Allgemeine Berichte | 17.06.2025

Tierschutzbund fordert überfällige Verbesserung beim Landesjagdgesetz

Landesjagdgesetz: Tierschutz statt Jägerlobby gefordert

Feldhase.Foto: SB

Rheinland-Pfalz. Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Rheinland-Pfalz zeigen sich enttäuscht über den aktuellen Stand der Jagdgesetz-Novelle. Sie fordern klare Nachbesserungen im Gesetzentwurf und ein Bekenntnis zum Tierschutz, wie es die rheinland-pfälzische Landesregierung im Koalitionsvertrag zugesagt hatte. Am Dienstag, 17. Juni findet im Umweltausschuss des Landtags eine Anhörung zum Gesetzentwurf statt.

„Eine umfassende Novellierung des Landesjagdgesetzes in Rheinland-Pfalz ist überfällig. Wichtige Änderungen, die den Tierschutz vorangebracht hätten, hat die Landesregierung im Gesetzgebungsverfahren allerdings schon wieder einkassiert – auf Druck der Jäger, die weiter die Hoheit in Wald und Flur haben und an tierschutzwidrigen Methoden festhalten wollen“, kritisiert Thomas Schröder, Präsident des Deutschen Tierschutzbundes. Anna-Lena Busch, Vorsitzende des Landesverbands Rheinland-Pfalz des Deutschen Tierschutzbundes, ergänzt: „Die Landesregierung hat in ihrem Koalitionsvertrag zugesagt, dass Tierschutz eine herausragende Bedeutung und daher einen festen Platz in der rheinland-pfälzischen Landesverfassung hat. Dies muss umso mehr auch für die Jagdausübung und das damit verbundene Töten von Tieren gelten. Wir fordern die Landesregierung auf, nicht weiter einzuknicken, sondern wenigstens ein Mindestmaß an Tierschutz im Jagdrecht zu gewährleisten.“

Der Deutsche Tierschutzbund und sein Landesverband Rheinland-Pfalz hatten bereits in einer Stellungnahme im Oktober 2023 zum ersten Gesetzentwurf, in Gesprächen mit dem zuständigen Referat sowie bei öffentlichen Verbändeanhörungen dafür plädiert, tierschutzwidrige Jagdmethoden wie die Bau- und Fallenjagd, das Töten von Hunden und Katzen im Rahmen des Jagdschutzes sowie die Jagdhundeausbildung an lebenden Tieren vollständig zu verbieten. Nachdem Änderungen wieder zurückgenommen wurden, sieht der aktuelle Gesetzentwurf jedoch nur noch ein Verbot von Totschlagfallen sowie ein Verbot der Ausbildung von Jagdhunden an lebenden Enten vor, die zuvor flugunfähig gemacht werden. Diese Punkte müssen aus Tierschutzsicht dringend beibehalten werden. Die Tierschutzverbände fordern darüber hinaus zumindest ein umfassendes Verbot des Abschusses von Katzen und Hunden, ein vollständiges Verbot von tierschutzwidrigen Jagdmethoden wie der Bau- und der Beizjagd sowie ein grundsätzliches Verbot der Jagdhundeausbildung an lebenden Tieren – nicht nur an Enten, sondern auch an Füchsen in Schliefenanlagen und in Schwarzwildgattern. Tierarten wie Blässhuhn oder Türkentaube, die weder Schäden anrichten noch verwertet werden, sowie bedrohte oder im Bestand rückläufige Arten, wie Feldhase oder Wachtel, müssen laut dem Deutschen Tierschutzbund aus dem Jagdrecht gestrichen werden. Für sie bestehe kein “vernünftiger Grund” für die Tötung, wie ihn das Tierschutzgesetz in Deutschland fordert. Die geplante Aufnahme des Wolfs ins Jagdrecht kritisieren die Tierschützer scharf. Der Erhaltungszustand von Wolfspopulationen wird nach wissenschaftlichen Kriterien derzeit noch immer als überwiegend „ungünstig“ bewertet, was auf absehbare Zeit keine pauschalen Abschüsse und damit keine Aufnahme ins Jagdrecht rechtfertigt.

Pressemitteilung Deutscher Tierschutzbund e.V.

