Projekt „Landfrauen pflanzen Zukunft“
Landfrauen hatten zum Vortrag „Gärtnern fürs Klima“ nach Kreuzberg eingeladen
Kreuzberg. Im Zuge des Projektes „Landfrauen pflanzen Zukunft“ erlebten Gartenfreunde einen informativen Nachmittag mit den Gartenexperten Heike Boomgaarden und Werner Ollig. Entgegen der Planung wurde die Veranstaltung wegen des schönen Ambientes nach draußen verlegt. Die Folge: Anstatt einer Powerpoint-Präsentation stellten die Referenten bildhaft den „Regendieb“ (=Regenwassersammler) vor, wobei Werner Ollig die Regenrinne symbolisierte und Heike Boomgaarden das Fallrohr um die Funktion zu verdeutlichen.
Die Brücke zum Thema Niederschlag Regenwassernutzen für Gartenbewässerung, Auswirkungen auf Grundwasserspiegel u.v.a.m. hätte nicht besser geschlagen werden können. In den Zeiten, wo die Sommer wärmer werden, die Niederschläge seltener und heftiger, müsse man sich vom englischen Rasen verabschieden, so die Klimastrategin Heike Boomgaarden. Man solle zum Beschatten der Fläche beispielsweise Bäume anpflanzen. Um Verdunstung zu vermeiden, solle die Erde in Blumen- und Gemüsebeeten nicht unbedeckt bleiben. Entweder man pflanze alles dicht zu oder mulcht die Zwischenräume z.B. mit Grasschnitt oder zerkleinerten Küchenabfällen.
Die Palette der nachhaltigen Gestaltung lässt sich fortsetzen mit dem Verzicht auf Schotterflächen oder bei der Anlage von Sichtschutzabgrenzungen. Anstelle von Kunststoffwänden greife man besser zur lebenden Hecke. Diese nimmt Staub auf, mindert Geräusche, kühlt, bietet Tieren und Insekten Nahrung und Unterschlupf – ein gutes Beispiel für Klima- und Artenschutz.
Die Zuhörer nutzten nach dem einstündigen Vortrag die Gelegenheit ihre Fragen zu stellen. Werner Ollig gab den Rat, auch einmal nichts zu tun. Das kam besonders bei den anwesenden Männern gut an. Gemeint war damit u.a. der mähfreie Mai. Ab Juni solle man immer beim Rasenmähen Inseln stehen lassen, mal hier, mal dort. Wo vorher nur Gras wuchs, blühen dann plötzlich Blumen. Die Vielfalt werde gefördert und es entstünden Nahrungsquellen für Schmetterlinge und Insekten, die wiederum Vögeln als Nahrung dienen. Und Heike Boomgaarden – auch Landfrau - verriet Rezepte mit Wildkräutern und wie aus Brennnesseln, Giersch, Labkraut und Co schmackhafte Salate, Suppen und Gemüse in der Küche entstehen.
Zum Schluss des Vortrages wurden an die Zuhörer zum Start fürs eigene Gärtnern Walnüsse, Mandeln und Bohnenkerne verteilt.
Den Referenten überreichten die Landfrauen als Dankeschön ein Weinpräsent mit guten Tropfen von der Ahr.
Bevor zu Kaffee und Kuchen eingeladen wurde, fanden endlich die blühenden Blumenzwiebeln, die Heike Boomgaarden in ihrem unverkennbaren Bus dabei hatte, sowie die Pflanzen, die im Zuge des Projektes von Landfrauenverbänden gesponsert wurden, rasch ihre Abnehmer.
Die 50 Anwesenden hatten die Wahl zwischen blühenden Blumenzwiebeln, Kräutern, Gewürzen, Beetpflanzen und Stauden.
