Die Stommel Stiftung: Ein nächtliches Kulturspektakel im Bürgerhaus Urbar
Lichterzauber und akustische Brillanz
Urbar. Eine Nachtwanderung durch die Musik und Literatur der Belle Époque: So könnte man den Abend im Bürgerhaus Urbar bei dem jährlichen Nachtkonzert der Stommel Stiftung beschreiben. Gäste wurden auf eine reichhaltige Zeitreise in das Frankreich um die Jahrhundertwende entführt, als Schriftsteller wie Marcel Proust und Komponisten wie César Franck und Claude Debussy die kulturelle Landschaft prägten.
Die theatralische Facette dieses Ausflugs wurde von Julian Weigend übernommen, einem Berliner Schauspieler, der für diesen besonderen Anlass Passagen aus Prousts monumentalem Werk „Auf der Suche nach der verlorenen Zeit“ las. Mit mehr als 5.000 Seiten mag dieses Werk eines der längsten in der Literaturgeschichte sein, aber wie sich herausstellte, auch eines der einnehmendsten. Die humorvollen Beobachtungen Prousts, sei es die hypochondrische Tante Léonie oder die kulinarisch begabte Haushälterin Françoise, wurden durch Weigends charmante Darbietung in ein völlig neues Licht gerückt.
Die Musik nahm ihren eigenen, einzigartigen Raum in diesem nächtlichen Abenteuer ein. Die Instrumentalisten des Abends, Pianistin Anna Fedorova, Geigerin Clémence de Forceville und Cellist Benedict Kloeckner, sind bereits als harmonisches Trio bei den Urbarer Nachtkonzerten bekannt. Sie präsentierten die Violinsonate von César Franck und die Cellosonate von Claude Debussy mit einer ausgewogenen Mischung aus technischer Virtuosität und lyrischem Einfühlungsvermögen. Als Überraschungsgast schloss sich der Kontrabassist Nicolas Schwartz an, der nicht nur das Publikum begeisterte, sondern auch der Ehemann der abendlichen Pianistin ist.
Obwohl das Wetter eine Open-Air-Darbietung verhinderte, war die Atmosphäre im gut besuchten Bürgerhaus Urbar alles andere als trüb. Der Lichtkünstler Gerry Krätz hatte den Saal eindrucksvoll illuminiert, was die Zuhörer zusätzlich verzauberte. Freuen können sich alle schon auf den nächsten Sommer, wenn diese kulturelle Reise mit dem gleichen Team fortgesetzt wird. BA
Pianistin Anna Fedorova und Geigerin Clémence de Forceville.
Cellist Benedict Kloeckner begeistertete das Publikum.
Die theatralische Facette dieses Ausflugs wurde von Julian Weigend übernommen.