Video: Jägerproteste im Kreis Ahrweiler2025
00:40 min
Überall im Kreis Ahrweiler protestierten die Jäger gegen den neuen Entwurf des Landesjagdgesetzes, so auch in Dernau. Video: privat
zurück zum Artikel

Feldhase. Foto: SB

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Bildergalerien
Neueste Artikel-Kommentare
  • Rita Butz: Sehr schön verfasster Bericht , sehr zutreffend und diese beiden " Helden " üben eine Vorbildfunktion für unsere Gemeinde aus !! L. G. verbunden mit meiner höchsten Wertschätzung!!

BLICK aktuell-Bilderrätsel: Folge 1

  • Rüdiger Knieps: Kesseling im Kreis Ahrweiler
  • Michael Kroeger: Bestätigung Wahlergebnis am 13.4.2026. Mark Geimer wird Stadtbürgermeister. Unterschrift Nutzungsvertrag Windkraft am 17.4.2026 durch den 1. Beigeordneten Werner Lahme. Die Vereidigung Mark Geimer als...
Anzeige "Rund ums Haus"
Kirmes Polch 2026
Handwerker im Außendienst
Kirmes Löhndorf
Kirmes in Löhndorf
Anzeigenauftrag #PR106350-2026-0240#
Maibaumstellen Heimersheim
Empfohlene Artikel
11

Koblenz. Die Einführung des Diakonats der Frau ist seit Jahren ein wichtiges Anliegen des Katholischen Deutschen Frauenbunds (KDFB), der Katholischen Frauengemeinschaft Deutschlands (kfd), des Netzwerks Diakonat der Frau sowie vieler Katholikinnen weltweit und hier vor Ort.

Weiterlesen

11

Region. Bis zum 15. Mai können Landwirtinnen und Landwirte Anträge auf „Agrarförderung 2026“ stellen. Bezuschusst werden Direktzahlungen, Ökoregelungen, gekoppelte Tierprämien, die Ausgleichszulage sowie die Weitergewährung für Agrarumwelt- und Klimaschutzmaßnahmen und des Ökologischen Landbaus. Die Förderung der landwirtschaftlichen Betriebe erfolgt nach den Regelungen der Gemeinsamen Agrarpolitik (GAP) der Europäischen Union.

Weiterlesen

Weitere Artikel
12

Kostenlose Beratung und Unterstützung

Beratungsleistungen der Gemeindeschwesterplus

Kreis Neuwied. Die Gemeindeschwesterplus bietet kostenlose Beratung und Informationen zu gesundheitlichen Themen wie Sturzprävention, Ernährung, Bewegung und vielen weiteren Aspekten - auch bei Hausbesuchen.

Weiterlesen

Symbolbild.
67

Astrologische Vorschau für die KW 18: Gesundheit, Liebe und Erfolg im Fokus bei den Sternzeichen

Sterne im Blick: Horoskop für die Woche 27. April bis 3. Mai 2026

Mit dem Übergang vom April in den Mai beginnt eine Woche, die von Aufbruch, Begegnungen und kleinen Wendepunkten geprägt ist. Rund um den 1. Mai rücken Feste, Traditionen und zwischenmenschliche Beziehungen in den Mittelpunkt. Das Feiern in den Mai hinein sorgt für Leichtigkeit, während alte Bräuche wie das Aufstellen des Maibaums für romantische Zeichen und neue Impulse stehen. Gleichzeitig fordert die Woche dazu auf, auf die eigene Balance zu achten und Chancen bewusst zu nutzen.

Weiterlesen

12

Jiddische Musik und Märchen

Klezmer märchenhaft

Koblenz. Klezmer märchenhaft - Jiddische Musik und Märchen am Samstag, 2. Mai 2026, 18 Uhr in der Christuskirche Koblenz, Friedrich-Ebert-Ring / Hohenzollernstraße.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2025
Dauerauftrag Imageanzeige
Mülltonnen -Reinigung, bis auf Widerruf
Rund ums Haus "Baustellen / Wertstoffhöfe"
Kleinanzeigen
Anlagenmechaniker
Kirmes Polch 2026
Suchen Auslieferungsfahrer
Kirmes Polch
Genusstage 17./18.04.
Handwerkerhaus
Anzeige KW 16
Kirmes Polch