Allgemeine Berichte | 27.04.2023

Nachfahren aus den USA besuchten Andernach - Empfang im Museum

Loeb-Familie auf den Spuren ihrer Geschichte

Nachfahren des aus Andernach stammenden berühmten Germanisten Ernst Loeb haben die alte Heimat besucht. Im Stadtmuseum wurden sie unter anderem von Bürgermeister Claus Peitz (2. von rechts) begrüßt. Foto: Stadt Andernach/Maurer

Andernach. Er ist einer der ganz großen Söhne der Stadt: der berühmte Germanist Ernst Loeb (1914-1987). Jetzt haben mit der Familie von Joel Loeb aus den USA Nachfahren des Germanistik-Professors die alte Heimat Andernach besucht. Im Stadtmuseum wurden sie von Bürgermeister Claus Peitz, dem Ersten Beigeordneten Dr. Hans-Georg Hansen und Museumsleiter Dr. Kai Seebert begrüßt. Auch der Freundschaftskreis Andernach-Dimona war mit Barbara Söhngen und Volker Keßeler beim Empfang vertreten.

Joel Loeb ist der Sohn von Hans Loeb (1918-1987), dem jüngeren Bruder des berühmten Andernacher Germanisten Ernst Loeb (1914-1987), nach dem im vergangenen Jahr der Ernst-Loeb-Platz in den Rheinanlagen benannt wurde. Er stammt aus einer im frühen 19. Jahrhundert aus Leutesdorf nach Andernach übergesiedelten jüdischen Familie, die in der Hochstraße eine Wein- und Kolonialwarenhandlung betrieb. Der Vater Ernst und Hans Loebs, Julius Loeb, war im Ersten Weltkrieg Soldat an der Westfront. Als Vorsitzender der Andernacher Synagogengemeinde war er aktiv am Bau der neuen Synagoge in der Moltkestraße beteiligt - eingeweiht 1933 als eine der letzten im Deutschen Reich.

Ernst Loeb und sein Bruder Hans besuchten das Andernacher Stiftsgymnasium. Ernst verließ Deutschland 1936, zunächst nach Palästina, ging dann in die USA und schließlich nach Kanada, wo er als Germanistik-Professor wirkte. Er war außerdem ein begnadeter Schriftsteller, insbesondere Lyriker. Seiner Heimatstadt und alten Freunden aus Jugendtagen blieb Ernst Loeb immer treu verbunden, wovon beispielsweise sein Gedicht „An meine Heimatstadt“ Zeugnis ablegt. Er besuchte Andernach mehrfach und wurde unter anderem 1966 vom Bürgermeister empfangen. 2021 wurde ihm der Ernst-Loeb-Platz gegenüber dem Rheintor gewidmet. Dieser Platz und das Haus in der Hochstraße waren natürlich Stationen eines kleinen Rundgangs der Familie durch die Stadt.

Hans Loeb emigrierte ebenfalls in den 30er-Jahren aus Deutschland in die USA. Er kam als Soldat der US-Army bereits 1945 wieder nach Andernach und kehrte dann in den folgenden Jahrzehnten mehrfach in seine Heimatstadt zurück.

Pressemitteilung

Stadtverwaltung Andernach

Nachfahren des aus Andernach stammenden berühmten Germanisten Ernst Loeb haben die alte Heimat besucht. Im Stadtmuseum wurden sie unter anderem von Bürgermeister Claus Peitz (2. von rechts) begrüßt. Foto: Stadt Andernach/Maurer

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