Allgemeine Berichte | 26.06.2019

Auch der achte Bauern- und Handwerkermarkt in Mertloch lockte wieder tausende von Menschen an

„Landleben mit Lust und Laune“

Der scheidende Ortsbürgermeister Stefan Geisbüsch eröffnete die Veranstaltung zum fünften und letzten Mal

Als Vogelscheuchen zeigte sich der Nachwuchs aus der Grundschule. Fotos:SK

Mertloch. Tausende von Menschen aus nah und fern haben den achten Bauern- und Handwerkermarkt in Mertloch besucht. Unter dem Motto „Landleben mit Lust und Laune“ genossen sie bei hochsommerlichen Temperaturen ein paar schöne Stunden auf dem Maifeld. Wem es zu heiß wurde, zog sich einfach in die vielen geöffneten Höfe zurück, das uralte Mauerwerk sorgte für eine kühlende Wirkung. Nur beim Ortsbürgermeister war etwas Wehmut dabei, schließlich eröffnete Stefan Geisbüsch nach 2011, 2013 (zum 1050-jährigen Bestehen der Gemeinde), 2015 und 2017 nun zum fünften und letzten Mal den Bauern- und Handwerkermarkt in Mertloch. Zwei Tage später übergab er in der konstituierenden Sitzung nach zehnjähriger Tätigkeit sein Amt an seinen Nachfolger Matthias Dahmen (Wählergruppe Müller).

„Wir hatten ja immer Glück mit dem Wetter, aber heute hat die Hitze vielleicht den ein oder anderen von einem Besuch abgehalten. Manche haben wohl das Schwimmbad vorgezogen“, klagte Geisbüsch auf hohem Niveau. Als er um 14.10 Uhr den 25 Nummern umfassenden historischen Festumzug mit seiner Glocke auf die Reise schickte, war der Zuspruch wie in den Jahren zuvor am größten. Gerade in der Kirchstraße wimmelte es nur so vor Menschen.

Die Eijefassdouwedengeler aus Ediger-Eller, der Spielmannszug der Freiwilligen Feuerwehr Mertloch und die Stadtkapelle aus Münstermaifeld waren während des Umzugs, der sich zweimal durch die Kirch- und einmal durch die Friedhofstraße schlängelte, für die musikalischen Klänge zuständig. Zahlreiche einheimische Vereine und Gruppierungen wie „Unser Dorf bewegt sich“, die Kita, der Möhnenverein, der Frauenchor Cantabile oder die Grundschule sowie Stammgäste wie die Kolliger Möhnen, die Theatergruppe Kaisersesch oder die Dreschflegelgruppe des landwirtschaftlichen Museums aus Emmelshausen, ließen Erinnerungen wach werden an längst vergangene Zeiten. Die vielen Oldtimer-Traktoren, auf denen die Feuerwehrleute in historischen Uniformen oder Milchkönigin Katharina aus Prüm Platz genommen hatten, waren ein weiteres Zeugnis dafür. Zwei Pferdegespanne durften ebenso wenig fehlen wie der Wagen mit der Heilig-Kreuz-Kapelle. Moderator Stefan Pauly, im drei Kilometer entfernten Kollig beheimatet, kommentierte den Umzug von der Wiese vor dem Kriegerdenkmal aus. Selbstverständlich hatte er fast für jede Gruppe eine kleine Anekdote bereit. Sie helfen sich halt untereinander, die Leute vom Maifeld.

Nicht nur auf der Festwiese hinter der St.-Gangolf-Kirche wurde lukullisch einiges geboten. Dabei waren einige Sachen im Angebot, die nicht jeder Markt zu bieten hat: Flammkuchen, Käsespätzle, Backfisch, Steinofenbrot und vor allem die Engelslocken fanden reißenden Absatz. Engelslocken? Gedrehte Kartoffeln werden frittiert und mit einem speziellen Gewürz versehen. „So ungefähr wie Kartoffelchips“, zog die Bellerin Simone Breitbach, die diese Köstlichkeit kredenzte, einen Vergleich, „nur viel, viel besser.“ Seit zwölf Jahren bietet ihre Schwester Michaela Hirt, die am Sonntag krank war, diese Spezialität an. Häufig sind die Einnahmen für einen guten Zweck vorgesehen.

