Allgemeine Berichte | 10.04.2019

Eifelverein Remagen unterwegs

Kunstvoller Goethe-Gedenkstein entdeckt

Die Gruppe am verborgenen Goethestein mitten im Wald.Foto: privat

Oberwinter. Vorbei am Himbrich (mit 235 m die höchste Erhebung der Gemarkung Oberwinter), oberhalb des Sportplatzes dann zur Waldheide und wieder zurück in den Wald zum Berschberg - das war vielen noch vertraut. Aber spätestens nach einer Abzweigung vom Rheinburgenweg stellten fast alle fest „hier bin ich noch nie gewesen“. Und doch hat gerade dieser Weg einen zauberhaften Reiz. Tief unten war durch die noch unbelaubten Bäume die Südspitze der Insel Nonnenwerth zu sehen und gegenüber die Insel Grafenwerth. Am meisten aber überraschte die Remagener Wanderer plötzlich mitten im Wald ein kunstvoller Goethe-Gedenkstein aus rotem Sandstein. Er wurde, wie auf seiner Rückseite vermerkt, im Jahre 1909 errichtet. Rechts zeigt ein erhabenes Halbrelief eine Amphore im Lorbeerkranz, rechts eine flammende Fackel. Auf der Vorderseite wird in feinen Schriftzügen das ganze Goethe-Gedicht „Einsamkeit“ zitiert, das Goethe 1782 in Weimar verfasst hat. Es gilt als Schlüssel für Goethes Parkbegeisterung und beginnt mit „Die ihr Felsen und Bäume bewohnt, o heilsame Nymphen, Gebet jeglichem gern, was er im Stillen begehrt!“ ...

Aber wer ließ 1909 dieses Denkmal errichten? Damals war dieser Ort noch exponiert, kein Wald schränkte den Blick auf Rhein und Siebengebirge ein, selbst der Hang zum Rolandsbogen hinauf war noch dicht mit Weinbergen bestückt. Fast naheliegend, dass dieser Goethestein vom Verkehrs- und Verschönerungsverein Oberwinter/Rolandseck gestiftet wurde. Der 1902 gegründete Verein hatte von namhaften Persönlichkeiten reichlich Geldmittel erhalten, so dass er 1914 sogar die viel größere, monumentale Freiligrath-Gedenkstätte neben dem Aufstieg zum Rolandsbogen finanzieren konnte, die noch heute in seinem Besitz ist. Selbst Konrad Adenauer gehörte dem Verein seit 1912 an und wurde 1951 sogar zum Ehrenmitglied ernannt.

Der Weg führte vorbei am Haus Humboldtstein. 1850 vom Kölner Dombaumeister Zwirner entworfen beherbergt es nach wechselvoller Geschichte heute die AWO-Tagungsstätte. Nach dem Aufstieg zum Rodderberg standen die Wanderer wenig später am Aussichtspunkt Heinrichsblick. Dort stand früher der Galgen des Amtes Mehlem. Seinen Namen hat der Ort zur Erinnerung an einen unschuldig Hingerichteten namens Heinrich, zu dessen Ehren sich noch heute die Mehlemer Sebastianusschützen an jedem Karnevalsdienstag dort treffen.

Zurück am Golfplatz klang die schöne Wanderung auf der Sonnenterrasse des dortigen Restaurants aus.

Die Gruppe am verborgenen Goethestein mitten im Wald.Foto: privat

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