Swisttaler Feuerwehr probte die Zusammenarbeit mehrerer Löschzüge
Landung der Außerirdischen? Nein, Probeeinsatz für einen Chemieunfall
Auf dem Gelände der RSAG waren 80 Feuerwehrleute aus acht Löschgruppen mit 15 Fahrzeugen im Einsatz
Swisttal-Miel. Was sich am Samstagnachmittag auf dem Gelände der RSAG bei Miel abspielte, war nicht etwa die Landung von Außerirdischen in farbigen Raumanzügen, sondern eine große Übung der Freiwilligen Feuerwehr Swisttal mit Chemikalienschutzanzügen. Um für den Ernstfall vorbereitet zu sein, führen die Wehrleute alljährlich zum Jahresende eine große Jahresabschlussübung durch, an der alle Löschgruppen teilnahmen.
Diesmal war auf dem RSAG-Gelände ein gefährliches Szenario vorbereitet worden, das die Floriansjünger zu bewältigen hatten. Etwa 80 Feuerwehrleute aus den acht Löschgruppen waren dabei im Einsatz, 15 Fahrzeuge waren vor Ort.
Dort zeigte sich folgende Lage: Im Bereich der Abschüttungsrampen
hatte es eine Explosion gegeben, durch die in diesem Bereich die Hallenkonstruktion zum Teil einstürzte und es zu einem ausgedehnten Brand kam. Dieser drohte sich auf eine angrenzende Tankstelle sowie den Lagerbereich von Containern und weitere Lagerhallen auszubreiten. Damit nicht genug, zerstörten durch die Explosion umherfliegende Teile mehrere Kanister mit verschiedenen Gefahrstoffen, welche in dem gegenüberliegenden Gefahrstofflager aufbewahrt wurden.
Arbeitsteilung will geübt sein
Zur Bewältigung der misslichen Lage teilte Einsatzleiter Paul Buhl das Gelände in drei Abschnitte auf. Der Löschzug Süd mit den Kameraden aus Ludendorf, Odendorf und Miel übernahm die auslaufenden Gefahrstoffe, der Löschzug Ost aus Buschhoven und Morenhovenden Brand im Bereich der Explosion und der Löschzug Nord aus Dünstekoven, Heimerzheim und Ollheim/Straßfeld sicherte den Lagerbereich von Containern und weitere Lagerhallen.
Der Löschzug Ost leitete eine massive Brandbekämpfung über mehrere Strahlrohre ein und baute weiter eine Riegelstellung zu der angrenzenden Tankstelle auf. Gleichzeitig riegelte der Löschzug Nord das Containerlager und die weiteren Lagerhallen ab. Beide Löschzüge mussten eine Wasserversorgung aufbauen, die von einem Teich auf dem Gelände sowie der angrenzenden Swist entnommen wurde, wofür jedoch einige hundert Meter Strecke überbrückt werden mussten.
Übungsszenario war keine Umweltkatastrophe
Der Löschzug Süd führte zunächst eine Erkundung der auslaufenden Gefahrstoffe in Chemikalienschutzanzügen durch, die an Raumfahrtanzüge erinnern. Da es sich bei dem Gefahrstofflager der RSAG in Miel nur um ein Lager für Kleinstmengen handelt, traten auch nur kleinere Mengen verschiedener Stoffe aus. Die beschädigten Kanister wurden von den Trupps in Chemikalienschutzanzügen in Auffangbehälter verbracht und die ausgetretenen Flüssigkeiten aufgenommen. Gleichzeitig wurde die Kontamination der eingesetzten Trupps dekontaminiert, ebenso zur Sicherheit auch der Trupps des Löschzugs Ost, der im angrenzenden Bereich die Brandbekämpfung durchgeführt hatte. Parallel wurde Luftmessungen durchgeführt, welche bestätigten, dass die ausgetretenen Gefahrstoffe keine gefährlichen Gase gebildet hatten und somit eine Ausbreitung und Kontamination der zur Brandbekämpfung eingesetzten Trupps des Löschzugs Ost unwahrscheinlich war.
Wehrleiter Stefan Schumacher zog nach der Übung ein positives Fazit. Die vorgefundenen Lagen seien gut abgearbeitet worden, es seien keine größeren Probleme aufgetreten. Kleinigkeiten gebe es bei jeder Übung zu verbessern, Ziel der Übung sei es ja schließlich, die Koordination zu üben, wenn alle Löschgruppen gleichzeitig eingesetzt sind. „Hier wird es immer Punkte geben, die man noch etwas besser oder auch einfach nur mal anders machen kann“, bestätigte auch Pressesprecher Christian Klein. Auch in Bezug auf die Ausrüstung habe man keine Defizite festgestellt.
JOST
An der Jahresübung der Freiwilligen Feuerwehr Swisttal nahmen etwa 80 Feuerwehrleute auf dem Gelände der RSAG in Miel teil. Foto: Volker Jost
In Chemikalienschutzanzügen suchten diese beiden Feuerwehrleute nach gefährlichen Schadstoffen. Foto: Volker Jost
Foto: Volker Jost
Mehrere hundert Meter Feuerwehrschläuche mussten bei der Einsatzübung verlegt werden. Foto: Volker Jost
