Allgemeine Berichte | 25.11.2022, 14:56 Uhr

Lahnsteiner Feuerwehrausstellung zeigte 150 Jahre Einsatz „retten, schützen, löschen, bergen“

Lahnsteiner Feuerwehrausstellung zeigte 150 Jahre Einsatz „retten, schützen, löschen, bergen“. Quelle: Stadtverwaltung Lahnstein
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Lahnstein. Fünf Tage stand die Lahnsteiner Hospitalkapelle im Zeichen der Historie der Freiwilligen Feuerwehr Lahnstein. Auf vierzehn Stellwänden hatten Buchautor Stefan Specht und Stadtarchivar Bernd Geil bedeutende Ereignisse der beiden Wehren in Oberlahnstein (gegründet 1872) und Niederlahnstein (gegründet 1878) dar- und die aktuellen Kräfte vorgestellt. Schaufensterpuppen trugen die in Lahnstein vor dem Ersten Weltkrieg gebräuchlichen Uniformen.

Zur Eröffnung der Ausstellung konnte Oberbürgermeister Lennart Siefert rund 60 Aktive der Wachen Nord und Süd sowie mehrere Bürger Lahnsteins begrüßen. Er hob die Bedeutung der Feuerwehr hervor, deren Einsatz für Lahnstein und die Region unverzichtbar sei. Dies betonte auch Rhein-Lahn-Nixe Adriana I. in ihrem Grußwort. Michael Güls, zweiter Vorsitzender des Fördervereins der Freiwilligen Feuerwehr und damit Mitveranstalter und auch Ideengeber der Ausstellung, dankte den Organisatoren und Mitwirkenden.

Anschließend erläuterten Bernd Geil und Stefan Specht den Aufbau der Ausstellung. Sie betonten, dass die Freiwilligen Feuerwehren nach jeweiliger Gründung zunächst als Vereine organisiert waren, gar Theaterstücke aufführten, um sich Ausrüstung und Kleidung leisten zu können. Erst mit dem in Preußen 1933 eingeführten Feuerwehrgesetz mussten die Kommunen sie unterhalten.

So verwundert es nicht, dass erst 1934 die Oberlahnsteiner Wehr ihr erstes Fahrzeug anschaffen konnte, indem die Wehrmänner einen Omnibus als Leiter- und Mannschaftswagen umbauten.

Die Niederlahnsteiner Wehr hatte sechs Jahre früher einen Autolöschzug erwerben können, nachdem der Großbrand der Papierfabrik im Jahr 1927 auf dramatischte Weise zeigte, dass der bis dahin gebräuchliche Hydrophor und die Oberlahnsteiner Lafettspritze absolut unzureichend waren und in dem konkreten Notfall auf die Hilfe aus Koblenz zu lange gewartet werden musste.

Im Zweiten Weltkrieg wurden das Oberlahnsteiner Gerätehaus und auch die im ständigen Einsatz befindlichen Löschfahrzeuge und Löschgerätschaften Opfer der Luftangriffe. In der Nachkriegszeit wuchs wieder der Fuhrpark auf beiden Seiten der Lahn, sodass die provisorischen Räumlichkeiten sowohl einem Umbau in Niederlahnstein sowie einem Neubau in Oberlahnstein im Jahr 1962 gewichen sind. Zudem entstand in Oberlahnstein in Eigenleistung die Siedlung St. Florian, am Marktplatz Niederlahnstein wurden Wohnungen im sanieren Gebäude am Marktplatz geschaffen.

Mit dem Zusammenschluss beider Städte entstand im Jahre 1969 die Freiwillige Feuerwehr Lahnstein, die beiden Gerätehäuser blieben indessen selbstständig als Wachen Nord und Süd. Eigenleben und Tradition jeder Wache blieben bestehen. Unterdessen blieb Lahnstein und Umgebung nicht vor Bränden, Hochwassern, Unfällen und Naturkatastrophen bewahrt, wie zahlreiche Fotos von den rund 250 Einsätzen pro Jahr zeigten. Auch die Einsätze der Lahnsteiner nach dem Güterzugunfall in Niederlahnstein (2020) und der Hochwasserkatastrophe im Ahrtal (2021) dokumentierten zahlreiche Bilder, nicht zu vergessen auch die Hilfe der Rettungshundestaffel nach dem Erdbeben in Armenien.

Die 320 Seiten starke Feuerwehrchronik von Stefan Specht ist beim Förderverein der Feuerwehr oder im Stadtarchiv zu bestellen.

Pressemitteilung der

Stadt Lahnstein

Lahnsteiner Feuerwehrausstellung zeigte 150 Jahre Einsatz „retten, schützen, löschen, bergen“. Quelle: Stadtverwaltung Lahnstein

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