Bad Ems ist nun Bewerber für den Welterbetitel „Great Spas of Europe“
Kurstadt kann jetzt Welterbe werden
Bad Ems/Prag. Bad Ems steht seit Kurzem auf der Liste der gemeinsamen Bewerber um den Welterbetitel „Great Spas of Europe“ – also große oder großartige Badeorte Europas. In Prag wurde entschieden, welche der insgesamt 16 Städte auf der Liste bleiben, die bei der Unesco als Sammelbewerbung für die Anerkennung als Welterbe eingereicht werden: Jetzt steht fest, Bad Ems ist dabei – neben so bekannten Namen wie Baden Baden, Bath in England, Vichy in Frankreich oder auch Karlsbad in Tschechien, woher übrigens auch die Idee zur gemeinsamen Bewerbung stammt. Von der Bewerberliste gestrichen wurden unter anderem Wiesbaden, Bad Homburg, Bad Pyrmont und Bad Ischl in Österreich. Hinter der Bewerbung steckt die Idee, dass die einst so bedeutenden Badeorte ganz prägnante Stadtbilder entwickelt haben, mit oft prächtiger Architektur und – durch berühmte Gäste – auch internationaler Bedeutung. Kern der Bad Emser Bewerbung, die vor allem Stadtbürgermeister Berny Abt forciert und Stadtarchivar Hans-Jürgen Sarholz mit Leben gefüllt hat, ist das klassische Kurgebiet, also der östliche Teil der Kurstadt bis etwa auf Höhe der Bahnhofsbrücke. In diesem Bereich finden sich 17 Heilquellen, eine der ältesten Spielbanken Deutschlands, das historische Kursaalgebäude sowie knapp am Rand auch noch das Industriedenkmal, die stillgelegte Malbergbahn, deren Talstation gerade in privater Initiative saniert wurde.
Bis die Stadt aber dann eventuell auch wirklich den begehrten Titel tragen darf, wird noch einiges Wasser die Lahn herunter fließen: Voraussichtlich Anfang 2018 soll die nun verabschiedete Liste beim zuständigen Unesco-Komitee vorliegen, bis dahin ist nämlich noch einiges zu tun. Dann geht es auch nicht mehr darum, ob einige der zehn Bewerber den Titel erhalten, die Bewerbung kann dann nur ganz oder gar nicht anerkannt werden. Allerdings wäre nach der erfolgten Anerkennung der Rhein-Lahn-Kreis eine der ganz wenigen Regionen dieses Planeten mit gleich drei Welterbetiteln – dem Mittelrheintal, dem Limes und dann noch dem „Great Spa“ Bad Ems.
Willi Willig