Die achte Veranstaltung dieser Art in der 1500-Seelen-Gemeinde Mertloch bewies wieder einmal eindrucksvoll, dass das Maifeld auf seine landwirtschaftliche Tradition stolz sein kann. Offene Höfe, festlich geschmückte Straßen, wunderschöne Figuren aus Pappmaché, die an vergangene Zeiten erinnerten, ein buntes Markttreiben oder ganz einfach Kartoffeln, Kirschen, Erdbeeren oder Gemüse: Für jeden Geschmack war etwas dabei. An erster Stelle stand dabei das Handwerk.

Helmut Busch (80) und Willi Ginster (83) aus Emmelshausen zeigten mit ihren zwei Enkelkindern und einem weiteren Freund, wie der Weizen mit einem Flegel gedroschen wurde. „Nach alter Väter Sitte“, verdeutlichte Ginster, der vom Bauern- und Handwerkermarkt in Mertloch schon nicht mehr wegzudenken ist.

Die Fachleute zeigten ihr Handwerk und animierten Kinder und Erwachsene, sich an den teilweise uralten Gerätschaften zu versuchen. „Uns geht es vor allem darum, die alte Tradition zu präsentieren und dem Nachwuchs darzustellen, wie es früher einmal war.“ Das gelang ihnen wieder eindrucksvoll. Bleibt nur zu hoffen, dass auch der neue Ortsbürgermeister Matthias Dahmen aufgepasst hat. Schließlich muss er in zwei Jahren die Glocke läuten, wenn der Bauern- und Handwerkermarkt in Mertloch zum neunten Mal über die Bühne geht.

„Landleben mit Lust und Laune“

In der Kirchstraße wimmelte es nur so von Menschen.

In der Kirchstraße wimmelte es nur so von Menschen.

Eine beeindruckende Musikgruppe: die Eijefassdouwedengeler aus Ediger-Eller.

Eine beeindruckende Musikgruppe: die Eijefassdouwedengeler aus Ediger-Eller.

Die Engelslocken (gedrehte Kartoffeln, die anschließend frittiert werden) waren heiß begehrt.

Die Engelslocken (gedrehte Kartoffeln, die anschließend frittiert werden) waren heiß begehrt.

Als Vogelscheuchen zeigte sich der Nachwuchs aus der Grundschule. Fotos:SK

Artikel melden

? Vielen Dank! Ihre Meldung wurde erfolgreich versendet.
? Es gab einen Fehler beim Versenden. Bitte versuchen Sie es später erneut.
Kommentare
Neueste Artikel-Kommentare
  • Andi-RLP: Hallo Herr oder Frau Bastian, Sie haben Recht, die Kommentarantwort von mir war falsch ausgedrückt. Das Wort "vertrauensvoll" steht natürlich im Bericht. Jedoch habe nicht ich den vertrauensvollen Abstimmungsprozess...
  • S. Bastian: Herr Winkelmann, Sie werden doch ihren eigenen Artikel kennen. Zitat: "Verbandsbürgermeister Jan Ermtraud machte in einer Rede deutlich, dass die Maßnahmenliste einerseits das Ergebnis eines vertrauensvollen...
  • Andreas Winkelmann: Hallo Frau Roth, von "vertrauensvoll" steht nichts im Bericht. Und die veränderte Maßnahmenreihenfolge ist ausdrücklich erwähnt. Gleich zu Anfang ist auf die dem Ratsinformationssystem zu entnehmenden Details verwiesen, wo u..a.
  • Elke Zeise: Nur Schade das man als Nachbarin keine Information bekommt ob der Täter noch in U Haft ist oder wieder auf freiem Fuß ist. Habe Angst die Wohnung zu verlassen
  • Gitta Meyer: Ehrlich,die ganze Idee Buga im Mittelrhein ist falsch. Die Gemeinden sind verschuldet. Schauen sie sich Lahnstein an. Hier ist nichts los. Die Brücke wird bestimmt toll,aber sonst.....
Blumen Meyer Neueröffnung
Werbeplan 2026
Ausverkauf
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr
Industriemechaniker
Maifest Gönnersdorf
Titelanzeige
Innovatives rund um Andernach
SB Wahlen
Empfohlene Artikel
Die Kreisverwaltung in Koblenz. Foto: ROB
29

