Allgemeine Berichte | 11.11.2016

Erneuerbare Energien im Kreis Ahrweiler weiter auf dem Vormarsch

Landrat legt Statusbericht vor

Heizenergie-Verbrauch an Kreis-Schulen auf niedrigstem Wert - 2.500 Solaranlagen

Kreis Ahrweiler. Die Stromproduktion aus erneuerbaren Energien (EE) – hauptsächlich Solarenergie, Biomasse und Windkraft – steigt im Kreis Ahrweiler weiter an. Im Jahr 2015 lag der EE-Anteil bei 73,3 Millionen Kilowattstunden (kWh), was 12,7 Prozent bezogen auf den gesamten Stromverbrauch aller Privathaushalte und Betriebe ausmacht. Das sind, obwohl der Gesamtstromverbrauch im gleichen Zeitraum ebenfalls leicht gestiegen ist, 0,7 Prozent mehr als 2014, als der EE-Anteil 67,1 Millionen kWh betrug.

Diese Zahlen stehen im neuen Statusbericht „Die Energiewende im Kreis Ahrweiler“, den Landrat Dr. Jürgen Pföhler jetzt dem Kreis- und Umweltausschuss vorgelegt hat. Der Kreistag hat 2011 beschlossen, dass der Kreis seinen Beitrag zur Energiewende leistet. Demnach soll die benötigte Energie langfristig vollständig aus regenerativen Quellen gewonnen werden. Das erste Ziel lautet, den Strombedarf bis 2030 bilanziell zu 100 Prozent aus der EE zu decken.

Erfreulich sei, „dass die vielen Maßnahmen von Privaten, Kommunen und dem Kreis greifen“, sagte Pföhler dem politischen Ausschuss. „Wir kommen gut voran, wobei noch ein langer Weg vor uns liegt, weil wir die großen Rahmenbedingungen von EU, Bund und Land nicht beeinflussen können.“ Größte Fortschritte gebe es bei der Solarenergie und der Biomasse.

Die Erträge aus Solarenergie stiegen seit 2007, dem Erfassungszeitraum der Statusberichte, um 850 Prozent, also das 8,5-Fache. Die kreisweite Sonnenstromproduktion 2015 betrug 28,9 Millionen kWh (27,4 Millionen 2014, 3,0 Millionen 2007). Kreisweit werden rund 2.500 Solaranlagen nach den EE-Gesetz betrieben.

Bei der Verstromung von Biomasse weist die Statistik 13,7 Millionen kWh für 2015 aus (10,2 Millionen für 2014 und 0,5 Millionen für 2007).

Den größten Anteil leistet Windenergie mit 30,3 Millionen kWh 2015 (29,2 Millionen 2014, 3,7 Millionen 2007).

Untergeordnete Rollen spielen Deponiegas (0,23 Millionen kWh) und Wasserkraft (0,14 Millionen), jeweils 2015.

Zentrale Aktivität des Kreises war 2015 die Mitwirkung beim Forschungsprojekt EnAHRgie. Das bundesweite Modellvorhaben untersucht die Umsetzung der Energiewende in der Region und erarbeitet mit allen regionalen Akteuren unter wissenschaftlicher Begleitung ein Energiekonzept für den Kreis. Die unterschiedlichen Interessen werden in großen Runden Tischen gebündelt, um eine möglichst breite Akzeptanz und fundierte Wissensbasis zu schaffen. Im September 2016 hat der Kreis- und Umweltausschuss den Status-Quo-Bericht besprochen.

Der Kreis selbst setzt bei seinen eigenen Gebäuden (Kreis-Schulen und das Gebäude der Kreisverwaltung) auf eine Doppelstrategie: Ausbau der EE einerseits und Energieeinsparung andererseits.

LED stoppt Stromverbrauch

Beim Energiemanagement steht die Ausstattung mit LED-Beleuchtung oben auf der Agenda. Die LED-Technik – in diesem Jahr wurde die Sporthalle des Peter-Joerres-Gymnasiums auf LED umgerüstet – hat den Trend des steigenden Stromverbrauchs gestoppt.

An den kreiseigenen Schulen werden seit mehreren Jahren wärmedämmende Fassaden und Fenster sowie energiesparende Heizungen eingebaut. Die Folge: Der durchschnittliche Heizenergieverbrauch lag 2015 bei 65 kWh pro Quadratmeter. Das ist der niedrigste Wert seit Einführung des Energiecontrollings im Jahr 2001.

Das Förderprogramm des Kreises für den Ländlichen Raum schließt auch Energiesparmaßnahmen ein. 2016 wurden zwei weitere Projekte bezuschusst: die Straßenbeleuchtungen der Ortsgemeinden Dankerath und Meuspath.

Die Umweltlernschule plus am Abfallwirtschaftszentrum „Auf dem Scheid“ in Niederzissen vermittelt jährlich 700 meist jungen Besuchern Grundlagenwissen über nachhaltige Entwicklung.

Solarstromprojekt

Der Kreis hat 2005 die Dächer von zehn eigenen Schulen und der Kreisverwaltung mit Photovoltaikanlagen ausgestattet. Seither wurden bilanziell 36 Prozent des Strombedarfs selbst und regenerativ erzeugt.

Solardachkataster

Unter www.solarkataster-ahrweiler.de können sich Bürger und Betriebe über die Eignung sämtlicher 127.000 Dächer im Kreisgebiet für Photovoltaik informieren.

Pressemitteilung der

Kreisverwaltung Ahrweiler

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