Theatergruppe Lampenfieber läuft zur Höchstform auf
Lachsalven am laufenden Band
Wassenach. Mit der Komödie „Der Heiler von Klieburg“ (im Original „Der Heiler von Wintersheim“ von Bernd Kietzke) startete die Theatergruppe Lampenfieber in Wassenach in ihre diesjährige Theatersaison. Die Besucher der Premierenvorstellung am Samstag, 28. Oktober 2023, wurden nicht enttäuscht und kamen aus dem Lachen nicht heraus. Das Ensemble zeigte sich auch in diesem Jahr aufs Beste vorbereitet und lief gleich zur Höchstform auf.
Erneut hatte man mit der Auswahl des Stücks und der Besetzung der einzelnen Rollen eine glückliche Hand bewiesen. Das Ensemble, das dieses Jahr erneut unter der Regie von Oliver Lange agierte und bereits seit Anfang des Jahres fleißig probte, zeigte sich bereits bei der Premiere in Hochform. Bis auf wenige Rollen hat man auch in diesem Jahr wieder alle Rollen doppelt besetzt, um beispielsweise gegen krankheitsbedingte Ausfälle gewappnet zu sein, und so dürften auch die weiteren geplanten Aufführungen am Samstag, 04.11. (20.00 Uhr) und Sonntag, 05.11. (17.00 Uhr) für alle Besucher unterhaltsame Stunden bieten, wie dies auch bereits am Sonntag, 29.10. der Fall war.
Frohe und unterhaltsame Stunden
Alljährlich ist der größte Erfolg der Truppe, wenn sie nach vielen Proben mit den Zuschauern von Nah und Fern ein paar frohe und unterhaltsame Stunden verbringen können. Es besteht kein Zweifel daran, dass dies auch in diesem Jahr wieder der Fall sein wird. Klaus Erler konnte das in froher Erwartung in der Klieburghalle harrende Premierenpublikum aufs Herzlichste begrüßen. Er wünschte allen Besuchern einen recht unterhaltsamen Abend bei dem turbulenten Geschehen auf der Bühne. Hier bildete die Praxis von Dr. Bacchus die Kulisse für das Geschehen.
In „Der Heiler von Klieburg“ basiert der Erfolg der Arztpraxis von Dr. Johann Bacchus (gespielt von Werner Willems) auf Wein, gutem Essen und gesundem Menschenverstand. Die unkonventionellen Methoden mit Wein und Hausmannskost, auf die Landarzt Dr. Bacchus zurückgreift und auch gerne selbst austestet, ruft schließlich die Dienstbehörde auf den Plan.
Der geringe Krankenstand macht entsprechende Stellen misstrauisch. Die Ärztekammer ließ durch den Schulmediziner Hans Wehrtmann (Daniel Heinze) das Wirken des seltsamen, aber offenbar beliebten Arztes in Augenschein nehmen. Da stießen die unterschiedlichen Auffassungen von Behandlungsmethoden und Dosierungen zunächst kräftig aufeinander. Doch das Ausprobieren der „bewährten Medikationen“ führte schließlich dazu, dass der Vertreter der Ärztekammer sich zu einem enthusiastischen Befürworter der Klieburger Heilkunde entwickelte.
Gleichzeitig beflügelt Dr. Bacchus aber auch die ehrgeizigen Visionen der Bürgermeisterin Minna Moritz (Rita Friedrich), ihren Ort in einen Kurort zu verwandeln. Da die Patienten nämlich ebenso außergewöhnlich sind wie das Personal der Praxis, ist es kein Wunder, dass mit dem Überblick über die Situation auch die Fassung einiger Personen verloren geht.
Die Sprechstundenhilfe Lore Ley (Anna Keimann-Winterer) mit dem Herz am rechten Fleck und modisch stets auf dem neuesten Stand organisiert das unvermeidliche Chaos in der Praxis, die gleichzeitig auch das Kommunikationszentrum der Gemeinde ist. Neben ihr wirkt in der Praxis die schlagfertige und humorvolle Putzhilfe Ambrosia Teufel (Martina Jesse), die stets eine einfache humorige Erklärung für komplizierte Begriffe im Ärmel hat und die ihre „Reinigungskompetenz“ auch hier und da einmal überschritt.
