Allgemeine Berichte | 30.05.2018

Stadt Meckenheim übergibt 20 Mappen mit Reproduktionen an Stadtmuseum

Kupferstiche werden ausgestellt

Israhel van Meckenem schuf Neues in seiner Zeit

Holger Jung (li.), Dieter Ohm und Heide Simm zeigen einige Stiche des bekannten Meckenheimer Sohns. Foto: CEW

Meckenheim. Kunst und Kultur sind während der Kulturtage in Meckenheim über den gesamten Juni hinweg Thema der Stadt. Mit reproduzierten Werken des Kupferstechers Israhel van Meckenem trug die Stadt selbst einen guten Anteil dazu bei, die für seine Zeit ungewöhnlichen Stiche des in der Apfelstadt geborenen Künstlers zugänglich zu machen. Nicht nur für die Ausstellung im Stadtmuseum, sondern auch für den Verkauf übergab der erste Beigeordnete Holger Jung gleich zwanzig Mappen an Dieter Ohm, den Vorsitzenden des Meckenheimer Stadtmuseums und Kulturforums, und seine Stellvertreterin Heide Simm. Der Verkaufserlös der Mappen wird dem Museum zugutekommen, das am Freitag, 15. Juni seine Sonderausstellung zu dem berühmten Kupferstecher mit einem Vortrag des Kunsthistorikers Dr. Hans M. Schmidt eröffnen wird.

Was ist Kupferstechen?

„Das Kupferstechen war damals eine neue Technik unter den Goldschmieden“, erklärte Heide Simm, selbst Goldschmiedin. Normalerweise wurden die neuen Möglichkeiten der Technik dazu genutzt, Bilder von Malern in Kupfer zu ätzen, um jene auf diese Weise zu reproduzieren und so mehrfach zu nutzen. Der in Meckenheim geborene Künstler, dessen Lebensspuren sich zumeist in Bocholt finden, ist jedoch andere Wege gegangen. Er reproduzierte nicht nur Vorgegebenes, sondern schuf schnell eigene Werke, die sich überdies nicht nur mit den seinerzeit gängigen Themen wie Kirche und Glaube auseinandersetzten. Bilder von Ehestreitigkeiten findet man bei ihm ebenso wie einen Hasen, der einen Jäger grillt. Außerdem hatte sich der kreative Mann den Ornamenten verschrieben, derer er viele mit künstlerisch hohem Anspruch schuf.

Zeitlich ist der schaffensfreudige Kupferstecher in die zweite Hälfte des 15. Jahrhunderts einzuordnen, in dem der Humanist Jakob Wimpheling über den Sohn Meckenheims bereits damals sagte: „Die Bilder Israhels sind in ganz Europa gefragt und werden von den Malern auf das Höchste geschätzt.“ Auch Heide Simm hat sich von ihm inspirieren lassen und eigene Arbeiten nach dem Vorbild des Künstlers gearbeitet. Auch diese Werke in Sterlingsilber werden im Rahmen der Ausstellung zu sehen und zu verkaufen sein. Holger Jung freute sich sichtlich, mit dem Überreichen der Kunstmappen zum Erfolg der beliebten Ausstellungen im Herrenhaus in Altendorf beitragen zu können: „Ein erfreuliches Ereignis für die Kunst und die Kulturtage, die anstatt Schatten ihre Sonnenstrahlen vorauswerfen.“ Die Stadt sei im Besitz einiger Originale des Künstlers, erklärte der Beigeordnete und dankte den Ehrenamtlern, die das Stadtmuseum so attraktiv gestalteten. Das Stadtmuseum sei immerhin quasi die Visitenkarte einer Stadt und würde vom Verein als solche hervorragend gepflegt. Diese Arbeit sei besonderer Würdigung wert.

Hier hielt Israhel van Meckenem eine Szene aus dem Alltagsleben fest. Repro aus Faksimiledruck der Stadt Meckenheim

Hier hielt Israhel van Meckenem eine Szene aus dem Alltagsleben fest. Foto: Repro aus Faksimiledruck der Stadt Meckenheim Foto: Petra Reuter

Holger Jung (li.), Dieter Ohm und Heide Simm zeigen einige Stiche des bekannten Meckenheimer Sohns. Foto: CEW Foto: Petra Reuter

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