Erster Kultur-Treff fand rege Resonanz – Künstler, Politiker und Bürger im Gespräch
Kunst auf dem Land ist für alle da
Treis-Karden. Künstler, Politiker, Sponsoren, Theaterbesitzer, Musiker und rund 150 Zuhörer – die Reihe der Teilnehmer beim ersten Kultur-Treff im röhrig-forum war bunt und gemischt. Hans Peter Röhrig begrüßte im Outfit der Ratzejungen die Gäste und berichtete, weshalb er und sein Team diese neue Form der Kulturarbeit versucht. „Das ist ein Experiment, denn ich möchte alle an Kulturarbeit Interessierten zusammenbringen, um in einer Diskussion über die Kulturarbeit auf dem Lande zu sprechen“, so der Treis-Kardener.
Mehrere Künstler, etwa Sophie Vallendar virtuos auf der Geige, Dirko Juchem meisterlich auf dem Saxophon, Ulrike Platten-Wirtz als begabte Autorin oder der in Peru engagierte Peter Beilstein erfreuten zwischendurch immer wieder mit ihren Darbietungen das Publikum.
„Wir brauchen einen Kulturförderpreis in unserem Landkreis“
„Alle Künstler treten heute Abend kostenlos auf, und unterstützen ebenso die Initiative für frisches Trinkwasser im Hochland der Anden wie unsere Verlosung und Versteigerung dem jungen Mann aus Pommern helfen sollen, seine Projekte zu realisieren“, erklärte Hans Peter Röhrig. Die bunte Mischung aus Information, Diskussion und Präsentation funktionierte: Neben den Freunden und Fans des röhrig-Kultur-Freundeskreises, diskutierten Künstler, Kommunalpolitiker und Kulturträger im röhrig-forum über die Zukunft. „Wir brauchen einen Kulturförderpreis in unserem Landkreis, damit sich die Kulturarbeit auf dem Land weiter positiv entwickelt“, schlug Hans Peter Röhrig vor im Hinblick auf die geringe Akzeptanz, die derzeit Kulturarbeit erfährt.
Der Betreiber der Freilichtbühne „Maria Ruh“ Gerd Ripp aus Sankt Goar unterstützt diese Idee. Er berichtete von den Schwierigkeiten, die man als privater Kulturförderer derzeit hat. „Es gibt keine Subventionen von staatlicher Seite und das finanzielle Risiko tragen wir ganz allein“, sagte der Besitzer des Hotels „Schloss Rheinfels“. Peter Michels, Bewerber für das Amt des Bürgermeisters in der VG Cochem, verwies auf die Wichtigkeit der finanziellen Unterstützung durch Sponsoren wie Banken und Wirtschaftsunternehmen. „Um aber Zuschüsse vom Land zu bekommen, sind vorher gewisse Strukturen in der Kulturarbeit notwendig“, erklärte der Kommunalpolitiker.
Schulen besonders gefordert, jungen Menschen Kultur näher zu bringen
Dieter Rumpenhorst vom Rheinischen Verein für Denkmalschutz unterstrich, wie wichtig Kulturarbeit ist. „Hier sind die Schulen besonders gefordert, den jungen Menschen Kultur näher zu bringen. Aber auch heute Abend ist kein Lehrer da, der sich bei unserer Diskussion beteiligt“, stellte der in Kulturarbeit engagierte Kardener bedauernd fest. Stephanie Balthasar- Schäfer, Bürgermeister-Bewerberin aus Dohr ergänzte, dass das Bewusstsein für Kulturarbeit im Kreis weiter gestärkt werden müsse. Allerdings sei es oft schwierig, mit öffentlichen Verkehrsmitteln die Veranstaltungen zu besuchen, stellte Hans Peter Röhrig ergänzend dazu fest. „Bei uns auf dem Land wird schon enorm viel Kultur von hoher Qualität geboten. Und keiner weiß das“, ergänzte er.
Bürgermeister Albert Jung von der VG Kaisersesch plädierte für eine bessere Koordination der kulturellen Events. Als Besitzer von Knebel´s Scheune wären terminliche Absprachen untereinander von Vorteil und finanzielle Unterstützung bei der Werbung im Vorfeld einer kulturellen Veranstaltung hilfreich. „Ich stelle mir einen Art Kulturkalender mit allen Veranstaltungen in der Region vor“, so der gebürtige Molziger. Sofort nach dem Termin im röhrig-forum hat er einen Brief an Landrat Manfred Schnur geschrieben, in dem Jung bittet, das Thema auf die nächste hauptamtliche Bürgermeister-Dienstbesprechung zu setzen. Dies mit Bezug auf den ersten Kultur-Treff und darauf, dass ja auch Beigeordnete, Bürgermeister und Ortsbürgermeister sowie Mitglieder des Kreistags bei der Veranstaltung im röhrig-forum dabei waren. Jung begründete dies damit, dass Kultur ein wesentlicher Beitrag zur Lebensqualität und zum Wohlfühlen auf dem Lande sei und dass sich die Menschen durch den Besuch von regionalen Kultur-Events mit ihrer ländlichen Region identifizieren.
TT
Die Riege der Kommunalpolitiker war stark vertreten.
Dirko Juchem unterhielt die Gäste des röhrig-forums mit seinem Saxophon.
Hobby-Malerinnen stellten einen Teil ihrer Kunstwerke für eine Versteigerung zur Verfügung. Der Erlös der gesamten Veranstaltung kommt dem Pommerner Peter Birkenbeil für sein Trinkwasser-Projekt in Peru zu Gute.