Kreis MYK. Im Mai 2026 findet im Kreis Mayen-Koblenz die Bundeswehrübung „Gelber Merkur 2026“ unter der Leitung der Teilstreitkraft Cyber- und Informationsraum statt. Der Zeitraum dieser Übung erstreckt sich vom 8. bis 22. Mai, und die Aktivitäten sind nicht nur auf Standort- oder Truppenübungsplätze beschränkt. Die beteiligten Kräfte bewegen sich auch im öffentlichen Raum, was dazu führen kann, dass Schussgeräusche durch den Einsatz von Platzpatronen wahrnehmbar sind.

Weiterlesen

Symbolbild.  Foto: ROB
9

Remagen. Das Dienstgebiet der Polizeiinspektion Remagen umfasst die Städte Remagen und Sinzig sowie die Verbandsgemeinden Bad Breisig und größtenteils Brohltal. Auf einer Fläche von rund 200 Quadratkilometern werden mehr als 61.000 Einwohner betreut. Das Straßennetz beinhaltet neben innerörtlichen Verkehrsflächen etwa 60 Kilometer Bundesstraßen, über 100 Kilometer Landesstraßen sowie rund 60 Kilometer Kreisstraßen.

Weiterlesen

Weitere Artikel
Symbolbild.
12

Pkw touchiert Kind an einer Bushaltestelle

21.04.:Kind bei Unfall in Marienfels verletzt

Marienfels. Am Dienstag, dem 21. April 2026, kam es gegen 16:30 Uhr in der Römerstraße in Marienfels zu einem Verkehrsunfall an einer Bushaltestelle. Ein Kind wurde von einem vorbeifahrenden PKW leicht touchiert und erlitt dabei leichte Verletzungen.

Weiterlesen

Dr. med. Patrick Löhr, Chefarzt der Orthopädie und Unfallchirurgie des Evang. Klinikums Westerwald (EKW), Leiter des zertifizierten Endoprothetikzentrums der Maximalversorgung (EPZ max.).  Foto: Anja Nassen
9

Hachenburg. Wenn konservative Therapien nicht mehr helfen, kann ein künstliches Gelenk die Lebensqualität deutlich verbessern. Doch viele Betroffene stellen sich die Frage, was vor einer Operation zu beachten ist und wie die Zeit danach optimal gestaltet werden kann.

Weiterlesen

Symbolbild.
57

Gutachten bestätigt Identität: Bei Wenden aufgefundener Kopf gehört zum Leichnam der getöteten 32-Jährigen

24.04.: Schädel aus Wenden bestätigt Mordfall: DNA-Gutachten bringt Gewissheit

Region. Am 11. April 2026 wurde bei einer Müllsammelaktion in einem Waldgebiet der Gemeinde Wenden im Kreis Olpe ein menschlicher Schädel entdeckt. Ein aktuelles DNA-Gutachten des Instituts für Rechtsmedizin am Universitätsklinikum Bonn bestätigt nun, dass dieser Schädel zum Leichnam einer 32-jährigen Frau aus Bonn gehört, die ermordet wurde. Der Bericht wurde der Bonner Staatsanwaltschaft am 24. April 2026 vorgelegt.

Weiterlesen

Dauerauftrag 2025
Dauerauftrag 2026
Rund ums Haus "Baustellen / Wertstoffhöfe"
Werksverkauf Anhausen
Heizölanzeige
Kooperationsgeschäft
Familienfest freiwillige Feuerwehr Ringen-Bölingen am 01.05.26
Vorabrechnung, Nr. AF2025.000354.0, April 2026
Handwerker im Außendienst
Gesundheit im Blick
Tank leer?
Gesundheit im Blick
Erzieher
Minijob
Angebotsanzeige (April)
Innovatives rund um Andernach
Innovatives rund um Andernach
125 Jahre Kaufhaus Moses in Bad Neuenahr