Der NABU präsentierte sich beim Umwelttag im Kloster Arenberg
Lebensräume müssen gesichert werden
Koblenz-Arenberg. Es brummt, summt und zwitschert enorm in Deutschland. Wer das noch nicht wusste, konnte dies im Kloster Arenberg in Koblenz beim Umwelttag erfahren. Der Naturschutzbund (NABU) Koblenz und Umgebung war vor Ort und präsentierte seine Arbeit und aktuellen Projekte. Zum Motto der Veranstaltung „Natur erleben - Natur verstehen“ gab es an dem großen Stand im Klostergarten unter anderem Informationen über die Themen Spechte, Wölfe, Wildkatzen und die Schmidtenhöhe.
Auf einer Veranstaltung wie dem Umwelttag nutzt der NABU Koblenz gerne die Möglichkeit, den Wissenstand der Bevölkerung über die heimische Natur zu überprüfen und zu erhöhen, denn was man nicht kennt und schätzt, will man auch nicht schützen. Bei einem interaktiven Vogelrätsel konnten Kinder und Erwachsene ihr Wissen über die heimische Vogelwelt testen, und viele nutzten auch die Möglichkeit, Fragen rund um das Thema heimische Natur zu stellen.
Hauptthema des NABU Koblenz war bei dieser Veranstaltung die Schmidtenhöhe. Auch wenn das Beweidungsprojekt mit der großen Artenvielfalt schon seit einigen Jahren läuft, ist noch immer vielen Koblenzern unbekannt, was sich direkt vor ihrer Haustüre befindet. Die halb offene Weidelandschaft ist Heimat unzähliger Tier- und Pflanzenarten. Seltene Orchideen wie Bienenragwurz und Pyramidenorchis wachsen hier. In den Kleingewässern leben Gelbbauchunken, Laubfrösche und Molche. Die Ringelnatter ist dort ebenso Zuhause wie zahlreiche Libellenarten. Das NABU-Team nutzte die Gelegenheit, um auf diese Artenvielfalt aufmerksam zu machen, und beeindruckte damit die interessierten Besucher.
Spechte auf der Schmidtenhöhe
Die Biologiestudentin der Universität Koblenz Yasmin Wingender präsentierte ihre Bachelorarbeit mit dem Thema „Spechtpopulation auf der Schmidtenhöhe Koblenz“. Das Ergebnis ihrer Nisthöhlenkartierung und Forschung verdeutlicht, dass die Anforderungen von Spechten an ihren Lebensraum von Art zu Art unterschiedlich sind. Grün-, Bunt-, Schwarzspecht und Co. werden durch den Menschen vor allem durch die Zerstörung ihres Lebensraums bedroht, denn zunehmend werden Alt- und Tothölzer, die dem Specht als Wohnraum dienen, aus den Wäldern entnommen. Auch der Erhalt von Obstbaumwiesen spielt für den Schutz des geflügelten Zimmermanns eine große Rolle.
Aber nicht nur für den Specht wird es eng. Auf der „Roten Liste“ der Wirbeltiere wird die Europäische Wildkatze als „gefährdet“ eingestuft. Auf der Schmidtenhöhe wird sie regelmäßig per Fotofalle nachgewiesen. Gerne berichtete man über dieses Projekt.
In einem anderen Bereich des Infostands konnten sich die Koblenzer über die Rückkehr des Wolfs informieren. Neben der Freude über die Rückkehrer gibt es auch kritische Stimmen und viele Fragen zu diesem Thema. Am Sonntag versuchte NABU Koblenz, Vorurteile auszuräumen und die Notwendigkeit der Lebensraumsicherung zu verdeutlichen.
Für alle Naturinteressierten und die, die es nach diesem Tag nun werden wollen, bietet der NABU Koblenz über diese Veranstaltung hinaus vielfältige spannende Angebote, zum Beispiel Führungen, Exkursionen und Planwagenfahrten auf der Schmidtenhöhe. Weitere Informationen gibt es auf www.nabu-koblenz-umgebung.de.
Auch der Koblenzer Oberbürgermeister Prof. Dr. Joachim Hofmann-Göttig schaute gern bei den Naturschützern vorbei.
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