Kunst im Zehnthaus Odendorf
Kunst aus einer Vielfalt an Werkstoffen
Bilder, Keramik, Glas-, Holz- und Textilarbeiten
Swisttal-Odendorf. Auf den zwei Etagen des historischen Zehnthauses ist fast jeder Quadratmeter und jeder Winkel mit Kunst und Kunsthandwerk bestückt. Es ist bereits die 32. Ausstellung, und damit wohl eine der ältesten Veranstaltungen dieser Art in der Region. Die alljährliche Kunstausstellung haben die Organisatoren unter der Schirmherrschaft des Zehnthausvereins dieses Jahr allerdings von der bisher üblichen Adventszeit auf Mitte November vorverlegt. Damit wollen die Organisatoren neue Wege beschreiten, denn als vor über 30 Jahren die Kunstausstellung im Zehnthaus begründet wurde, gab es zum 1. Advent kaum Veranstaltungen in der Region. Nun aber sind die Veranstaltungskalender mit Weihnachtsmärkten und Adventsveranstaltungen rund um Odendorf prall gefüllt, und die Auswahl fällt da potenziellen Besuchern schon schwer.
Schöpferische Bandbreite
Insgesamt zehn Künstlerinnen und Künstler hatten einen Teil ihrer Werke mitgebracht. Thomas Baumgärtner, seit 2005 freischaffender Künstler mit handwerklichen Ausbildungen im Elektro- und Metallbereich, möchte das Unsichtbare sichtbar machen, er zeigte Wurzelstöcke, aufgesägte Äste und Baumstämme. Schon während ihrer Lehrtätigkeit an der Waldorfschule widmete sich Ute Brockhausen der Aquarellmalerei, später dann der Acrylmalerei. Sie bevorzugt pflanzliche Motive sowie das Fließende und Bewegte in der Natur. Der Kreuzstich ist das Nadel- und Fadenhobby von Martin Gelbrich. Jetzt konzentriert er sich auf die Umsetzung grafischer Motive, vorzugsweise Bleiverglasungen des US-Architekten Frank Lloyd Wright. Hedda Knab ist in Sigmaringen geboren, lebt aber seit 1989 in Rheinbach. Ihre Werke in Öl und Aquarell zeigen eine große Bandbreite von Aktmalerei über Landschaften, Stilleben bis hin zum Abstrakten. Bereits im Kindesalter fand Kirsten Quednau zur Kunst. Ihre Ausbildung zur Dekorateurin und Maskenbildnerin sind weitere Grundlagen, sich künstlerisch zu betätigen ob beim Modellieren oder Malen. Mit dem Patchworkvirus hat sich Sabine Pingen vor rund zehn Jahren infiziert. Sie entwirft und näht Quilts in Deckengröße, die auch schon in diversen Fachzeitschriften abgebildet wurden. Die Glasermeisterin Swantje Lunau ist seit über 20 Jahren dem Glas als Werkstoff verbunden. Die Fertigung von Glasperlen am Brenner wurde 2005 zu ihrer Leidenschaft. Jedes fertiggestellte Schmuckstück ist ein Unikat. Nach jahrelangen Experimenten mit Material, Form und Farbe hat Michaela Rübenach autodidaktisch und durch diverse Kurse bei etablierten Künstlern ihren persönlichen Stil in der Bearbeitung von Skulpturen und Bildern entwickelt. 2011 machte sie ihren Abschluss als „Kunst- und Kreativitätstherapeutin“. Anerkennung im In- und Ausland erwarb sich Franz Schönbeck mit seinen „zerbrochenen Bildern“. Die Bruchkanten des zufällig zerbrochenen oder auch geschnittenen Glases nutzt er wie gezeichnete Linien. 2006 wurde seine Glaskunst vom Corning Museum of Glass in New York unter den weltweit 100 hervorragenden Arbeiten juriert. Tiere, Menschen und Fabelwesen sowie ausgefallene Objekte sind das Thema der skurrilen, witzigen und auch fröhlichen Tonfiguren von Elke Marion Utecht. Bei diesem Angebot war es für die zahlreichen Besucher ein leichtes, hier oder da ein passendes Geschenk für das bald anstehende Weihnachtsfest zu erwerben.
Kirsten Quednau vor einem ihrer Bilder.
