Allgemeine Berichte | 06.10.2020

Fotoausstellung im Rheinbacher Rathaus eröffnet

Leben in der DDR

30 Jahre ist die Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten her

Kristine Federau und Bürgermeister Stefan Raetz wurden von Harald Hauswald durch die Ausstellung geführt. Foto: privat

Rheinbach. Das Datum passte zu der Ausstellung „Voll der Osten. Leben in der DDR“, die in der vergangenen Woche im Rheinbacher Rathaus eröffnet wurde. Ein Tag vor dem 30. Jahrestag der Wiedervereinigung von Ost- und Westdeutschland konnte die Ausstellung, die in ganz Europa auf Reisen ist, nach Rheinbach geholt werden. Und viele Besucher waren bereits am ersten Tag, unter Einhaltung der Corona-Vorschriften ins Foyer des Rathauses gekommen.

In Zusammenarbeit mit der der Stiftung „Wir für Rheinbach“ um ihrem Vorsitzenden und Bürgermeister der Stadt Rheinbach, Stefan Raetz, und der LucKy Fellow Foundation mit ihrer Vorstandsvorsitzenden Dr. Kristina Federau und Vorständin Sabine Graf, kam die Ausstellung zustande. Hier hatte Thomas Spitz von der Rheinbacher Stadtverwaltung die Koordination übernommen.

In der Ausstellung mit Bildern von Fotograf Harald Hauswald und mit Texten von Historiker und Publizist Stefan Wolle, der über 100 Fotografien ausgewählt und mit seinen Begleittexten Schlaglichter auf den Alltag in der SED Diktatur geworfen hat, wird das frühere Leben in der DDR eindrucksvoll dokumentiert.

Es sind Momentaufnahmen aus dem früheren Berlin und spiegeln in Detailaufnahmen das Leben der DDR Bürger unter dem SED Regime wider.

Einblick in das Leben in der DDR

„Es sind Alltagsbegebenheiten. So erhalten auch Schüler und die Generation, die diese Zeit nicht miterlebt haben und einen Einblick in die Zeit, die Unfreiheit bedeutete. So war es und vieles wird verklärt und gesagt „so schlimm war es doch gar nicht“, sagte Raetz.

Hauswald, 1954 in Berlin geboren wohnhaft am Prenzlauer Berg, arbeitete damals für eine Stiftung in Ostberlin als Fotograf. Er hatte in der Zeit von 1976 bis 1898, 7500 Filme mit über einer viertel Millionen Bildern gefüllt. Wie damals in der DDR üblich, wurden nur Schwarz Weiß ORWO Filme verwendet.

Aus diesem Fundus ist nach mehreren Selektionen der Bilder diese Wanderausstellung mit Plakaten, die bis zu 280 Bilder zeigen, entstanden.

Seit über zehn Jahren verhandelte Hauswald mit der „Bundesstiftung Aufarbeitung der SED Diktatur“ in Berlin. So entstanden in Zusammenarbeit mit Ostkreuz, der Agentur der Fotografen, deren Mitgründer Hauswald ist, mehrere parallel laufende Ausstellungen mit mehr oder weniger Bildern.

Parallel dazu entstand „Voll der Osten. Leben in der DDR“ als Begleitband zur gleichnamigen Ausstellung.

„Ich hatte damals die Stiftung gebeten, mit mir das Archiv zu sichten und die Finanzierung der Aufarbeitung sicher zu stellen. Die Aufarbeitung durch die Stiftung läuft jetzt schon seit drei Jahren, woraus dann die Ausstellungen entstanden. Meine Aufgabe dabei war es, die Bilder für nicht kommerzielle Zwecke und politischen Institutionen, die sich mit der Aufarbeitung der DDR Vergangenheit beschäftigen, zur Verfügung zu stellen. Die Filme wurden von mir damals nie archiviert wegen der Staatssicherheit und deren Spitzel. Denn wir als Fotografen waren immer unter Beobachtung der Staatssicherheit“, erklärte Harald Hauswald.

Hauswald hatte damals bestimmt, dass eine Mitarbeiterin aus der Agentur, Ute Mahler, das Archiv kuratorisch betreut und die fünftausend Bilder mit dem Fotografen, die in die engere Auswahl kommen sollten, ausgewählt. Alle Filme wurden in der Zwischenzeit digitalisiert.

Die Freiheit ist nicht selbstverständlich

Auch der Bürgermeister wünschte sich, dass sich die Schüler für diese Ausstellung interessieren. „Wir müssen der Jugend klarmachen, dass die Freiheit die wir heute haben nicht selbstverständlich ist. Wir müssen den Jugendlichen klar machen, dass unsere Freiheit verteidigt werden muss. Die meisten wissen nicht mehr, wie es war als die Mauer noch stand. Die Freiheit war an der Mauer zu Ende“, erklärte Raetz.

„Wir sind dankbar, dass wir in Zusammenarbeit mit der Bürgerstiftung „Wir für Rheinbach“ und der Stadt Rheinbach, hier insbesondere Bürgermeister Stefan Raetz diese besondere Ausstellung durchführen können. Besonderer Dank gilt dem Fotografen Harald Hauswald, ohne den diese Retroperspektive der DDR Zeit nicht möglich gewesen wäre“, bedankte sich die Vorsitzende der LucKy Foundation, Dr. Kristina Federau bei den Protagonisten. Während der Eröffnung erklärte Harald Hauswald eindrucksvoll die Bilder und stand für Fragen der Besucher zur Verfügung. Er erhielt 1996 das Bundesverdienstkreuz am Bande und 2006 folgte der Einheitspreis (Bürgerpreis zur deutschen Einheit) der Bundeszentrale für politische Bildung. Alle Plakate sind mit QR Codes versehen, über die man die Hintergrund Informationen erhält.

Die Ausstellung ist noch bis zum 31. Oktober im Foyer des Rheinbacher Rathauses zu den üblichen Öffnungszeiten zu sehen.

Weitere erhält man Informationen zur Ausstellung unter www.bundesstiftung-aufarbeitung.de.

Kristine Federau und Bürgermeister Stefan Raetz wurden von Harald Hauswald durch die Ausstellung geführt. Foto: privat

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