Allgemeine Berichte | 19.05.2020, 10:05 Uhr

Tierfreunde freuen sich über jede Unterstützung

Legehühner gehen am Schwanenteich in „Rente“

Spende oder Patenschaft

Die geretteten Hühner waren anfangs völlig gerupft. Fotos: privat
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Bad Bodendorf. Bereits im Dezember haben die Tier- und Naturfreunde Schwanenteich e.V. aus einer Rettungsaktion vom Verein „Rettet das Huhn e.V.“ acht Hühner übernommen, die im Alter von zwölf bis 18 Monaten in ihrer Legeleistung nachgelassen haben und darum in ihrem Großbetrieb zum Sterben aussortiert wurden.

Das Aussortieren ist das ganz normale Prozedere bei Legehühnern - so wird das mit allen Legehühnern gemacht, sogar in Biobetrieben. Weil Hennen, die zum Eierlegen gezüchtet wurden, zum Schlachten nicht mehr in Frage kommen (an ihnen ist einfach nichts dran, weil ihr Körper vom vielen Eierproduzieren ganz ausgezehrt ist), werden sie zu Tierfutter und Co verarbeitet. An dieser Stelle setzt „Rettet das Huhn e.V.“ an: Von ausgewählten Betrieben werden die Hühner eines ganzen Stalls, die auf einen Schlag aussortiert werden, übernommen und in ein gutes privates Zuhause vermitteln. Die neuen Mitbewohner vom Schwanenteich haben mit über 1500 anderen Hühnern in einem einzigen Stall in Bodenhaltung gelebt. Sie sahen anfangs ganz furchtbar aus, waren völlig gerupft und haben sich aus Stress gegenseitig blutig gehakt.

Der Winter war für sie eine schwere Zeit zum Lernen, was die Welt ihnen noch so bieten kann. Anfangs brauchten einige Hühner richtige Pullover, um nicht zu erfrieren. Ein Huhn hat diese Umstellung leider nicht überlebt, die anderen sieben sind lustige und neugierige Hühner geworden, die ihr Leben in vollen Zügen genießen und den Helfern am Schwanenteich unglaublich viel Freude machen.

Weil die Tierfreunde bei der Entwicklung der Tiere, die anfangs noch nicht einmal wussten, wie man ein Korn frisst (weil sie nur mit Mehl gefüttert wurden), so das Herz aufgegangen ist, haben sie vor Kurzem noch einmal vier Hühner aus einer weiteren Rettungsaktion (wieder 1500 Tiere in einem Stall) übernommen. Auch diese vier müssen nun erst einmal in geschütztem Rahmen alles langsam lernen, was ein Huhn so wissen muss, um ein artgerechtes Leben zu leben. Aber am Schwanenteich ist man sich sicher, dass auch diesen vier Tieren in ihrem neuen Zuhause eine schöne Zukunft bevorsteht.

Man muss sich allerdings bewusst machen, dass man die Tiere nicht einfach so mit ein bisschen guter Pflege wieder hinkriegt. Die Hühner, die Anfang Dezember übernommen wurden, haben zum Teil heute, ein halbes Jahr später, noch nicht wieder alle Federn und kämpfen weiterhin mit Anfälligkeit für Krankheiten und Hautproblemen. Vermutlich wird das auch nicht mehr weggehen und ihre Lebenserwartung ist nicht sehr hoch. Das ist der Züchtung geschuldet, die nicht auf Langlebigkeit, sondern auf Hochleistung im ersten Lebensjahr ausgerichtet ist. Die geretteten Hühner können nun am Schwanenteich den Rest ihres Lebens genießen.

Da dem Schwanenteich im Moment durch die Corona-bedingt ausfallenden Veranstaltungen die Einnahmenquellen fehlen, freuen sich die Aktiven über jede Art der Unterstützung. Auch die neuen Hühner suchen noch Paten – alle Details zu einer Tierpatenschaft gibt es online unter www.schwanenteich.com/patentiere.

Mittlerweile genießen die Hühner ihr Leben in vollen Zügen.

Mittlerweile genießen die Hühner ihr Leben in vollen Zügen.

Die geretteten Hühner waren anfangs völlig gerupft. Fotos: privat

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