Allgemeine Berichte | 06.06.2024

Konzert von Schülerinnen und Schülern des Landesmusikgymnasiums Montabaur

Lebensmelodien – Musik im Angesicht des Todes

Die beiden zehnten Klassen des Landesmusikgymnasiums in Montabaur gestalten das Lebensmelodien-Konzert in Selters. Am Flügel: Musiklehrerin Sarah Neuroth. (4. v. l.): Pfarrer und Regionspädagoge Christof Haxel-Schamuhn.  Fotos: Sabine Hammann-Gonschorek

Montabaur/Selters. Einen neuen Bezug zum Unrechtsregime des Nationalsozialismus und den Leiden, die Inhaftierte in Ghettos und KZs erfahren haben, stellen Schülerinnen und Schüler des Landesmusikgymnasiums in Montabaur mit Hilfe der Musik her. Die knapp 50 Zehntklässler bringen am Freitag, den 14. Juni um 19:30 Uhr in der Evangelischen Kirche Selters Musik von Insassen dieser Lager zu Gehör. „Die Musik aus dem Zeitraum zwischen 1933 -1945 hat den Gefangenen geholfen zu überleben – oder auch von dieser Welt Abschied zu nehmen“, sagt Pfarrer und Religionslehrer Christof Haxel-Schamuhn. „Hinter den Lebensmelodien, die komponiert und gesungen, gespielt, manchmal auch auf hebräisch, ungarisch oder jiddisch aufgeschrieben wurden, verbergen sich jüdische Schicksale.“ Die beiden zehnten Klassen des Musikgymnasiums haben einige dieser Melodien ausgewählt, sie neu arrangiert und mit selbst zusammengestellten kleinen Ensembles einstudiert. Zusammen mit Christof Haxel-Schamuhn leiten die Musiklehrkräfte Sarah Neuroth und Stefan Müller das, von der Friede Springer Stiftung geförderte, Bildungsprojekt, dass Teilnehmenden und Zuhörern die jüngste deutsche Geschichte näherbringen soll. Die Schülerinnen und Schüler der 10. Klasse geben im Rahmen des Projekts mehrere Konzerte und vertiefen die Thematik mit einer Bildungsreise nach Polen mit Besuch des KZs in Ausschwitz. Gegründet wurde das Projekt „Lebensmelodien“, das unter der Schirmherrschaft des Bundespräsidenten steht, von Musiker Nur Ben Shalom, der selbst Angehörige während der Zeit des Nationalsozialismus verlor und einen Weg fand, die eigentlich zum Schweigen gebrachten Stimmen nicht in Vergessenheit geraten zu lassen. „Die Idee, die Melodien wieder zum Leben zu erwecken, finde ich sehr schön und besonders. Für uns ist es eine große Bereicherung sich mit der Intention der Stücke auseinanderzusetzen“, sagt Schülerin Jette Just (15 Jahre, sie spielt Fagott). „Man bekommt auf einer anderen Ebene einen neuen Zugang zu der Thematik Nationalsozialismus, darüber hinaus macht es Freude mit so vielen anderen an einem so intensiven musikalischen Projekt zu arbeiten“, ergänzt Mats Hildesheim (16 Jahre, Geige). Beim Konzert in Selters werden Arrangements mit einer Vielzahl an Instrumenten, wie Cello, Harfe, Klavier, Flöten und Blasinstrumente präsentiert, zudem bilden die beiden zehnten Klassen einen Chor. Der Eintritt ist frei. Um Spenden für die Fortsetzung dieses Projektes wird am Ausgang gebeten.

Pressemitteilung

Evangelisches Dekanat

Westerwald

Mitwirkende sind auch Jette Just mit ihrem Musikinstrument Fagott und Mats Hildesheim mit der Geige.

Mitwirkende sind auch Jette Just mit ihrem Musikinstrument Fagott und Mats Hildesheim mit der Geige.

Pfarrer und Religionspädagoge Christof Haxel-Schamuhn leitet das Projekt am Landesmusikgymnasium.

Pfarrer und Religionspädagoge Christof Haxel-Schamuhn leitet das Projekt am Landesmusikgymnasium.

Die beiden zehnten Klassen des Landesmusikgymnasiums in Montabaur gestalten das Lebensmelodien-Konzert in Selters. Am Flügel: Musiklehrerin Sarah Neuroth. (4. v. l.): Pfarrer und Regionspädagoge Christof Haxel-Schamuhn. Fotos: Sabine Hammann-Gonschorek

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