Gelungenes Projekt der Lehmer Razejunge
Lavendelernte an der Terrassenmosel
Fröste im Frühjahr haben sich nicht merklich ausgewirkt
Lehmen. Vor Kurzem ernteten die Lehmer Razejunge zum dritten Mal ihren Lavendel in der Lehmener Würzlay. Das SWR-Fernsehen war mit dabei und filmte die besondere Aktion an der Terrassenmosel. Es hat sich herumgesprochen, dass es eine Besonderheit in der historischen Weinbaulandschaft der Lehmener Würzlay gibt, die auch dem Klimawandel gerecht wird.
Der Verein der Lehmer Razejunge startete im Sommer 2014 mit dem für die Terrassenmosel einzigartigem Projekt „Lavendel- und Naturkräuterfelsterrassen“. Ein Anteil von etwa 2.500 Quadratmetern der Razejunge Weinbergterrassen und gepachteten Flächen wurde für das Projekt vom Sommer 2014 bis zum Frühsommer 2015 in Abschnitten bearbeitet und mit über 3.200 Lavendelsetzlingen bepflanzt.
Gefördert wurde das Projekt durch den Europäischen Landwirtschaftsfonds für die Entwicklung des ländlichen Raums (ELER) im Rahmen des rheinland-pfälzischen Entwicklungsprogramms „Agrarwirtschaft, Umweltmaßnahmen, Landentwicklung (PAUL)“, Ministerium für Umwelt, Ernährung, Weinbau und Forsten Rheinland-Pfalz.
Verbuschung erfolgreich verhindert
Das Ziel, Verhinderung der Verbuschung nicht mehr bewirtschafteter Weinbergflächen durch Lavendelpflanzungen, ist gelungen. Trockenmauern wurden bei dem Projekt auch freigestellt und Sanierungen durchgeführt; einmalige Bauwerke mit hohem kulturhistorischem und landschaftsökologischem Wert.
Gleichzeitig wurde durch das hohe Blütenangebot der Lavendelpflanzen die Artenvielfalt gefördert.
Anzahl und Arten der Schmetterlinge haben sich vervierfacht. Die Anzahl der Bienen und Hummeln hat immens zugenommen. Wenn man bedenkt, dass die Bienen für 80 Prozent der Bestäubung von Nutz- und Wildpflanzen verantwortlich sind, kann bei der durchgeführten Maßnahme der Razejunge alleine schon dafür von einem beachtenswerten Erfolg gesprochen werden.
Blüte zwei Wochen früher als in den Vorjahren
Nun konnte die dritte Ernte eingefahren werden. Die Fröste im Frühjahr haben sich nicht merklich ausgewirkt. Die Lavendelblüte war bedingt durch die folgende niederschlagarme und warme Witterung zwei Wochen früher als in den Vorjahren.
„Es war höchste Zeit, die Ernte durchzuführen. Unter Berücksichtigung der Witterungsbedingungen sind wir zufrieden“, war das Fazit von Ralf Menden, dem Ersten Vorsitzenden der Lehmer Razejunge.
Die 15 Erntehelfer legten sich bei angenehmen Temperaturen mächtig ins Zeug. Besonders ausdauernd und engagiert zeigten sich die jungen Razejunge Timo, Arne, Luca, Matthias und Karol. Aber auch unzählige kleine Helfer waren in den letzten Wochen aktiv. In der nächsten Woche wird der diesjährige Lavendelhonig geschleudert. Willi Unschuld, Imker der Razejunge, war begeistert, wie emsig die im Razejungewingert positionierten Bienenvölker waren.
Verarbeitung zu Lavendelöl und anderen Produkten
„Ein Teil der Lavendelernte wird destilliert zur Lavendelölgewinnung, ein weiterer Teil wird sorgfältig getrocknet und die Blüten werden in Eigenregie zu verschiedenen Produkten weiterverarbeitet“, führt Dieter Möhring, der Zweite Vorsitzende, aus. „Wir hatten am Anfang der Projektdurchführung einige Bedenkenträger auch in den eigenen Reihen, ob das so alles klappen wird, aber der Erfolg gibt uns recht“, ergänzt Möhring.
Die Lavendelpflanzungen der Razejunge sind ein beachtenswerter Beitrag zur Förderung der Biodiversität in den Steillagen der Terrassenmosel, und für den regionalen Tourismus sind die blühenden Lavendelterrassen ein Highlight.
