Naturschutzinitiative e.V. (NI): Ausgleich ist eine „Mogelpackung“ - Grünlandflächen erhalten
Kritik an geplantem Gewerbegebiet „Concordia“ in Ransbach-Baumbach
Ransbach-Baumbach. Die Stadt Ransbach-Baumbach möchte das ehemalige, seit langem verfüllte 15 ha große Tongrubengelände „Concordia“, das auf der Grenze zu Ebernhahn liegt, zu einem Gewerbegebiet mit integriertem Solarpark entwickeln. Aktuell befindet sich dort eine große Weide mit robusten Hochland-Rindern, die durch Gehölzinseln und kleinere Gewässer strukturiert ist.
Hoher naturschutzfachlicher Wert der beanspruchten Fläche
Die Naturschutzinitiative e.V. (NI), die sich hier mit einer 10seitigen naturschutzfachlichen Stellungnahme eingebracht hat, lehnt das Vorhaben ab, da großflächige Rinderweiden einen hohen ökologischen Wert haben. So konnte in dem Gebiet vor wenigen Jahren der in Rheinland-Pfalz sehr seltene Wiedehopf als Gastvogel nachgewiesen werden. Auch das faunistische Gutachten zeigt eine reiche Tierwelt auf, bei der eine hohe Vogeldichte und das Vorkommen von streng geschützten Amphibien wie Gelbbauchunke, Kammmolch oder Zauneidechse hervorzuheben sind.
Unrealistische „Schönrechnerei“ des Eingriffs
Insbesondere kritisiert die NI eine völlig unrealistische und unzureichende Bilanzierung der Eingriffs- und Ausgleichsflächen. Der aktuelle Wert der vorhandenen Biotope wurde naturschutzfachlich unangemessen stark reduziert. Der Praxisleitfaden zur Ermittlung des Kompensationsbedarfs in Rheinland-Pfalz sei fehlerhaft angewendet worden, weswegen auch summarisch ein großes Kompensationsdefizit bestehe, so der Naturschutzverband.
Für die Biotope, die noch im Gewerbegebiet entwickelbar seien, sei ein unrealistisches Entwicklungspotenzial angenommen worden. Dabei habe man sich nicht an die für Rheinland-Pfalz entwickelten Vorgaben gehalten.
Für den schwerwiegenden Verlust großer Grünlandflächen und damit den Verlust geschützter Tierarten werde nach Ansicht der NI kein ausreichender Ausgleich angeboten. „Das Liegenlassen einer spontan bewaldeten Altlastenfläche (ehemaliges NATO-Tanklager) im Wald als „Waldrefugium“ bietet weder einen Ausgleich für die entfallenen Biotope und Lebensräume der Tiere, noch wird in der derzeitigen Konzeption (liegenlassen ohne Maßnahmen) überhaupt ein Aufwertungspotenzial gesehen“, so Dipl.-Biologe Immo Vollmer, Naturschutzreferent der NI.
NI-Landesvorsitzender Harry Neumann wertet das Ausgleichskonzept mit dem „Waldrefugium“ als „dreisten“ Versuch, eine für die Stadt höchst problematische und in der Sanierung extrem teure Altlastenfläche billig loszuwerden, indem der Status-quo als schutzwürdig festgeschrieben werden solle. Dies werde als Gegengewicht für einen ansonsten fast kompensationslosen Verlust von gut 15 Hektar wertvollen Lebensraums ausgegeben, auf dem für die Stadt einträgliche Gewerbeflächen gebaut werden sollen.
Grundsätzlich bietet nach Ansicht der NI die Waldfläche auf dem ehemaligen NATO-Tanklager durchaus Möglichkeiten, einen Ausgleich für die fünf bis sechs Hektar umfassende Totalversieglung im geplanten Gewerbe- und Industriegebiet zu erreichen. Dafür müssten aber versiegelte Flächen entsiegelt werden, Gebäude zum Teil abgerissen werden oder noch vorhandene Altlasten inkl. möglicherweise kontaminierter Böden entsorgt werden. „Natürlich sei bei den vorhandenen Gebäuden und Altstrukturen wie den Tanks zu prüfen, ob diese aktuell von Fledermäusen bewohnt sind“, so Biologe Vollmer. „Dennoch ist es keine gute Idee, direkt neben den drei im Bau begriffenen 250 Meter hohen Windkraftanlagen Fortpflanzungs- oder Ruhestätten für Fledermäuse anzubieten, die hier einer erhöhten Schlaggefahr ausgesetzt sind“, so I. Vollmer.
„Selbst wenn man die Sanierung dieser Altlasten angehen würde, fehlt noch der Ausgleich für das strukturreiche Grünland. Ransbach-Baumbach sollte daher auf das Vorhaben verzichten, weil es eine extensiv genutzte Rinderweide zerstört und die hier anzutreffende Artenfülle erheblich beeinträchtigt“, so Harry Neumann und Immo Vollmer.
Pressemitteilung
Naturschutzinitiative e.V. (NI)
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