Allgemeine Berichte | 15.03.2017

Pilotprojekt zwischen Nürburgring und Uni Stralsund: Studiengang „Motorsport Engineering“ bislang einzigartig

Lehrsaal trifft Mythos – eine Praxiswoche in der Grünen Hölle

Weiterer Ausbau als „Standort für Forschung und Lehre“

Auf den Spuren der Rennfahrer: Nürburgring Chefinstruktor gab den Studenten einen Einblick in die Charakteristik und die Anforderungen der Grünen Hölle. Nürburgring

Nürburg. Im Rahmen einer Kooperation mit der Hochschule Stralsund konnte der Nürburgring zum ersten Mal rund 30 Studenten des Fachbereichs Maschinenbau in der Eifel begrüßen. Die Teilnehmer des deutschlandweit ersten und bislang einzigen Studienganges „Motorsport Engineering“ sammelten in einer Praxiswoche zahlreiche Eindrücke und Wissen, direkt an der 90-jährigen Rennstrecke. Darüber hinaus gehörten auch Besuche und Vorlesungen bei Rennteams und Unternehmen zum Programm. Das Pilotprojekt, das im Zusammenhang mit Kooperationen weiterer Hochschulen folgen sollen, ist ein weiterer Schritt, um den Nürburgring langfristig als „Standort für Forschung und Lehre“ zu etablieren.

Seit 90 Jahren ist der Nürburgring das deutsche Mekka für Motorsport. 1927 als „Erste Deutsche Gebirgs-, Renn- und Prüfstrecke“ eröffnet, ist er bis heute als eine der anspruchsvollsten Rennstrecke der Welt bekannt. Mit dem Ausbau zu einem multifunktionalen Veranstaltungskomplex bietet die vielseitige Anlage genügend Raum für Firmenevents, Präsentationen oder Weiterbildungen. Zudem liegen im Umfeld des Nürburgrings viele Unternehmen aus dem Bereich des Motorsports, die die unmittelbare Nähe zur Strecke für die Tests ihrer Fahrzeuge und Produkte nutzen. Diese Voraussetzungen in einem spannenden und emotionalen Umfeld waren für den Nürburgring und die Hochschule Stralsund die perfekte Basis für die wissenschaftliche Kooperation.

Vorlesungen am Nürburgring und bei Unternehmen

„Diese Veranstaltungsreihe am Nürburgring ist mit Sicherheit ein Höhepunkt für die Studenten des Studiengangs ´Motorsport Engineering`. Hier kommt zusammen, was zusammengehört.“, erklärt Professor Peter Roßmanek. Mit seinen rund 30 Studenten absolvierte er die praxisorientierte Woche in der Grünen Hölle. So standen neben Vorlesungen in den Räumlichkeiten des Nürburgrings, einer Busfahrt über die Nordschleife und einem Blick hinter die Kulissen der Rennstrecke auch Besuche bei den Firmen im Umfeld an. Bei Pirelli gab es zum Beispiel eine Vorlesung zum Thema Reifen und Fahrwerksgeometrie mit anschließenden Übungen. Bei der Firma Öhlins wartete ein Stoßdämpferseminar auf die Studenten. Besichtigungen bei Aston Martin sowie bei den Rennteams von Manthey Racing, Phoenix Racing und Black Falcon rundeten eine spannende Praxiswoche ab.

Schritt für Schritt zum „Standort für Forschung und Lehre“

Dr. Karl-Josef Schmidt, der das Konzept von Seiten des Nürburgrings strategisch vorantreibt und betreut, sieht das Pilotprojekt als Baustein für den Weg hin zu einem „Standort für Forschung und Lehre“: „Wir müssen als einzigartige Rennstrecke Vorreiter in dieser Sache sein und unseren Beitrag für die Entwicklung des Motorsports und des Automobilsektors leisten. Die Gegebenheiten und die Infrastruktur sind an unserem Standort hierfür ideal.“

Die Kooperation mit der Hochschule Stralsund ist in dieser Form und aufgrund des speziellen Studiengangs zwar neu, jedoch nicht die erste wissenschaftliche Zusammenarbeit. So gibt es seit Jahren das Famulanten-Camp des Marienhauses (Neuwied) am Nürburgring - ein Event vor allem für Medizinstudierende. Auch die Fachhochschule Kaiserslautern nutzt den Nürburgring, um hier die Präsenztage des Studienganges Motorsportmanagement abzuhalten. Darüber hinaus laufen bereits konstruktive Gespräche mit weiteren Universitäten und Hochschulen wie der RWTH Aachen und der Universität Trier (jeweils Ingenieurwissenschaften), dem Rhein-Ahr-Campus Koblenz und Remagen (Sport- und Motorsportmanagement), der Hochschule Saarbrücken (Sportökonomie), der EBZ Bochum (Immobilienwirtschaft) oder der Praxishochschule Köln (Medizinmanagement).

Ein Gewinn für alle Parteien

„Neben dem emotionalen Studienstandort ist das Wichtigste für die Studenten, dass sie von einer Studienveranstaltung am Nürburgring einen direkten Nutzen für den Verlauf ihres Studiums haben. Hier werden wir in enger Zusammenarbeit mit den wissenschaftlichen Einrichtungen weitere Konzepte entwickeln“, erklärt Dr. Schmidt und hofft, dass Studenten unterschiedlicher Fachrichtungen hier in Zukunft einen gemeinsamen Nenner finden. „Als fiktives Beispiel könnten wir uns gut vorstellen, dass angehende Mediziner anhand von Verletzungen im Motorsport mit Ingenieuren Rückschlüsse für die Fahrzeugsicherheit ziehen.“ Auch die ansässigen Unternehmen könnten hierbei von den Studenten als zukünftige Mitarbeiter profitieren. „Wir sind gerne ein Teil dieses Pilotprojektes“, freut sich Alexander Böhm, Geschäftsführer des aktuellen Gewinnerteams des ADAC Zurich 24h-Rennens, Black Falcon. „Als Rennteam ist es für uns eine tolle Sache, mit Studenten in Kontakt zu kommen. Wir sind immer auf der Suche nach qualifiziertem Personal und freuen uns, wenn wir motivierte Praktikanten und Mitarbeiter finden, welche sich im Motorsport zu Hause fühlen.“

So waren sich am Ende der Pilotwoche Studenten, Firmen sowie die Hochschule und der Nürburgring als Initiatoren einig: „Diese Premiere war ein voller Erfolg.“

Link: www.nuerburgring.de

Pressemitteilung Nürburgring

Dr. Karl-Josef Schmidt, der das Projekt strategisch seitens des Nürburgrings betreut, begrüßte die Studenten in den Räumlichkeiten der Rennstrecke.

Dr. Karl-Josef Schmidt, der das Projekt strategisch seitens des Nürburgrings betreut, begrüßte die Studenten in den Räumlichkeiten der Rennstrecke.

Informationen aus erster Hand bekamen die angehenden Ingenieure unter anderem durch Besuche bei den Rennteams Black Falcon (Foto), Manthey Racing und Phoenix Racing.

Informationen aus erster Hand bekamen die angehenden Ingenieure unter anderem durch Besuche bei den Rennteams Black Falcon (Foto), Manthey Racing und Phoenix Racing.

Auf den Spuren der Rennfahrer: Nürburgring Chefinstruktor gab den Studenten einen Einblick in die Charakteristik und die Anforderungen der Grünen Hölle. Fotos: Nürburgring

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