Erste Kappensitzung des Alzheimer Karnevalsvereins in der ausverkauften Schützenhalle
Liebe zur Tradition wird mit vielen Menschen geteilt
Mayen. Im Frühjahr 2005, also vor mittlerweile 21 Jahren, trafen sich im kleinen Mayener Stadtteil Alzheim einige Jecken, um einen Karnevalsverein ins Leben zu rufen.
Diskutiert wurde über die Gründung, den Namen und die Kostüme. Als sich alle einig waren, setzten die Beteiligten eine Satzung auf und legten sie dem Amtsgericht vor. Nach kleineren Änderungen wurde sie im Herbst 2005 von den zehn Gründungsmitgliedern, die gleichzeitig auch den ersten Vorstand bildeten, unterzeichnet: Der Alzheimer Karnevalsverein 2005 war geboren.
Das Amt des Vorsitzenden übernahm Achim Geisen. Die Zeit bis heute verging schnell, doch er blieb der Präsident, der Vorsitzende und das Mädchen für alles. Er hielt praktisch den ganzen Laden zusammen. 2006 stand in der voll besetzten Halle der Sankt-Sebastianus-Schützenbruderschaft 1929 eine erste Kappensitzung auf dem Programm. Auf einer noch kleinen Bühne gab es zwölf Auftritte zu bestaunen, mit Tänzen, Büttenreden und Gesang.
Da nur eine kleine Anzahl von freiwilligen Helfern bereitstand, mussten sich verschiedene Akteure nach ihren Auftritten schnellstmöglich umziehen, um anschließend die Gäste mit Getränken und Speisen zu versorgen. Alle waren begeistert, aber es gab noch Luft nach oben. 2007 folgten zwei, 2008 sogar drei Sitzungen. Das blieb so bis zum vergangenen Jahr, als zur Feier des 20-jährigen Bestehens sogar viermal (wie auch schon zum Elfjährigen) die Saaltür geöffnet wurde. 2026 beließen es die Verantwortlichen bei „nur“ drei Sitzungen.
Zum Auftakt der Reihe am vergangenen Freitag wurde ab 19.11 Uhr für die 170 Gäste in der pickepacke vollen Schützenhalle ein Feuerwerk der guten Laune abgebrannt, das Lebens- und Feierfreude verströmte. Die Narren konnten hautnah miterleben, wie echter heimischer Karneval mit viel Herzblut und Spaß daherkommt und das Bewusstsein für die Erhaltung der Tradition weitergelebt wird. „Es ist wieder mal eine handgemachte Sitzung“, erklärte Uli Walsdorf, der Präsident der Alten Großen Mayener Karnevalsgesellschaft, beim Einzug der Korporationen. Die Alte Große hatte auch Tanzmariechen Svea Stern mit im Gepäck.
Überhaupt verlief das 16 Punkte umfassende Programm sehr abwechslungsreich. Die AKV-Kindertanzgruppe Kiddy Stars/Crazy Chicks, die Showtanzgruppe Kollig und die eigene Jugendtanzgruppe sorgten ebenso wie die Showtanzgruppe Polch und das AKV-Herrenballett für die musikalischen und tänzerischen Elemente. Was auffiel, war die große Zahl erstklassiger Büttenredner. Luis Velten, der zweite Vorsitzende des AKV, erzählte von den Problemen im hohen Alter. Tim Geisen feierte eine glanzvolle Premiere. Andrea Nett („Ahl Täsch“) und Werner Blasweiler sind ebenso weit über die Stadtgrenzen von Mayen hinaus bekannt wie das Duo Walter Geisen und Heike Thomas, das in dieser Session allerdings zum letzten Mal auftreten wird.
Die Schuhe an den Nagel hängt auch der 81-Jährige Stefan Zlotnik, ein Mayener Urgestein, das mittlerweile in Lind in der Verbandsgemeinde Vordereifel lebt. Sage und schreibe 60 Jahre lang hat Zlotnik das Publikum als „Doof Noss“ begeistert. „Wir können auf sechs Jahrzehnte Humor, Witz und Lebensfreude zurückblicken. Er ist ein Mann, der den Karneval geprägt hat wie nur wenige. Generationen sind mit dir älter geworden. Manche von uns haben dich als Kind gehört und später als Erwachsener“, zog AKV-Präsident Achim Geisen seinen Hut. „60 Jahre Faasenaacht bedeuten auch Disziplin, Fleiß und Leidenschaft. Hinter jeder Rede steckt eine unvorstellbare Arbeit und hinter jeder Pointe sehr viel Erfahrung. Bei dir wirkte das immer leicht und selbstverständlich. Als Präsident verneige ich mich stellvertretend für den gesamten Alzheimer Karnevalsverein vor dir und deinem Lebenswerk.“
SK
Vorsitzender, Präsident, Mädchen für alles: Gründungsmitglied Achim Geisen.
Uli Walsdorf, Präsident der Alten Großen Mayener Karnevalsgesellschaft, hatte für Ex-Prinz Walter Geisen nur lobende Worte parat.
Ein paar Sticheleien Richtung Kehrig durften bei der „Ahl Täsch“ (Andrea Nett) nicht fehlen.
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