Allgemeine Berichte | 02.11.2019, 11:38 Uhr

Rhein-Lahn-Kreis: Starker Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit

Leichte Eintrübung am Arbeitsmarkt

Betriebe melden weniger Stellen, aber die Arbeitslosenquote bleibt mit 2,6 Prozent sehr niedrig

Montabaur. Die herbstliche Belebung am Arbeitsmarkt ist im Oktober etwas gebremst worden. Ende des Monats sind im Bezirk der Agentur für Arbeit Montabaur – er umfasst den Westerwald- und den Rhein-Lahn-Kreis – 4.668 Menschen ohne Beschäftigung gemeldet; das sind 68 mehr als im September. Die Arbeitslosenquote ist um 0,1 Prozent gestiegen und liegt nun bei 2,6 Prozent. Der Vorjahresvergleich, der lange Zeit positiv ausgefallen ist, zeigt jetzt lediglich eine leichte Verbesserung bei der absoluten Zahl: Im Oktober 2018 gab es 59 Arbeitslose mehr als derzeit. Die Arbeitslosenquote jedoch betrug ebenfalls 2,6 Prozent. In den beiden Landkreisen haben sich die Eckwerte von September auf Oktober 2019 kaum verändert. Im Westerwaldkreis werden aktuell 2.995 Männer und Frauen ohne Job gezählt (plus 32 Personen), im Rhein-Lahn-Kreis sind es 1.673 (plus 36 Personen). Die Arbeitslosenquoten liegen mit 2,6 Prozent (WW) bzw. 2,5 Prozent (RL) dicht beieinander und sind gegenüber dem Vormonat gleichgeblieben. Beim Blick zurück zum Oktober 2018 zeigt sich aber ein deutlicher Unterschied: Der Westerwaldkreis hatte damals mit 2,5 Prozent eine niedrigere Quote und 201 Arbeitslose weniger als heute. Für den Rhein-Lahn-Kreis wurde die deutlich höhere Quote von 2,9 Prozent errechnet, und es gab 260 Arbeitslose mehr. „Die positive Entwicklung an Rhein und Lahn lässt sich vor allem am starken Abbau der Langzeitarbeitslosigkeit festmachen“, sagt Dieter Knopp, Geschäftsführer der Agentur für Arbeit Montabaur. „Davon profitieren in erster Linie Menschen und ihre Familien, die vom Jobcenter betreut werden und oft viele Jahre auf die Grundsicherung (Hartz IV) angewiesen waren.“

Arbeitsmarkt: Auswirkungen

Insgesamt beginnt sich die konjunkturelle Eintrübung auf den Arbeitsmarkt auszuwirken. Dafür sieht Dieter Knopp mehrere Anzeichen: „Die Fluktuation ist immer hoch. So haben sich seit Jahresbeginn etwa 21.600 Menschen arbeitslos gemeldet oder wieder abgemeldet. Dies hält sich fast die Waage. Ein negatives Signal aber ist, dass darunter immer mehr Personen sind, die unmittelbar aus einer Erwerbstätigkeit kommen und auf der anderen Seite immer weniger, die in einen neuen Job gehen können.“ Zudem hat der Stellenmarkt an Dynamik eingebüßt. Im Oktober meldeten die Betriebe dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Agentur und der Jobcenter 583 Jobs; das ist ein Minus von einem Viertel gegenüber dem Vorjahresmonat. In der Summe wurden von Januar bis Oktober fast 7.000 Stellen angezeigt; das sind knapp 11 Prozent weniger als im gleichen Zeitraum 2018. Außer in der Zeitarbeit sind die Rückgänge im verarbeitenden Gewerbe besonders auffällig, wo auch bereits ein Anstieg der Arbeitslosigkeit zu verzeichnen ist.

Westerwald und Rhein-Lahn-Kreis

„Grundsätzlich bleibt der Agenturbezirk Montabaur gut aufgestellt“, betont der Geschäftsführer. „Wir haben eine extrem niedrige Arbeitslosigkeit – auch im Landes- und Bundesvergleich.“ Für diese gute Gesamtlage spricht auch die so genannte Unterbeschäftigung. Teilnehmer an Qualifizierung und Förderung werden laut Gesetz nicht als Arbeitslose gezählt. Um hier Transparenz zu schaffen, publiziert die Bundesagentur für Arbeit jeden Monat die so genannte Unterbeschäftigungsquote. Sie bezieht zu den Erwerbslosen unter anderem all jene ein, die zur Erhöhung ihrer Integrationschancen arbeitsmarktpolitisch gefördert werden. Auf dieser Basis kommt der Agenturbezirk Montabaur auf eine Quote von glatten 4 Prozent. Vor einem Jahr lag sie bei 4,1 Prozent. Dieter Knopp: „Dieser Wert ist leicht gesunken, während die Arbeitslosigkeit auf dem Level des Oktobers 2018 liegt. Das heißt: Die Beschäftigung in der Region ist de facto gewachsen.“

Pressemitteilung der

Agentur für Arbeit Montabaur

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