Quilts von Künstlerin Monika Wegmann-Jung sind in der Curanum Residenz zu bewundern
Kunstwerke stießen bei Vernissage auf großen Zuspruch
Remagen. Eine ganz besondere Kunst präsentierte am Sonntag bei der Vernissage in der Curanum Residenz die Oberwinterer Künstlerin Monika Wegmann-Jung vor großem Publikum: Quilts als textile Kunstform unter dem Thema „Streifen-Linien und noch mehr“. Zahlreiche Gäste, darunter viele Künstlerkollegen, und Bewohner ließen sich die Vernissage nicht entgehen. Die Begrüßung oblag Residenzleiterin Gisela Dröge. „Es ist eine unbeschreiblich schöne Kunst, die wir hier sehen. Das können Menschen, die noch nie genäht haben, wohl am besten nachvollziehen“, betonte Dröge und freute sich darüber mal eine andere Kunst, als Malerei ausstellen zu können. Die Erläuterungen über die textile Kunstform Quilts übernahm Künstlerin Monika Wegmann-Jung selbst, nachdem sie ein herzliches Dankeschön aussprach in der Residenz ausstellen zu können. Schon vor vier Jahren hatte die Künstlerin einmal in der Residenz ausgestellt, damals in einer Gruppenausstellung. Quilts seien eigentlich Decken, die aus drei Lagen gearbeitet werden, der Vorderseite, der Zwischenlage und der Rückseite. „Da ich beruflich viel mit den Fingern arbeite“, Monika Wegmann-Jung ist Zahnärztin mit eigener Praxis, „liegt mir die Arbeit mit den Fingern, das Nähen, auch in meiner Freizeit“, so die Künstlerin. Quilts hätten eine lange Tradition. Vermutlich seien sie in China entstanden. Im Mittelalter seien Quilts als Schutz unter der Rüstung getragen worden. In England seien Stoffe sehr teuer gewesen, sodass alte Kleidung zu Quilts in vielen Farben und Mustern verarbeitet worden seien. Zusätzlich zur Technik des Nähens würden eine ganze Reihe weiterer Techniken wie unter anderem das Malen und Kleben kommen. Im Laufe ihrer künstlerischen Laufbahn wurden die Techniken von Monika Wegmann-Jung immer filigraner. So sei sie zum Thema Streifen und fortlaufende oder unterbrochene Linien gekommen. Das sehr alte Kunsthandwerk Quilten beschäftigt sich mit der Herstellung und Gestaltung aufwendiger Decken und textiler Wandbehänge. Die Vorderseite des Quilts besteht meist aus vielen zusammengesetzten Stoffteilen. Mit einem weichen Innenvlies und einer Rückseite werden diese drei Teile gequiltet: durch alle drei Teile wird gesteppt, um die Teile miteinander zu verbinden. Nach eigenen Entwürfen präsentierte die Künstlerin Monika Wegmann-Jung zahlreiche Quilts in der Residenz, durch die sich das Thema „Streifen-Linien und noch mehr“ wie ein roter Faden zogen. Sehr beeindruckt zeigten sich die vielen Gäste von den wunderschönen und ungewöhnlichen Kunstwerken. Struktur, Haptik und Farbe in einen dem textilen Medium angemessenen Zusammenhang zu bringen und damit eine künstlerische Aussage zu machen, das sind Wunsch und Anspruch der Künstlerin an ihre Arbeiten. Monika Wegmann-Jung wurde 1954 in Ulm an der Donau geboren und arbeitet seit 1983 als Zahnärztin in eigener Praxis. Seit 2004 nähte sie traditionelle Quilts und von 2005 bis 2013 war sie Schülerin von Gisela Hafer, Gabi Mett, Dorle Stern-Straeter, Nancy Crow, Jette Clover und anderen. Zahlreiche Austellungen hat sie schon mit ihren Kunstwerken bestückt. 2012 erwarb sie das Zertifikat Kursleiterinnenausbildung des hessischen Volkshochschulverbandes. Bei einem Glas Schampus besichtigten die Gäste nach dem offiziellen Teil die Ausstellung gemeinsam mit Künstlerin Monika Wegmann-Jung. Die musikalische Untermalung am Klavier übernahm Ronja vom Stein von der Musikschule Frank von Häfen. Die Ausstellung ist noch bis zum 31. März in der Curanum Residenz zu bewundern. AB
Außergewöhnlich und beeindruckend wirken die Kunstwerke, die als textile Kunstform ausgestellt sind.
