Allgemeine Berichte | 12.01.2017

Volksbank RheinAhrEifel eG zeigt einzigartige Karikaturen zu und über den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt

Lenker und Denker mit Sinn für Kunst

Gemeinsam bestaunten die Gäste aus der Politik die zahlreichen Exponate. FIX

Bad Neuenahr. Die Volksbank RheinAhrEifel präsentiert in der Neuenahrer Schalterhalle einzigartige Karikaturen zu und über den ehemaligen Bundeskanzler Helmut Schmidt. Sie sind zugleich ein wichtiges Zeugnis und ein zeitgeschichtliches Dokument für die Politik in den Jahren 1982 bis 2015. Vorstandsvorsitzender Elmar Schmitz, eröffnete am Mittwochabend die Ausstellung mit rund 100 Gästen.

Er betonte, dass die Bank damit „einmal eine andere Kunstform und gleichzeitig ein Stück Zeitgeschichte nach Bad Neuenahr“ geholt habe. Sein besonderer Dank galt Bundesministerin für Arbeit und Soziales, Andrea Nahles, die die Idee zur Ausstellung hatte. Schmitz dankte weiterhin Hans-Jürgen Juchem, Beigeordneter der Stadt Bad Neuenahr-Ahrweiler, den Bürgermeistern Johannes Bell, VG Brohltal, Achim Haag, VG Altenahr, Achim Juchem, Gemeinde Grafschaft, und Arnold Hoffmann, Stadt Adenau, für ihr Kommen.

Die Ausstellung, die die politische und gesellschaftliche Entwicklung der Bundesrepublik spöttisch und schmunzelnd auf’s Korn nimmt, wurde kuratiert vom Namensvetter des Ex-Kanzlers, Helmut G. Schmidt vom Kulturverein Mittelahr. Schmitz stellte in seiner Begrüßung die Frage: „Wie schafft es jemand, so lange Zeit nach einer sicherlich nicht immer unumstrittenen Kanzlerschaft, das heißt auch nach 1982, gar über seinen Tod hinaus bis heute also, eine so hohe Popularität und Beliebtheit zu behalten? Und ergab selbst die Antwort: „Helmut Schmidt unterschied sich deutlich vom allgemeinen Bild eines Managers oder Politikers. Er war Lenker und Denker. Und er war nicht nur Lenker und Denker, sondern auch jemand, der der Kunst in besonderem Maße zugetan war“.

In Dur und Moll: Die Leidenschaft des Alt-Kanzlers

Ministerin Andrea Nahles, selbst Mitglied der RheinAhrEifel Bank, nutzte dies für einen launigen Start zu ihrer Rede. „Somit kann ich also zu Ihnen sagen: Liebe Genossinnen und Genossen“, eine Anrede, die in der SPD bei Mitgliederversammlungen üblich ist. Sie deutete den Titel der Ausstellung: „Helmut Schmidt in Dur und Moll“ zum einen als Anspielung auf Helmut Schmidt liebstes Hobby – dem Klavierspielen, bei dem er es zu einiger Virtuosität gebracht hat. „Zum anderen klingt hier etwas an, was man ansonsten wohl nur mit der Kanzlerschaft eines anderen großen Sozialdemokraten vergleichen kann: Willy Brandt. Harmonien und Dissonanzen, Höhen und Tiefen - das waren die Kennzeichen beider politischen Leben“, sagte sie. Nahles zählte die verschiedenen Lebensstationen des inzwischen verstorbenen Altkanzlers noch einmal auf, die man kennen sollte, um die Karikaturen einordnen zu können. „Geliebt und vergöttert wurde er nie“, stellte Nahles an den Anfang und berichtete: „Er hat deutsche Geschichte und auch Europageschichte geschrieben und wie kaum ein anderer Staatenlenker die Menschen in unserem Land bewegt, ja bisweilen auch polarisiert.

Man kann sagen: Helmut Schmidt ließ niemanden kalt, erst recht nicht die Menschen in der SPD und auch mich nicht. Immerhin war er der Kanzler, mit dem ich aufgewachsen bin.“

Vita eines Staatsmannes

Schmidt wurde 1918 in Hamburg geboren, war im Zweiten Weltkrieg Offizier an der Ostfront, 1946 trat er in die SPD ein. 1962 war er Innensenator in Hamburg und rettete aufgrund seiner zupackenden Art tausende Menschen vor der Hamburger Sturmflut. Danach war er Verteidigungs-, Wirtschafts- und Finanzminister in Bonn 1974 wurde er zum fünften Bundeskanzler der Bundesrepublik gewählt. In eine Regierungszeit fiel der Terror der RAF, die Entführung der Lufthansamaschine „Landshut“ nach Mogadischu oder die Stationierung oder Natodoppelbeschluss mit der Aufstellung neuer Raketen. Nahles schloss: „Gerade in unserer aufgeheizten, ja nahezu überhitzten Zeit fehlt seine Weitsicht, seine Gradlinigkeit, sein Geraderücken von angeblich einfachen Wahrheiten – und nicht zuletzt auch seine legendäre Schnauze.“ Die Eröffnung wurde musikalisch untermalt von Tommy Geller und Dr. Manfred Niessen, Mitglieder der Ipp-Jazzband.

Verschiedene Stationen Schmidts Amtszeit sind in satirischer Form aufgearbeitet zu bestaunen.FIX

Verschiedene Stationen Schmidts Amtszeit sind in satirischer Form aufgearbeitet zu bestaunen.Foto: FIX

Kanzler Helmut Schmidt und Oppositionsführer Helmut Kohl gratulieren dem Helden von Mogadischu, General Wegner zur Befreiung der Lufthansamaschine Landshut in Somalia.PHILÖ

Kanzler Helmut Schmidt und Oppositionsführer Helmut Kohl gratulieren dem Helden von Mogadischu, General Wegner zur Befreiung der Lufthansamaschine Landshut in Somalia.Foto: PHILÖ

Kanzler Helmut Schmidt und Oppositionsführer Helmut Kohl gratulieren dem Helden von Mogadischu, General Wegner zur Befreiung der Lufthansamaschine Landshut in Somalia.PHILÖ

Kanzler Helmut Schmidt und Oppositionsführer Helmut Kohl gratulieren dem Helden von Mogadischu, General Wegner zur Befreiung der Lufthansamaschine Landshut in Somalia.Foto: PHILÖ

Gemeinsam bestaunten die Gäste aus der Politik die zahlreichen Exponate. FIX

Gemeinsam bestaunten die Gäste aus der Politik die zahlreichen Exponate. Foto: FIX

Gemeinsam bestaunten die Gäste aus der Politik die zahlreichen Exponate. Foto: FIX

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