Allgemeine Berichte | 29.10.2020

Agentur für Arbeit Montabaur

Leichtes Herbst-Hoch am Arbeitsmarkt trotz Corona

Im Bezirk Montabaur sinkt die Zahl der Menschen ohne Job erneut – Oktober-Quote: 3,6 Prozent – Aber: Die Zahl der Langzeitarbeitslosen steigt

Montabaur. Die Arbeitslosigkeit in der Region ist erneut zurückgegangen. Ende Oktober sind im Bezirk der Agentur für Arbeit Montabaur – er umfasst den Westerwald- und den Rhein-Lahn-Kreis – 6.521 Menschen ohne Job gemeldet. Das sind 270 Personen weniger als im September. In der Arbeitslosenquote macht sich dies mit einem Rückgang um 0,1 Prozentpunkte auf nun 3,6 Prozent bemerkbar. Drastischer fällt der Vergleich zum Vorjahr aus: Im Oktober 2019 gab es 1.853 Arbeitslose weniger und die Quote lag einen glatten Prozentpunkt niedriger als heute.

„Mitten in der Pandemie zeigt der Arbeitsmarkt mit einem Herbst-Hoch die gewohnte saisonale Ausprägung“, sagt Elmar Wagner, Chef der Agentur für Arbeit Montabaur. Er wertet dies grundsätzlich als positives Zeichen – auch mit Blick auf die Entwicklung der vergangenen Monate: Auf den schlagartigen Anstieg der Erwerbslosigkeit im April folgten eine rasche Stabilisierung im Sommer und ein deutlicher Abbau im September, als die Arbeitslosenquote um 0,4 Prozentpunkte zurückging. Diese Belebung hat sich im Oktober abgeschwächt, fällt aber stärker aus als in den Vorjahren. Höher in diesem mehrjährigen Vergleich ist zudem die Zahl der Menschen, die ihre Arbeitslosigkeit beenden und wieder ins Erwerbsleben gehen können. Zwei Schwerpunkte gibt es hierbei in der Baubranche und im Bereich Verkehr/Logistik.

Im Sommer lag die Arbeitslosigkeit noch um mehr als 50 Prozent über dem Vorjahreswert; jetzt beträgt die Differenz weniger als 40 Prozent. Elmar Wagner: „So erfreulich dies erscheinen mag, so groß bleibt allerdings die Ungewissheit. Die einschneidenden Beschränkungen, die die Politik angesichts steigender Infektionszahlen treffen musste, bringt die betroffenen Branchen in neue Bedrängnis. Viele Betriebe sehen sich in Existenznot, allen voran die Gastronomie und das Veranstaltungswesen.“ Sorge bereitet die Tatsache, dass die Zahl der Langzeitarbeitslosen, seit April kontinuierlich ansteigt. Wenn Erwerbslosigkeit sich verfestigt, sinken für die Betroffenen die Chancen auf Integration.

Auf dem Stellenmarkt geht es nach einem Zwischenhoch im September wieder verhaltener zu. Im Laufe des Oktobers meldeten die Betriebe dem gemeinsamen Arbeitgeberservice der Arbeitsagentur und der Jobcenter 605 Stellen. Das ist ein Minus von 56 gegenüber dem Vormonat, jedoch ein kleines Plus von 22 gegenüber dem Vorjahresmonat. In der Summe seit Jahresbeginn stehen 5.078 Jobangebote; das ist ein Viertel weniger als in der gleichen Zeit 2019. Der Bestand an Stellen hat sich in den vergangenen Wochen um glatte 100 erhöht, ist aber niedriger (minus 558) als im Oktober letzten Jahres.

Kurzarbeit als Kriseninstrument

Kurzarbeit als Kriseninstrument wird weniger stark genutzt, als nach der ersten Flut von Anzeigen zu erwarten war. Trotzdem zahlt die Agentur für Arbeit 2020 enorme Summen an die regionalen Betriebe aus. In den Bezirk Montabaur sind bereits 37,7 Millionen Euro Kurzarbeitergeld geflossen, um Arbeitsplätze zu sichern. Nach der aktuellen Statistik sind noch 1.400 Betriebe mit 11.200 Beschäftigten vom Arbeitsausfall betroffen.

Und so sieht es in den beiden Landkreisen des Agenturbezirks aus: Im Westerwaldkreis haben derzeit 4.113 Personen keine Beschäftigung - 185 weniger als im September, aber 1.118 mehr als im Oktober 2019. Die Quote ist im Monatsverlauf um 0,1 Prozentpunkte auf 3,6 Prozent gesunken und liegt nun exakt einen Prozentpunkt über dem Vorjahreswert.

Im Rhein-Lahn-Kreis sind 2.408 Arbeitslose gemeldet – 85 weniger als vor einem Monat, jedoch 735 mehr als vor einem Jahr. Die Quote ist wie bei den Nachbarn im Vergleich zum Septemberwert um 0,1 Prozentpunkte zurückgegangen. Gegenüber dem Vorjahr ist ein Anstieg um 1,2 Prozentpunkte zu verzeichnen.

Pressemitteilung der

Agentur für Arbeit Montabaur

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