Allgemeine Berichte | 05.11.2024, 12:04 Uhr

Der Vorgarten

Lebendig und grün, statt monoton und grau

Wachtberg. Aufgeräumt, ästhetisch und pflegeleicht soll er sein – zum Nachteil von Natur und Umwelt! Seit einigen Jahren ist ein Trend zu Schottergärten oder Steinwüsten in vielen Gärten und Vorgärten zu beobachten. Diese Gartengestaltung bezieht sich auf die Verschotterung von Flächen im Vorgarten, meist gestaltet mit Kies, Steinen, Schotter und/oder Split in verschiedenen Grauschattierungen. Oft fehlen grüne Akzente wie Sträucher oder Bäume. Naturschützer sehen darin gravierende Nachteile für Natur und Umwelt. Versiegelte Flächen führen dazu, dass Pflanzen und Tiere ihren Lebensraum verlieren. Betroffen sind sowohl oberirdisch lebende Tiere als auch Bodenlebewesen. Regenwasser kann nicht mehr gut aufgenommen werden, was zu Problemen wie vollgelaufenen Kellern führen kann.

In heißen Sommermonaten heizen sich die Steine stark auf und geben die Wärme nachts ab, wodurch der kühlende Effekt der Nacht verloren geht und die Umgebung sich weiter aufheizt. Die spärliche Vegetation leidet unter hohen Temperaturen, was einen regelmäßigen Austausch erfordert. Durch die geringe Bepflanzung und Versiegelung steigt die Feinstaubkonzentration in der Luft, da Pflanzen normalerweise Schadstoffe filtern. Auch die Klima- und Energiebilanz von Schottergärten ist ungünstig. Steine werden unter hohem Energieaufwand abgebaut, zerkleinert und transportiert, oft aus Indien oder China. Das Unkrautvlies erfordert viel Energie und Erdöl in der Herstellung und erzeugt Müll bei der Entsorgung.

Ein naturnah gestalteter Vorgarten ist kostengünstiger und über die Jahre pflegeleichter als ein Schottergarten. Bodendeckende Pflanzen wie Kriechender Günsel oder Blutroter Storchschnabel verhindern die Ausbreitung unerwünschter Pflanzenarten. In Kombination mit hochwachsenden Gräsern oder Stauden wie Großblütige Königskerze oder Wiesen-Storchschnabel kann ein naturnaher, pflegeleichter Garten entstehen.

Anregungen für eine naturnahe Gartengestaltung bietet der Schaugarten hinter dem Rathaus in Wachtberg-Berkum, Rathausstr. 34. Ein informatives Heft über heimische Pflanzenarten und ihre Standortbedingungen ist gegen eine Schutzgebühr im Rathaus erhältlich. So können Sie Ihren Vorgarten in ein pflegeleichtes Paradies für Tiere und Pflanzen verwandeln und etwas für den Naturschutz tun. Bei weiteren Fragen wenden Sie sich bitte an melanie.kamradt@wachtberg.de oder telefonisch unter (02 28) 95 44 15 3.

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