„Guggemusiker“ trotzen Wind und Wetter - zahlreiche Auftritte
Kurze Session wird zum längsten Karneval
Bad Ems. Die heiße Phase für den diesjährigen Karneval begann auch für den Musikverein „Gugge’mer’ma“ Bad Ems 1994 e.V. traditionell am Schwerdonnerstag. Was da noch nach einer relativ kurzen Karnevalssession aussah wird aber durch zahlreiche Zugabsagen aufgrund der Sturmprognosen für den Rosenmontag nun zur „Never-ending-Karnevalsstory“.
„Freudig über die Tatsache, dass es endlich wieder richtig losgeht, machten wir uns am frühen Donnerstagnachmittag auf den Weg nach Koblenz-Wallersheim um beim Möhnenclub „Fidele Mädcher Wallersheim“ unser Programm zum Besten zu geben und die Mädcher mal so richtig fidel zu machen. Das scheint uns, wenn man nach Stimmung und Applaus geht, auch gelungen zu sein“, lacht Markus „de Wärtz“ Wirtz im Gespräch mit „Blick Aktuell“.
Ohne große Verschnaufpause ging es im Anschluss auf direktem Wege nach Bad Ems zurück, die Bad Emser „Gut Stubb“ das Kurhaus mit dem ausverkauften Kreppelkaffee, war das nächste Ziel. Auch hier brachte die „Gugge“ den Saal zum Toben.
Am Samstagabend hieß es dann Premiere - der Weg führte nach Nentershausen im Westerwald. Dort wurde vom ortsansässigen Möhnenverein anlässlich des 66-jährigen Bestehens, ein Nachtumzug auf die Beine gestellt, der sich sehen lassen konnte. Sowohl Zuschauer als auch Teilnehmer waren begeistert. Am Sonntag ging es nach kurzer Nachtruhe nicht ganz so frisch, fromm, fröhlich und frei wie sonst üblich nach Weißenthurm. Bereits zum dritten Mal war „die Gugge“ Gast in Weißenthurm. „Diesmal entpuppte sich der Umzug aber als echte Herausforderung. Das kam schon den Strapazen eines Marathons gleich. Über drei Stunden ging es durch die voll besetzten Straßen von Weißenthurm. Ein Mega-Umzug mit toller Atmosphäre“, schwärmt „der Wärtz“. Am Rosenmontag saßen die Gugge-Musiker bereits fertig geschminkt im Bus um in die hohe Eifel zu pilgern - Rosenmontagsumzug in Mayen stand auf dem Programm -doch daraus wurde nichts. Nach einer, für 11 Uhr angesetzten Krisensitzung in Mayen, kam die Nachricht über die Zugabsage. „Eine für uns zunächst traurige, aber aus Sicherheitsaspekten gesehen, absolut richtige Entscheidung“, so Markus Wirtz. Alllerdings auch eine Entscheidung mit Konsequenzen: die eigentlich sehr kurze Karnevalssession verlängert sich nun bis in den Sommer hinein. Erster Nach-Karnevalstermin für die „Gugge“, der Mayener Umzug, startete am Sonntag, 28. Februar ab 11.11 Uhr. Weitere „Nachzügler“ folgen, eventuell sogar mit neuen Stationen, weil Veranstalter nun bei der „Gugge“ anfragen und aufgrund der auf Monate verteilten Termine für die Nachholzüge nun Chancen auf die Verpflichtung des Musikvereins aus Bad Ems haben, wo vorher eine Zusage nicht möglich war. „Wir würden ja gerne, aber selbst wir können uns an einem normalen Rosenmontag nicht teilen. Da die „Rosenmontage nun bis in den Sommer verteilt sind, ist alles möglich. Jede Anfrage lohnt sich“, verspricht Wirtz.
Doch zurück zum eigentlichen Rosenmontag: Ein spontaner Anruf bei Vereinswirt Rene Lotz im Alt-Ems und schon wurden, fünf Stunden vor der eigentlichen Öffnung, kurzerhand die Türen geöffnet und ein für die „Gugge“ nicht alljährlicher Rosenmontag nahm seinen Lauf. Die „offizielle Session“ endete am Veilchendienstag mit der Lahnsteiner Kappenfahrt, „Gugge’mer’ma“ war dabei die erste Kapelle im Zug.
So konnten die Emser die Stimmung anheizen, obwohl das für den Vortag gemeldete Wetterchaos da erst richtig zuschlug. Am 3. März beginnt übrigens wieder der reguläre Probenbetrieb, wer Lust hat mal ein Instrument in die Hand zu nehmen und bei solch einer tollen Truppe mit an Bord zu sein, kommt einfach unverbindlich in das Probenlokal Alt-Ems in der Marktstrasse in Bad Ems. Proben sind immer mittwochs ab 19.30 Uhr. Weitere Informationen unter www.guggemerma.de im Internet.
Willi Willig