Bei der sich zahlenmäßig überschaubaren Patientenschar hingegen strotzte es nur so von Originalen:
Dauerpatientin Wilma Öfter (Erika Leyh) sucht eigentlich Hilfe für die Probleme ihres geplagten Mannes, sorgt jedoch stattdessen für manch peinliche Situation.
Die Bauerntochter Chantal Bollermann (Birgitt Nuppeney) , die sich mit fünf Brüdern rumschlagen musste und anfangs keinen Wert auf ihr Äußeres legt.
Max Moritz (Martin Ingenhoven), der Sohn der Bürgermeisterin mit viel Phantasie und Visionen in die Zukunft des Ortes.
Der gescheiterte Schauspieler und Taugenichts Ebby Kühlmann (Kevin Junk), der schließlich „in die Rolle seines Lebens“ schlüpft und in den unterschiedlichsten Rollen „die Bühne rockte“.
Die Privatdetektivin Lisa Groß (Jutta Garling) schnüffelte zudem in der Praxis herum und war sich auch für einen „Lauschangriff“ auf Dr. Bacchus nicht zu schade.
So nehmen die Verwicklungen ihren Lauf. Da trifft lokaler Charme auf pointierten Witz. Die Akteure nehmen in ihren Dialogen nicht nur die Nachbarorte humorvoll aufs Korn, sondern auch im Publikum wird sich der ein oder andere sicherlich wiedererkennen. Da bleibt sicherlich kein Auge trocken. Wie sich die Überprüfungen der „wundersamen Heilmethoden“ von Dr. Bacchus entwickeln, können sich gerne erfahren, wenn sie eine der weiteren Aufführungen am Samstag, 4. November (20.00 Uhr) oder Sonntag, 5. November (17.00 Uhr) besuchen.
Soviel sei gesagt: „Der Heiler von Klieburg“ ist eine witzige und unterhaltsame Komödie, die jedem zu empfehlen ist und bei der auch ein paar „rustikale Vokabeln“ nicht fehlen durften. Wer mehr erfahren will, sollte die weiteren Aufführungen nicht verpassen.
Nach der gelungenen Premierenvorstellung, bei der alle Akteure mit sehr viel Applaus bedacht wurden, bedankte sich Klaus Erler im Namen der Theatergruppe Lampenfieber sowohl bei allen Darstellern für die gezeigten Leistungen sowie beim begeisterten Publikum. Besonderen Applaus gab es für Regisseur Oliver Lange und den Debütanten Erika Leyh, Birgitt Nuppeney, Daniel Heinze und Martin Ingenhoven. Allen, die in irgendeiner Form an dieser tollen Aufführung mitgewirkt hatten, sprach man ein herzliches Dankeschön aus.
Bei den weiteren Vorstellungen kommen noch im Wechsel der Besetzung der Premierenvorstellung zum Einsatz:
Herbert Pütz (als Dr. Bacchus), Rebekka Heinze (als Lore Ley), Klaus Erler (als Hans Werthmann), Renate Erler (als Minna Moritz), Christel Rossel (als Eilma Öfter) und Melanie Decker (als Ambrosia Teufel).
Sondervorstellung geplant
Im Anschluss an die erfolgreiche Premierenvorstellung verweilte man noch im Foyer der Klieburghalle und feierte die erfolgreiche Premiere. Die Theatergruppe Lampenfieber würde sich freuen, wenn man auch in den nächsten Vorstellungen wieder ein volles Haus in der Klieburghalle erfreuen könnte. Die Besucher der Premierenvorstellung sowie der Vorstellung am nächsten Tag konnten sich bereits jeweils über einen schönen und lustigen Theaterabend erfreuen.
Wie die Theatergruppe Lampenfieber bekannt gab, wird man am 4. November eine Sondervorstellung für Seniorenheime und karitative Einrichtungen geben, zu der bereits über zehn Einrichtungen die Einladungen angenommen haben. WER
Foto: Andreas Stutzmann
