aula des Rheinbacher Sankt Josef-Gymnasiums entwickelte sich zur facettenreichen Ode an die hohe Kunst der Kriminalliteratur

Verleihung des Rheinbacher Glasdolchs (von links): Christoph Ahrweiler von der Buchhandlung Kayser und Verleger Winrich C.-W. Clasen übergaben den Glasdolch an Preisträger Wolfgang Schorlau. Foto: Jost

Rheinbach. Sämtliche schmutzigen Geschäfte in der deutschen Politik und in der bundesrepublikanischen Gesellschaft finden ihren aufklärerischen Niederschlag in den Kriminalromanen von Wolfgang Schorlau - Grund genug für die Jury des „Rheinbacher Glasdolches“, dem bekannten Stuttgarter Autor diese Auszeichnung für sein Lebenswerk zu widmen. Die Verleihungszeremonie in der Aula des Rheinbacher Sankt Josef-Gymnasiums entwickelte sich zu einer facettenreichen Ode an die hohe Kunst der Kriminalliteratur – dank der ebenso humorvollen wie Augen öffnenden Schreibkunst des Preisträgers.

Verleger Hinrich C.-W. Clasen vom cmz-Verlag (Rheinbach) und Christoph Ahrweiler von der Buchhandlung Kayser überreichten den 28 Zentimeter lange, kunstvoll von den Lehrkräften der Glasfachschule gefertigten Glasdolch samt seiner grünen Schatulle im Namen der „Jury der Rheinbacher Krimiautoren und Krimiverkäufer“ an Wolfgang Schorlau, dessen Krimis sich seit 2003 um den Stuttgarter Privatdetektiv Georg Dengler drehen, und das in stetig steigender Qualität. „Ihre Intention ist es in erster Linie, spannend zu unterhalten, dabei den Leser aber unaufdringlich zu belehren und ihn nach der Lektüre nachdenklich zurückzulassen, ihm im besten Fall sogar einen Anstoß zum eigenen Handeln zu geben“, resümierte Clasen in seiner Laudatio. Und das mit großem Erfolg, was man auch der Tatsache entnehmen könne, dass fünf seiner bislang neun Romane von ZDF verfilmt worden seien.

Die wichtigsten politischen Themen aufgearbeitet

Schorlau habe in seinen Kriminalromanen die wichtigsten politischen Themen der vergangenen Jahrzehnte aufgearbeitet. Der Mord an Treuhand-Chef Carsten Detlev Rohwedder werde ebenso thematisiert wie der globale Machtkampf um den wichtigsten Rohstoff Wasser oder die Bundeswehr-Einsätze in Afghanistan. Auch das Attentat auf das Münchner Oktoberfest 1980 und die NSU-Mordserie hätten erst durch seine Romane wieder brisante Aktualität gewonnen, außerdem habe er die Methoden der Fleischindustrie und das Geschehen um „Stuttgart 21“ in seinen Romanen verarbeitet. Der bislang letzte Kriminalroman „Der große Plan“ handele von der sogenannten Griechenland-Rettung durch Politik und Banken und beschäftige sich dabei intensiv mit dem von den größten Finanzinstituten geschaffenen Buchgeld aus Derivaten. Dieses habe mittlerweile eine derartige Summe erreicht, dass man damit zwölfmal den kompletten Globus kaufen könnte, rechnete Schorlau vor. Und genau das stand auch im Mittelpunkt der einstündigen Lesung des Krimiautors, in der der Glasdolch-Preisträger seinen Zuhörern ebenso anschaulich wie böse das Wesen der Banken nahebrachte. Schließlich sagt er selbst: „Was ich mache, ist, im Rahmen des Kriminalromans nicht so einfach zu durchschauende politische oder gesellschaftliche Zusammenhänge zu erklären - so dass jeder sie versteht.“

Recherchieren wie ein guter amerikanischer Schriftsteller

Zum besseren Verständnis trug auch das launige Interview von Journalist und Krimiautor Wolfgang Kaes bei, zu dem sich die beiden Protagonisten zur Erkennungsmelodie von „Miss Marple“ auf die Bühne in zwei gemütlichen Polstersesseln niederließen. Dabei kam heraus, dass Schorlaus schon mit 13 Jahren seine ersten Wildwestromane in Schulhefte geschrieben und diese für drei Pfennig pro Woche an seine Mitschüler verliehen hatte. Seine Kriminalromane seien auch deshalb so faszinierend, weil er recherchieren könne wie ein guter amerikanischer Schriftsteller - das hatte Kaes vom 2013 verstorbenen Kölner Krimibuchhändler Manfred Sarrazin erfahren, der ihn auf die Werke Schorlaus aufmerks am gemacht hatte. Der Leser müsse denken: „Es ist nur eine Geschichte - aber vielleicht war es doch so.“ Letztlich könnten Romane auch heute noch etwas bewegen, und vielleicht sei ihre wichtigste Aufgabe auch nur, die richtigen Leute weiter zu ermutigen. JOST

Verleihung des Rheinbacher Glasdolchs (von links): Christoph Ahrweiler von der Buchhandlung Kayser und Verleger Winrich C.-W. Clasen übergaben den Glasdolch an Preisträger Wolfgang Schorlau. Foto: Jost

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