Autorenlesung und musikalisches Kabarett zum Jubiläum des Kulturvereins Mittelahr
Kriminelles, Klezmer, „Überraschungsei“
Autorin Marie Reiner, Ensemble „Niealldoh“ und Kabarettkünstlerin Brigitte Fulgraff begeisterte in Kesseling
Kesseling. Der Kulturverein Mittelahr wurde 25 Jahre alt und hatte zum Geburtstag mit einer Autorenlesung und einem musikalischen Kabarett an zwei Tagen nach Kesseling in den Saal im „Alten Pfarrhaus“ eingeladen.
Am Freitagabend war es die Drehbuchautorin Marie Reiners, bekannt als die Erfinderin von „Mord mit Aussicht“ und vielen weiteren Fernsehserien, die das Publikum im vollbesetzten Saal spannend unterhielt. Bei der Bewirtung wurde der Kulturverein um die Vorsitzende Angelika Furth von den Mitgliedern der Katholischen Öffentlichen Bücherei Ahrbrück (KÖB) unterstützt. Die Drehbuchautorin, aufgewachsen im niederrheinischen Mönchengladbach, hat seit einigen Jahren ein ruhiges Domizil in einer Höhengemeinde in der Eifel gefunden, wo sie auch ihren Roman „Frauen, die Bärbel heißen“ schrieb. Für Reiners war es eine doppelte Premiere in Kesseling, da sie ihren ersten Roman in einer ersten Lesung vorstellte. Zunächst gab die Autorin im Frage-und-Antwort-Spiel Einblick in die Arbeit einer Drehbuchautorin. Dabei erfuhr das Publikum, dass Reiners mit Hella von Sinnen Germanistik studiert hat und diese ihr später mit ihren Kontakten zu Fernsehstars auch den Weg als Drehbuchautorin geebnet hat. So schrieb Marie Reiners Witze für den unvergessenen Dirk Bach ebenso wie Drehbücher zu „Geld oder Liebe“ mit Jürgen von der Lippe. Reiners erzählte spannend und ließ keine Fragen offen. Musikalische Begleitung erfuhr der Abend durch die beliebte Frauengruppe „Niealldoh“ die im Klezmer-Rhythmus die Gäste im Saal in Bewegung brachte, kaum jemand konnte ruhig sitzen bleiben. Sie kamen zum Schluss der Veranstaltung nicht ohne die geforderte Zugabe ihrer mitreißenden jiddischen Musik von der Bühne.
Am Samstagabend, wieder im ausverkauften Saal des „Alten Pfarrhauses“ , begrüßte Angelika Furth die aus Insul stammende und jetzt in Köln lebende Musikkabarettistin Brigitte Fulgraff in Begleitung des Pianisten Eckard Richelshagen. Mit ihrem neuen Bühnenstück „Ich lass mich gehen! Kommen sie mit?“ forderte sie gleich zu Beginn das Publikum auf ihre eigene Weise heraus, flott, witzig und mit einem bisschen Achterbahn im Kopf. Da forderte sie auf: „Bringen sie Farbe in den Alltag, machen sie blau, ärgern sie sich nicht schwarz oder lassen die Röte ins Gesicht steigen.“ Immer wieder kam auch Pianist Richelshagen zu Wort, wenn auch eher verlegen. Bei den Chansons, die Brigitte Fulgraff mit eigenen Texten versehen hatte, fiel es dem Publikum oftmals nicht schwer, in den Refrain einzusteigen. Als Musikkabarettistin versteht es Brigitte Fulgraff, das Publikum mit Geige, Akkordeon oder der Flöte gefangen zu nehmen, und dabei setzte sie immer passend Mimik, Gestik und Ausdruck geschickt ein auf der brodelnden Kleinkunstbühne in Kesseling. Als Frau mit spätem Mutterglück weiß sie jetzt sogar, was ein „Überraschungsei“ ist, was sie lustig erklärte. Am Ende blieb der Vorsitzenden Angelika Furth nur, Brigitte Fulgraff und Eckard Richelshagen für die tolle Begleitung nur noch Dank zu sagen für einen erfrischenden Geburtstagabend.
UM
Zum Auftakt des Jubiläumswochenendes sorgte Autorin Marie Reiners mit der Lesung aus ihrem ersten Kriminalroman Spannung.
