Beatles im neuen akustischen Kleid im Köllenhof
Legenden in Jazz verpackt
Fünf Musiker interpretieren Querschnitt durch das „White Album“ in Jazz-Variationen
Wachtberg. Kulturzentrale nennen die einen den Köllenhof, Jazztempel sagen andere. Was Ende September von Mike Haarmann, Uwe Arenz, Wilfried Bellinghausen, Christian Kussmann und Johannes Kuchta geboten wurde, passte wohl zu beidem. Die fünf hatten sich zusammengetan, um das White Album der Beatles zu spielen. Allerdings erklang nicht etwa ein Abklatsch der legendären Band, sondern facettenreiche Jazzvarianten der Stücke mit vielfältigen Schwerpunkten. Musikalisch auf den Punkt brachten die Musiker den besonderen Hörgenuss mit Gitarre, Vibraphon, Saxofon, einem sechssaitigen Bass, Schlagzeug und Stimme. „Eine kongeniale Neuinterpretation eines 50 Jahre alten Klassikers von Spitzenmusikern“, fand Helga Hombach, die mit ihrem Mann den Abend gemeinsam genoss. Wie die Zeichen der Zeit in den 68ern auf Freiheit und Improvisation standen, so variierten die Musiker im historischen Fachwerk mit wechselnden, gut abgestimmten Einsätzen. Rock, Lyrik, Gitarrenpop und psychodelische Klänge des Originals, potenziert und effektvoll gemischt mit Einfallsreichtum, der Leichtigkeit des Jazz und modernen Stilmitteln, verschafften dem Publikum einen exklusiven Konzertabend. So etwas dürfe man sich nicht entgehen lassen, erklärte ein Zuhörer. „Die haben das Album auseinandergezogen, verjazzt und individuelle Nuancen eingebracht.“ Eines hatten die fünf Vollblutmusiker mit den ursprünglichen Quellen aus den 60er Jahren gemein: die musikalische Experimentierfreude gepaart mit gekonntem Spiel der Instrumente und geschicktem Stimmeinsatz schufen ein einzigartiges Werk. -
